Lich (ri). Als der »Chef« des 13. Arnsburger Bauernmarktes, Klaus Gütlich, am Sonntag gegen 11 Uhr Bürgermeister Bernd Klein und Vertreter der Stadt zu den einzelnen Ständen der landwirtschaftlichen Direktvermarkter führte, herrschte vor der »Alten Klostermühle« schon lebhafter Betrieb. Aber vom frühen Mittag bis zum Schluss der sehr beliebten Veranstaltung gegen 18 Uhr musste man »Schlange stehen« vor den kleinen Läden und besonders dort, wo es die leckeren Speisen und Getränke gab.
Frisch geerntet: Kürbisse vom Bauernhof
In Arnsburg herrschte am Sonntag dichtes Gedränge. Der Bauernmarkt sowie die Kunst- und Kulturtage lockten unzählige Besucher aus dem gesamten Kreis Gießen an. Neben der reichhaltigen Auswahl an lukullischen Spezialitäten erwiesen sich auch die musikalischen Darbietungen als Anziehungspunkte.
Dank des gut geschulten Personals klappte alles wie am Schnürchen.
Der Bürgermeister dankte Gütlich für die Initiative und die umfangreiche Vorarbeit für diesen traditionellen und weit in der Region bekannten Markt, den er nun zum ersten Mal erlebe und auch dank des »holden« Wetters sehr genieße.
An 22 Ständen ließen die Händler am Sonntag ihre Spezialitäten probieren: »Ale Wurscht« oder die vom Weideochsen, Käse aus dem Busecker Tal, Lamm-Salami aus Hattenrod, Bernsfelder Bauern- und Kartoffelwurst, Bio-Rindfleisch und Wildspezialitäten. An einem schier endlos langen Tisch musste man auf die Wespen achten, weil der Honig und die leckeren hausgemachten Marmeladen aus über 20 Beerenarten probiert werden durften. Bauernbrote waren ebenso begehrt wie zum Beispiel Teigwaren aus der eigenen Nudelstube, Kartoffeln und natürlich die vielen Apfelsorten. Der Eberstädter Bauernhof Mohr hatte schlicht »alles« im Angebot, und eine weitere besondere Attraktion war der Kürbisstand vom Langsdorfer »Johanneshof«.
Aber nicht nur an das Essen wird auf dem Bauernmarkt gedacht. Floristen und Kunsthandwerker ziehen die Blicke der Gäste magisch an, so die schönen Patchwork- oder auch Töpferarbeiten, fantasievoll bemalte Milchkannen, Schmuck, Hagebuttengestecke etc. Und die feinsten Getränke gab es nicht nur beim »Wetterauer Edelobstbrand«, dessen Inhaber den Gästen von seiner Brennerei in Ockstadt erzählte und sie zu einer dortigen Führung einlud, während er als Spezialität einen »Hessischen Grappa« anbot. Kinder amüsierten sich auf der Hüpfburg. Die auffallend vielen mitgeführten Hunde fanden das Gedränge vermutlich nicht so gut und hätten auch gern auf die Musik verzichtet, die aber ihren Herrchen und Frauchen den Tag umso mehr verschönte.Von 11 bis 14 Uhr unterhielt der Musikzug Muschenheim schwungvoll die Gäste, und am Nachmittag konnten sich »Thilo und die Starlights« vor Applaus kaum retten. »Lass' die Sonne in dein Herz« und »Ich will dich für immer« sangen sie und stimmten dann gemeinsam mit einigen Kindern den DJ-Ötzi-Song »Einen Stern, der deinen Namen trägt« an.
Wer sich aus dem (angenehmen) Markttrubel mal ausklinken wollte, ging »ein paar Schritte um die Ecke« in den Kunst- und Kulturgarten, in dem der Maler Peter Seharsch anlässlich der »Arnsburger Kulturtage« seine neusten Werke und die der Künstlergruppe »Arnsburg Artists« präsentierte und sich- wie in den Vorjahren - beim Malen »über die Schulter gucken« ließ (Bericht folgt). Das Wetter hielt sich - Sonne und ein frischer Wind sorgten dafür, dass der Bauernmarkt rundum Freude machte und die Gäste bestimmt im nächsten Jahr wiederkommen, auch wenn es für das Auto oder das Fahrrad nur noch weit oben im Wald Parkplätze gibt. (Fotos: ri)