Die ersten 20 Bücher sind trocken und sauber zurück in Lich
Lich (ri). Mit großer Freude konnte die Vorsitzende des Förderkreises zur Rettung der Historischen Marienstiftsbibliothek, Lieselotte Pastau, am Sonntagmorgen im evangelischen Gemeindehaus »Am Wall« als 50. Mitglied Prof. Dr. Gerhard Goubeaud begrüßen - und wenige Minuten später waren es schon 55, die helfen wollen, die wertvollen Bücher vor den Verfall zu bewahren und eine adäquate Unterkunft in Lich zu schaffen.
Prof. Gerhard Goubeaud (2. von links) wurde vom »Förderkreis Marienstiftsbibliothek« als 50. Mitglied begrüßt. (Fotos: ri)
Zahlreiche Gäste waren gekommen, um die Ausstellung der 20 schon gereinigten und getrockneten von insgesamt 590 Büchern zu besuchen. 570 Exemplare müssen in Darmstadt noch solange gelagert werden, bis der in Lich geplante Magazinraum gebaut und bezugsfertig ist, wie die Vorsitzende und die beratenden Ausschussmitglieder Inge Steul und Heinrich Rumpf, früher leitender Regierungsschuldirektor, erklärten. Pfarrer Lutz Neumeier bedauerte, dass »Darmstadt weit weg« sei und man die Bücher in Lich nicht sehen könne, aber dank der eifrigen Mitglieder und der bereits gespendeten 13694 Euro sei man sehr optimistisch.
Ein Anbau des neuen Pfarrhauses in der Paul-Gerhardt-Straße soll in zwei Abteilungen eine neue Heimat für die wertvollen Bestände der Bibliothek und des Archivs der Gemeinde werden. Die Räume müssen klimatechnisch einwandfrei und diebstahlsicher sein, also auch mit einer Alarmanlage versehen werden. Ein kleiner Vorraum zum Lesen ist geplant, da ein längerer Aufenthalt im Magazinraum wegen der vom Menschen ausgehenden Freuchtigkeit den Beständen schadet. Durch diesen Extrabau werden die errechneten Gesamtkosten etwas über 40 000 Euro steigen, aber dank der bereits nach wenigen Monaten gezeigten Einsatzfreudigkeit der Mitglieder zeigt sich der Förderkreis sehr optimistisch, die Summe aufzubringen. Den Archivraum bezahlt die Gemeinde.
Ein Auszug aus »Der schwangeren Frauen und Hebammen Rosengarten«. Das Buch gehört zu den 20 gereinigten Exemplaren, die wieder zurück in Lich sind und am Sonntag zu sehen waren.
Lotti Pastau wies auf die für Ende Mai geplante »Schimmelparade« hin, für die Organisatorin Dr. Christiane Solms sich eine Menge Sponsoren erhofft, und auf den Beitrag des Förderkreises am Historischen Markt und bat die Anwesenden, bei Bekannten und Freunden weiter um Fördermitglieder zu werben.
Nach den Informationen eröffnete Heinrich Rumpf die Ausstellung, indem er zwei Bibeln aus dem 16. Jahrhundert im wahrsten Sinne des Wortes »aufschlug«. Er wies darauf hin, dass die kostbaren Exponate auch durch biologische Schädlinge, zuviel Licht, aber auch durch Handschweiß beschädigt werden könnten und bat darum, zum Blättern- da, wo es gestattet war - die bereitliegenden dünnen Handschuhe anzuziehen.