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Ein Hammerflügel war der Star der Kammermusik-Soiree

Artikel vom 22.02.2010 - 22.00 Uhr

Ein Hammerflügel war der Star der Kammermusik-Soiree

Lich (dw). Ein Hammerflügel war der Star der Kammermusik-Soirée der evangelischen Marienstiftsgemeinde am Sonntag. Im ungewöhnlichem Zusammenspiel mit Viola und Violine entlockte das Trio Padus den alten Instrumenten ein besonderes Klangerlebnis.
Kammermusik-Soiree mit dem Trio Padus	(Foto: dw)
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Kammermusik-Soiree mit dem Trio Padus (Foto: dw)
Leicht, leise und zart schwingen die Akkorde über die Saiten, ganz anders als der Name vermuten lässt. Mit dem Klang eines Flügels hat das Hammerklavier nicht viel gemein. Im Vorläufer des heute bekannten Klaviers werden die Saiten nicht in Metal- sondern einem aus Holz gefertigten Rahmen gehalten, nicht mit Filz, sondern mit Leder sind die Hammerköpfe bezogen. Anders als das Klavier klingt es dadurch wie ein Saiteninstrument. Die Technik, gespannte Saiten nicht anzureißen oder zu zupfen, sondern mit Klöppeln anzuschlagen, war zwar keine Erfindung des 18. Jahrhunderts, wurde aber in jener Zeit enorm vorangetrieben - die Komponisten verlangten nach neuen, innovativen Instrumenten.

Für die Werke der Wiener Klassik und der Frühromantik, die das aus Süddeutschland stammende Trio zu Gehör brachte, ist es im wahrsten Sinne des Wortes wie geschaffen. Im fast intimen Rahmen des Gemeindesaales der Marienstiftsgemeinde brachten die drei Musiker mit ihren nachgebauten historischen Saiteninstrumenten zunächst Wolfgang Amadeus Mozarts Kegelstatt-Trio zu Gehör. Das Werk, das nach einer Kegelpartie entstanden sein soll, ist mit Klarinette vorgesehen. Die ungewöhnliche Besetzung des Trios macht jedoch nicht selten eine Umwidmung nötig. Den Part der Klarinette übernahm Ursula Plagge-Zimmermann mit ihrer Viola. Harmonisch und gekonnt entfaltete sich der Auftakt. Mit einem Duett in G-Dur für Violine und Viola von Franz Anton Hoffmeister kam das Stück eines Zeitgenossen Mozarts zur Aufführung. Der engagierte Verleger, der auch erste Stücke von Mozart verlegte, ist bei dem Trio beliebt, weil er ein vergleichsweise großes Repertoire an Streichquartetten in ungewöhnlicher Besetzung lieferte. Heiter entlockte Plagge-Zimmermann ihrer Viola die Klänge im gut abgestimmten Zusammenspiel mit dem konzentriert spielenden Dietrich Schütz auf der Geige. Ein besonderes Klangerlebnis entlockte Alexander Strauss seinem Hammerflügel in einer Sonate des Bach-Sohnes Carl Philipp Emanuel in einer Sonate für Viola und Klavier. Die Klänge der Violine und des Hammerflügel verwoben die Musiker zu einem gleichberechtigten Spiel in einer anspruchsvollen Sonate in G-Dur von Josef Haydn. Beschwingt und heiter präsentierten die drei Musiker, die sich aus dem Studium in Karlsruhe kennen, zum Abschluss eine Serenade für Violine, Viola und Klavier des Würzburger Komponisten Josef Küffner. Im frühromantischen Werk, mit seinen liedhaften Melodien, beeindruckten die drei noch einmal durch ihr engagiertes und gut aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel. Mit viel Applaus dankte das Publikum dem Trio für die aparten Klangwelten.

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Artikel vom 22.02.2010 - 22.00 Uhr
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