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Wieder internationalen Saxophon-Meisterklasse Laubach

Artikel vom 24.08.2010 - 09.00 Uhr

Wieder internationalen Saxophon-Meisterklasse Laubach

Laubach - Die 2005 ins Leben gerufene internationale Meisterklasse für klassisches Saxophon ist aus der Kultur-Region kaum mehr wegzudenken. 26 Nachwuchsmusiker aus 16 Ländern werden nun eine Woche lang von bewährten Dozenten unterrichtet.
Jan Schulte-Bunert, Christian Schmitt, Arno Bornkamp (stehend) und Vincent David an der Laubacher Barockorgel.	(Foto: jou)
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Jan Schulte-Bunert, Christian Schmitt, Arno Bornkamp (stehend) und Vincent David an der Laubacher Barockorgel. (Foto: jou)
Dass es Veranstalter Dr. Holger von Paucker geschafft hat, viele Liebhaber dauerhaft zu gewinnen, aber auch Hörer anzulocken, die dem Instrument zuvor eher skeptisch gegenüberstanden, zeigte sich am Sonntag in der evangelischen Stadtkirche beim stark besuchten Eröffnungskonzert.

Im abwechslungsreichen Programm schlugen die Dozenten Arno Bornkamp (Amsterdam), Vincent David (Paris) und Jan Schulte-Bunert (Berlin), verstärkt durch den Organisten Christian Schmitt, einen Bogen zwischen Barock und Kompositionen aus dem 20. und 21. Jahrhundert. Auffällig war zu Beginn der unterschiedliche Zugang zu Johann Sebastian Bach: Während Bornkamp in der Adagio-Einleitung und dem Vivace aus der Sinfonia BWV 76 mit einem unverkrampft-lockeren, zeitlosen Interpretationsstil aufwartete, lenkte David sein Augenmerk in der ursprünglich für das Cello komponierten Suite Nr. 2 d-Moll BWV 1008 auf belebte Dynamik, zudem auf deutlich ausgeprägte agogische Flexibilität, die mitunter manieristisch wirkte, der Allemande gar leicht improvisatorische Züge verlieh. Recht empfindsam, im Ganzen am stimmigsten trug David die Sarabande vor.

Ein lebhafter Dialog zwischen Saxophon und Orgel entwickelte sich in Martin Herchenröders Komposition »Phönix und Drache« (2007), die Schulte-Bunert und Schmitt interpretierten; die Musik strahlte mit ihrer Suggestionskraft besonderen Zauber aus. In der Chaconne f-Moll für Orgel solo von Johann Pachelbel wählte Schmitt zunächst eine dezente Registrierung; umso stärker kam die allmähliche klangliche Intensivierung zur Geltung. Einziger Kritikpunkt: Der Bewegungsfluss stockte häufig ein wenig.

Meditative Akzente setzte »Der Lobpreis der Ewigkeit Jesu« aus Olivier Messiaens »Quartett für das Ende der Zeit« (1940/41) mit der von David sehr nachdenklich intonierten Altsaxophonmelodie über der gleichmäßig pulsierenden akkordischen Orgelbegleitung. Danach führte Frank Martins »Sonata da chiesa« (1938) für Sopransax und Orgel in eine ferne, nicht minder beschauliche Klangwelt und fesselte in der klaren, atmosphärisch dichten Darbietung des Duos Bornkamp/Schmitt. Zum Schluss spielten die Saxophonisten eine Bearbeitung der Triosonate BWV 558 von Bach. Am meisten gefiel, wie gefühlvoll, fein aufeinander abgestimmt in der Tongebung das eröffnende Andante gelang. Für das Konzert spendete das Auditorium lang anhaltenden Beifall. Sascha Jouini

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Artikel vom 24.08.2010 - 09.00 Uhr
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