Laubach (tb). Nach 36 Jahren am Laubach-Kolleg ist Rolf-Dieter Lech, seit 1990 stellvertretender Leiter des Oberstufengymnasiums der EKHN, in die Altersteilzeit verabschiedet worden. In einer Feierstunde würdigten am Mittwoch Kollegen und Vertreter der Kirchenleitung das Wirken des Mannes mit »biologischer Welt-Sicht« (Schulleiterin Ellen Reuther), mit Ecken und Kanten, in jedem Fall aber Originalität. Lechs Nachfolger wird Joachim Gut (bisher Abendgymnasium Gießen).
Direktorin Ellen Reuther und Kirchenrat Sönke Krützfeld mit dem scheidenden stellvertetenden Leiter des Kollegs, Rolf-Dieter Lech. (Foto: tb)
Weitere Personalien am Kolleg: Mit bestem Dank wurde Angelika Jordan-Schön verabschiedet, die ein halbes Jahr die Vakanz bei der Stelle des Schulpfarrers ausfüllte; als solchen hieß das Kolleg nun Winfried Schön willkommen.
Zurück zu Lech: 1947 in Kassel geboren, studierte er in Gießen Biologie, bestand 1972 das Vordiplom, um zwei Jahre darauf mit zehn Wochenstunden als Lehrer im Angestelltenverhältnis am Kolleg zu »debütieren«. Was offensichtlich die Entscheidung für den Schuldienst beförderte. Nach mehreren Vertragsverlängerungen, Erteilung der Unterichtserlaubnis verlieh Lech 1981 erstmals seinem Wunsch Ausdruck, »sein Verhältnis zur Pädagogik zu legalisieren«, wie es Schulleiterin Ellen Reuther formulierte.
Dessen Anfrage, ob das Biologie-Diplom (1976 abgelegt) nicht anzuerkennen, mit einem verkürzten Referendariat die Gleichstellung mit dem Ersten und Zweiten Staatsexamen fürs Lehramt an Gymnasien zu gewähren wäre, habe damals zwar dem hohen Bedarf in den Naturwissenschaften entsprochen. Aber, so Reuther wörtlich: »Dieser hohe Bedarf machte anderseits eine Umsetzung nicht sofort möglich.«
Also folgten zunächst Lehrerfortbildungen, Kurse, der Bewährungsaufstieg. Als »Diplombiologe im Angestelltenverhältnis« bewarb sich der heute 62-Jährige 1990 auf die Stelle des stellvertretenden Schulleiters. Mit Erfolg: Gefördert von Direktor Jörg Krüger, so weiter Reuther, sei Lech zum 1. August 1990 auf die Stelle berufen worden. Und kam nun auf besagtes »Legalisierungs-Bemühen« zurück, absolvierte in Hungen sein Referendariat in den Fächern Bio und Chemie, legte die Zweite Staatsprüfung ab, wurde 1994 zum Studiendirektor ernannt. Reuther mit einem Schmunzeln: »Eine an den ›American Dream im Vogelsberg‹ gemahnende Karriere vom vordiplomierten Biologen im Angestelltenverhältnis/Teilzeit zum Lebenszeitbeamten im Kirchendienst.«
Biologisches Interesse an Menschen fiel auf
Die Schwierigkeit, 36 Jahre Lehrertätigkeit in wenigen Worten zu würdigen, betonte die Schulleiterin. Die war 1999 ans Kolleg gekommen, verriet nun den Gästen der Feierstunde ihre ersten Eindrücke von Rolf-Dieter Lech: »Als markant fielen mir seine Liebe zu flotten, schönen Autos, seine Begeisterung für neue Medien, seine Jagdleidenschaft und sein biologisches Interesse an Menschen, menschlichen Beziehungen - gerade auch diese von Männern und Frauen - und seine ökologische Sicht der Natur auf.«