Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Kreis » Städte und Gemeinden » Laubach »

Laubacher Wehrführer kündigt Rücktritt an

Artikel vom 24.08.2010 - 21.55 Uhr

Laubacher Wehrführer kündigt Rücktritt an

Laubach (tb). Oliver Neeb, seit anderthalb Jahren Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Laubach, hat seinen Rückzug von diesem Amt angekündigt. Stadtbrandinspektor Michael Sussmann bestätigte den Eingang entsprechenden Schreibens, darin habe der ihm den »Rücktritt bekannt gegeben.« Neeb, dessen Vorgänger ebenfalls vorzeitig demissioniert war, begründete seinen Schritt mit mangelhafter Unterstützung - der Feuerwehren durch Laubachs Kommunalpolitik im Allgemeinen, von ihm selbst durch die Kameraden im Besonderen.
Als jüngstes Beispiel nannte er die sehr schwierige Suche nach Aktiven, um beim Bluesfestival den Brandsicherheitsdienst stellen zu können. »Eigentlich steht der Entschluss fest. Die Tür ist aber noch nicht völlig zugeschlagen«, meinte Neeb am Ende des AZ-Gesprächs. Er werde weiter seinen Dienst versehen. Der Feuerwehrmann, der in Grünberg arbeitet und auch dort der Tageseinsatzgruppe angehört, will nun die Aktivenversammlung abwarten.

Oliver Neeb hatte sich Anfang des Jahres, bei der Beilegung des heftigen Streits zwischen Feuerwehrleuten und Teilen des Stadtparlaments, hervorgetan: Im Auftrag seiner Einsatzabteilung legte er ein Fünf-Punkte-Papier, das bei einem Treffen von Vertretern von Magistrat, Fraktionen und Feuerwehren (Stadt- wie Kreisverband) angenommen wurde. So kam’s, dass die Meldeempfänger von 18 Brandschützern, die diese aus Protest gegen eine »Missachtung« der Belange der Feuerwehren (Stichworte: »SBI-Kommandowagen« / »Gerätehaus Altenhain«) zurückgegeben hatten, wieder »am Mann« waren.

Mit dem Fünf-Punkte-Plan sollten die »Irritationen« im Verhältnis zwischen Kommunalpolitik und »Floriansjüngern«, wie sie im Dezember 2009 aufgetreten waren, künftig vermieden werden. Das Papier beinhaltete Vorschläge bzw. Vereinbarungen zwischen Feuerwehr und Kommunalpolitik für eine verbesserte Zusammenarbeit, Kommunikation und Umgang miteinander. Dazu gehörte etwa, dass bei Unklarheiten beide Seiten vor Entscheidungen das Gespräch suchen, die Feuerwehr aus politischen Diskussionen herausgehalten, die Kompetenz des Wehrführerausschusses von der Politik nicht infrage gestellt wird, »beide Seiten im Vorfeld von Beratungen und Entscheidungen nicht die Presse zum Austragungsort von Auseinandersetzungen machen« und der Feuerwehr »jede (finanziell) mögliche Unterstützung zur Erledigung ihrer Aufgaben gewährt wird.«

»Um jedes Heftpflaster bitten und betteln«

Dass die Umsetzung der Vereinbarung aber nicht seinen Vorstellungen entsprach, machte Neeb gestern klar. Als Beispiel führte er etwa die Probleme bei der Beschaffung, das heißt Bewilligung selbst kleiner Anschaffungen wie Akkus für Handlampen oder Rettungsleinen an. »Für jedes Heftpflaster muss man bitten und betteln.«

Doch eben nicht nur die Rückendeckung durch die Politik/den Magistrat empfindet er als mangelhaft, sondern auch die seiner Kameraden in der Kernstadtwehr. Neeb verwies hier auf den zum Jahresende angekündigten Rückzug sowohl des Geräte-, als auch des Atemschutzgerätewartes (dass er nicht der einzige Laubacher Brandschützer in verantwortlicher Position ist, der aus Enttäuschung über die Lokalpolitiker mit dem Gedanken an eine Demission spielt, ist ein offenes Geheimnis, die Red.).



Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 24.08.2010 - 21.55 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang