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Deutsch-südafrikanisches Jugendprojekt in Lich beendet

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Artikel vom 19.04.2012 - 21.07 Uhr

Deutsch-südafrikanisches Jugendprojekt in Lich beendet

Lich (pm). An der Ev. Stiftung Arnsburg in Lich ist ein deutsch-südafrikanisches Jugendprojekt zu Ende gegangen. Die zehn Teilnehmer drehten unter anderem einen Dokumentation zur Frage »Was ist deutsch?«. Kooperationspartner des heimischen Kinder- und Jugendheims war Masifunde Bildungsförderung e.V.

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Wer oder was ist deutsch? Mit dieser Frage setzten sich deutsche und südafrikanische Heranwachsende auseinander. (Foto: pm)
Die Bässe wummern. Diskolichter und eine Nebelmaschine verwandeln die Mehrzweckhalle der Ev. Stiftung Arnsburg in Lich in den angesagtesten Raum im Umkreis. Drei junge Frauen aus Südafrika und Lich stürmen in Fankleidung der Frankfurter »Eintracht« den Laufsteg und jubeln. Wer oder was ist deutsch? Mit einer komplexen Frage machten sich zehn südafrikanische und deutsche Jugendliche zwei Wochen lang bis zum 14. April auf die Suche. Letzten Freitag stellten sie die Ergebnisse der gemeinsamen interkulturelle Lern- und Erfahrungsreise vor.

Auf ihrer Suche führten die Jugendlichen Gespräche mit vielen verschiedenen Personen: Alt und Jung, mit Frauen und Männern, Muslimen, Christen, Punkern, Fußballfans, Skatern und vielen mehr. Die Interviews sowie Impressionen der Lernreise, die die Heranwachsenden nach Gießen, Marburg, Frankfurt, Mainz und Berlin führte, wurden mit der Kamera festgehalten und aus dem Material ein neunminütigen Dokumentarfilm geschnitten. Auf die Frage, was die Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren bei ihrer Suche nach kulturellen Gemeinsamkeiten und Unterschieden der deutschen Bevölkerung gelernt haben, sagten sie unisono: »viel«. Vor allem sei den Heranwachsenden klar geworden, dass Deutschland sich wie ein Puzzle aus vielen verschiedenen Identitäten zusammensetzt, die Ecken, Kanten und viele Gemeinsamkeiten haben, so eine 16-Jährige. Genau aus diesem Grund erhielt der Dokumentarfilm auch den Titel »Ich und du. Wir sind Deutschland«.

Neben den Interviews und dem daraus entstandenen Dokumentarfilm fragten die Jugendlichen auch nach den sichtbaren Zeichen, die die Interviewpartner als zugehörig zu einer bestimmten Szene, wie Skater, Fan oder Politik, ausweisen. So sammelten sie Kleidungsstücke ein, die im Rahmen einer großen Modenschau den 100 begeisterten Zuschauern präsentierten. Nicht nur in Fankleidung von Eintracht Frankfurt, als Muslime, in Tracht und mit einem Skateboard – auch als Politiker im Anzug zeigten sie, was typisch für die jeweilige Szene ist. »Wie schafft Mode Identität?« lautete die zweite große Leitfrage der Jugendbegegnung. Aus diesem Grund tauschten die Jugendlichen im Rahmen eines Fotoshootings auch die verschiedenen Kleidungsstile, und überprüften, wie sie auf die Identität der verschiedenen Teilnehmer wirkten. »Ein südafrikanisches Mädchen, das eine oberhessische Tracht trägt, wirkt für den Betrachter ungewohnter wie eine Licher Teilnehmerin in derselben«, so ein Betreuer.

Am Samstag war es soweit: Nach 14 gemeinsamen Tagen in Südafrika im vergangenen Jahr (die AZ berichtete) und 14 Tagen in Deutschland war am Frankfurter Flughafen der Zeitpunkt des Abschiednehmens für die zehn Teilnehmer und ihre Betreuer gekommen. Damit endete vorerst das Togetherness-Projekt der Ev. Stiftung Arnsburg und von Masifunde Bildungsförderung e.V. Die Teilnehmer werden die gemeinsame Zeit noch lange in Erinnerung behalten. So konnten Fremdsprachen- und Projektmanagementkenntnisse verbessert, interkulturelle Kompetenzen erworben und Konflikt- und Teamfähigkeit eingeübt werden. »Interkulturelle Projekte sind für uns ein gutes Feld, spielerisch wichtige Kompetenzen für das persönliche und berufliche Bestehen in globalen Zusammenhängen zu erwerben«, heißt es in einer Pressemitteilung der Ev. Stiftung Arnsburg in Lich.

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