Laubach (tie). Beststeller-Autorin Nele Neuhaus stellte in Laubach ihren Krimi "Schneewittchen muss sterben" vor.
Nele Neuhaus, Autorin des Taunus-Krimis »Schneewittchen muss sterben«, bei der Lesung im Café Göbel-Eggebrecht am Mittwochabend.
Dicht gedrängt hatten sich die Zuhörerinnen und Zuhörer der Lesung von Krimi-Überfliegerin Nele Neuhaus am Mittwochabend im Café Göbel-Eggebrecht. Im Rahmen des Krimifestivals Gießen hatte Veranstalter Uwe Lischper die Krimifans begrüßt und auf den kometenhaften Aufstieg der Wahl-Taunus-Bewohnerin Nele Neuhaus hingewiesen, die mit dem aktuellen Krimi acht Wochen die lang die Bestsellerliste des »Spiegel« anführte.
Dementsprechend groß war das Interesse an den lokal - eben im Taunus - verorteten Kriminalromanen, die keine exzessiven Gewaltbeschreibungen exponieren, sondern die Doppelgesichtigkeit ganz normaler Menschen thematisieren.
Warum Krimis? - »Jeder Mensch ist wie der Mond: er hat eine dunkle Seite, die er niemanden zeigt. Mich faszinieren nicht die menschlichen Abgründe als solche, sondern die Situationen, die sie offenbar werden lassen. Nichts macht mir mehr Vergnügen, als Geschichten zu erfinden, die den Leser fesseln, unterhalten, mitfiebern und mitleiden lassen«, so Neuhaus.
Die große Freude, die Neuhaus daraus zieht, andere Menschen mit ihren Geschichten zu fesseln, war zu jedem Zeitpunkt der Lesung zu spüren: Fast euphorisch und stets bestens unterhaltend schilderte sie, wie sie ihren literarischen Sprung nach vorn erlebt hat - abwechselnd mit Passagen aus ihrem »Schneewittchen muss sterben«.
Neuhaus wohnt in Kelkheim im Vordertaunus und arbeitet im Metzgerbetrieb ihres Manns mit, als sie im Jahr 2005 ihr erstes Buch - den Thriller »Unter Haien« - über »books on demand« veröffentlichte. »Buch und Wurst gingen sozusagen Hand in Hand«, scherzte sie. Es folgten die ersten beiden Krimis mit den Ermittlern Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff von der Kripo Hofheim, »Eine unbeliebte Frau« und »Mordsfreunde«, die der Autorin eine wachsende Fangemeinde bescherten.
Dafür tat sie allerdings selbst auch sehr viel: Sie ging zu Buchhandlungen und bot ihre Bücher an, las in kleinen Zirkeln und machte sich im Rhein-Main-Gebiet einen Namen. Später wurden die Bücher an die Buchhandlungen auch mit den Metzgereiwagen geliefert, als sie die logistische Herausforderung nicht mehr alleine stemmen konnte.