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Langzeitstudie »Ländliches Leben«: Freienseen im Fokus

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Artikel vom 23.07.2014 - 13.16 Uhr

Langzeitstudie »Ländliches Leben«: Freienseen im Fokus

Laubach (con). Seit 1952 gehört Freienseen zu den 14 Orten, deren Entwicklung im Zuge der Untersuchung »Ländliche Lebensverhältnisse« des »Thünen-Instituts« erfasst werden. Jüngste Ergebnisse wurden soeben vorgestellt. Ein Rat der Forscher vorweg: »Die Leerstandsproblematik ist dringend anzugehen«.

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Maria Meinert. (Foto: con)
Im Auftrag des Bundes erheben Mitarbeiter des Thünen-Instituts im Auftrag des Bundes alle 20 Jahre Daten, erstellen so ein langfristiges Entwicklungsbild der jeweiligen Gemeinde. Die Auswertung statistischer Daten sowie großflächige Befragungen der Bewohner sind Teil des Methodenkatalogs. Freitagabend wurden die Ergebnisse der Erhebungen aus 2012/2013 in der Mehrzweckhalle Freienseen vorgestellt. »Die Ergebnisse der Befragungen stellen eine Momentaufnahme der Bevölkerung im April 2012 dar. Deshalb kann es sein, dass die Meinungen zu den unterschiedlichen Themen sich bereits wieder geändert haben«, schickte Projektkoordinator Dr. Rolf Nolten voraus, der schon vor 20 Jahren bei der Untersuchung vor Ort mitgewirkt hat.

Weiter waren Projektleiter Dr. Heinrich Becker und Mitarbeiterin Maria Meinert (sie hat auch die Befragungen vorgenommen) von der Universität Bonn anwesend. Unter den Gästen befanden sich u.a. Bürgermeister Peter Klug, Stadtverordnetenvorsteher Joachim M. Kühn und Ortsvorsteher Hermann Hans Hermannski.

Von Windkraft-Planung überholt

Wie am Freitag zu vernehmen, ist auch in Freienseen die Bevölkerungsentwicklung negativ: Von 2002 bis 2012 sank die Einwohnerzahl um 4,6 Prozent, von 825 auf 787. Damit gehört Freienseen zu den Orten im Landkreis Gießen, die einen besonders hohen Einwohnerrückgang zu verzeichnen haben: Die Stadt Laubach verzeichnete in diesem Zeitraum einen Rückgang von gar 6,9 Prozent, der gesamte Landkreis Gießen dagegen nur um 0,9 Prozent.

Wesentlicher Gegenstand der Befragung waren sozioökonomische Aspekte: Die Situation am Arbeitsmarkt in der Region sahen 66 Prozent der Befragten eher kritisch: » gute Arbeitsplätze – Fehlanzeige«. 56 Prozent antworteten, die Unternehmen der Region zahlten zu geringe Löhne. Interessanterweise aber schätzen nur 4 Prozent ihre wirtschaftliche Lage als schlecht an, weitere 54 Prozent sogar als gut. Die weitere Entwicklung erachten dagegen wieder 57 Prozent als skeptisch, sie glauben, dass die Region auf Dauer wirtschaftlich nicht mithalten kann. Ein Thema, das auch den 725-Seelen-Ort im vorderen Vogelsberg besonders betrifft, ist der Leerstand. Besonders im Ortskern gibt es zahlreiche Häuser, die häufig aufgrund der hohen Kosten einer Sanierung unattraktiv für Käufer sind.

Keine Überraschung: Eine besonders starke Veränderung seit 2012 zeigt sich in der Auseinandersetzung um die Windkraft. Die These »Der Anblick von Windkraftanlagen stört mich nicht« beantworteten vor zwei Jahren – damals waren die Planungen für Freienseen noch im Anfangsstadium – noch 51 Prozent mit Ja, nur 21 Prozent gaben an, dass sie solche Anlagen als störend empfinden. Heute herrscht erheblicher Widerspruch vor Ort, eine Bürgerinitiative kämpft gegen den Bau des Windparks auf der Anhöhe Richtung Sellnrod.

Bevölkerungsverlust das Problem



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Artikel vom 23.07.2014 - 13.16 Uhr
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