»Alte und neue Licher aus 60 Ländern - Bereicherung«
Lich (jup). »Wir mögen’s bunt« lautete am Samstag das Motto des14. Internationalen Friedensfestes des Licher »Forums für Völkerverständigung e.V.« sowie des Ausländerbeirats. Und bunt war es dann auch.
Kinder zeigten Tänze aus Spanien
Zwischen Sonne und Regen war auf dem Marktplatz allerhand los. Nach der musikalischen Eröffnung durch den Shor der Erich-Kästner-Schule unter Leitung von Steffi Endres folgte die Begrüßung durch Detmar Hönle als Erstem Vorsitzenden des Forums. »Lich ist bunt. Lich ist eine weltoffene Stadt. Hier leben Menschen, alte und neue Licher, aus 60 verschiedenen Ländern, friedlich zusammen.« Für die Stadt bedeute dies eine Bereicherung, auch kulturell, stellte Detmar Hönle heraus.
Schneider: Vorurteile prägen Schlagzeilen
Den größten Anteil der »neuen Licher« stellen die Russlanddeutschen, Türken und Kurden. Der Redner verwies auf konkrete Projekte wie die Lernhilfe für Migrantenkinder. Nicht zuletzt dank dieser Förderung hätten es zwölf Kinder geschafft, die Regelschule zu besuchen, 30 Mädchen und Jungen hätten bereits oder stünden kurz vor dem Abschluss der Haupt- bzw. Realschule, zwei machten nächstes Jahr das Abitur. »Migrantenkinder haben bei vergleichbarem Umfeld die gleichen Chancen wie Kinder aus Mittelstandsfamilien.« Erfolgreich sei auch die Integration der Sambo-Gruppe. »Wir feiern heute, weil Menschen aus verschiedenen Kulturen harmonisch zusammenleben«, schloss Hönle.
Grußworte sprachen Landrätin Anita Schneider, Bundestagsabgeordneter Rüdiger Veit (SPD) und die Licher Stadträtin Angelika Kämmler in Vertretung des erkrankten Bürgermeisters Klein. Schneider sprach von einem »Tag der Kulturen«, der überschattet sei durch Vorurteile, die zurzeit ie Schlagzeilen prägten. Die SPD-Politikerin forderte Chancengleichheit, was insbesondere die Lebensbreiche Arbeiten, Wohnen und Schule betrifft.
Es folgte ein buntes Programm aus Musik, Tanz und Sport, von Angehörigen vieler Nationen gestaltet. Ali Arslan und Keyborder etwa boten türkische Musik zum Zuhören und Mittanzen, Mitglieder des deutsch-russischen Zentrums Gießen russische Lieder und Tänze, Schaukämpfe zeigte die Sambo-Gruppe des TV 1860 Lich, Salsaklänge brachten »Sabine und Maurice« zu Gehör, zum Mitsingen lud der Chor »TAKT A-Capella« unter Leitung von Peter Damm ein, Rock, Reggae, Punk bot schließlich die Band »Bowle«. Weiterer Höhepunkt war der Auftritt von Sängerin Nora Schmidt, die - am Keyboard begleitet von Tobias Lauber - mit Liedern, Chansons und Songs von Edith Piaf bis Herbert Grönemeyer erfreute. Die Schirmherrschaft hatte Marie Fürstin zu Solms-Hohensolms-Lich, für internationale Speisen und Getränke war gesorgt.