Laubach (sf). Am Sonntag findet um 14 Uhr in der Kirche Freienseen ein besonderer Tauf-Gottesdienst statt: Der »Seenbach-Dom« erhält eine Auszeichnung vom NABU.
Nistgelegenheit im Freienseener Kirchturm
Die Aktion »Lebensraum Kirchturm« wurde vom Naturschutzbund vor vier Jahren ins Leben gerufen. Turmfalken, Schleiereulen, Mauersegler und Fledermäuse leiden zunehmend an »Wohnungsnot«. Kirchtürme bieten für sie gute Nistmöglichkeiten, die leider häufig bei Sanierungen verloren gehen. In Freienseen konnten Mitglieder des NABU Laubach für die künftigen Bewohner Nisthilfen anbringen. So leistet die Kirche einen praktischen Beitrag zum Artenschutz.
In vielen Ortschaften sind verwilderte Haustauben zur Plage geworden. Eulen, Turmfalken, andere seltene Vogelarten und Fledermäuse hinterlassen ebenfalls ihre Spuren. Im Zuge von Restaurierungen werden als Schutz in manchen Kirchen die Turm- und Dachöffnungen verschlossen. Für Schleiereulen und manche Fledermausarten, die sich ganz auf diese Brutplätze eingestellt haben, kann das eine Gefahr bedeuten. Bekannt ist, dass mancher Kirchturm taubenfrei ist, seitdem dort Turmfalken brüten. Auf keinen Fall darf man auch mit den Tauben alle anderen Turmbewohner aussperren. Es lassen sich Nistmöglichkeiten für Vögel schaffen, die für Tauben nicht zugänglich sind. Alle Maßnahmen des Artenschutzes können jedoch nur erfolgreich sein, wenn auch der Lebensraum vorhanden und intakt ist. Artenschutz muss deshalb immer in Verbindung mit Biotopschutz gesehen werden.
»Um die Auszeichnung des NABU zu erhalten, sind einige Kriterien zu erfüllen«, so der Laubacher NABU-Vorsitzende Eric Fischer. Dafür, dass die ev. Gemeinde Freienseen das Anbringen der Nisthilfen erlaubt hat, ist die AG Freienseen des NABU dankbar. Derzeit »wohnen« schon ein Turmfalke, eine Schleiereule, 15 Mauersegler und zwei Fledermäuse im Turm.
Pfarrvikarin Susanne Liedtke hat mit den Kindern des Kindergottesdienstes schon eine Turmbesichtigung gemacht und dabei den Lockruf des Mauerseglers gehört. Für die Kinder war es ein ganz besonderes Erlebnis. Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft haben in Freienseen rund 120 Arbeitsstunden ehrenamtlich erbracht und sich so für den Naturschutz engagiert. Federführend dabei war Oliver Pabst. Am Sonntag wird im Gottesdienst um 14 Uhr über das Projekt berichtet. Danach wird die Ehrenplakette am Gotteshaus angebracht. Von Seiten des NABU Laubach und der AG Freienseen sowie der Gemeinde wird danach zu Kaffee und Kuchen eingeladen.( Foto: sf)