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»Gegenwind«: Windräder bei Lauter Gefahr für Trinkwasser

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Artikel vom 14.09.2014 - 21.39 Uhr

»Gegenwind«: Windräder bei Lauter Gefahr für Trinkwasser

Grünberg/Laubach (pm/tb). Der Vogelsberg ist eine bedeutende Trinkwasser-Ressource, zahlreiche Gewinnungsanlagen zeugen davon. Aus den Brunnen in der Talaue der Lauter etwa werden über drei Millionen Kubikmeter gewonnen. Die BIs »Gegenwind« warnen nun vor einer Gefahr fürs Trinkwasser, würden dort Windräder gebaut.

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Nördlich des Wasserwerks Lauter der OVAG (lila-rote Fläche, Schutzzone 1) könnten zwei Windräder (VRG 4115) errichtet werden. Flächen der Wasserschutzzone 2 sind blau markiert, der Zone 3a gelb. (pm)
© pv
Die Planungen der »iTerra Wind« GmbH, Projektierer des Interkommunalen Windparks Grünberg und Laubach (IGL), nämlich sehen den Bau zweier »Mühlen« innerhalb der Schutzzone des Wasserwerks Lauter vor. Für die Bürgerinitiativen »Gegenwind« Weickartshain und Laubach eine Gefahr für das Trinkwasser, gingen doch mit Bau wie Betrieb von Windenergieanlagen (WEA) nicht zu akzeptierende Risiken einher.

Für die BIs ist es daher auch »absolut nicht nachvollziehbar, dass das RP Gießen im aktuellen Planungsstand des Teilregionalplans Energie ausgerechnet dort ein Vorranggebiet für Windenergienutzung (VRG 4115) festgesetzt hat.« Das Unternehmen iTerra plane zwei über 200 Meter hohe Anlagen auf dieser, in puncto Trinkwasser besonders kritischen Fläche.

RP: Wird in Abwägung einbezogen

Dabei, so die BI, »gelten Windenergieanlagen nachweislich als besonders gefährlich, enthalten sie doch große Mengen wassergefährdender Stoffe und dürfen grundsätzlich in Wasserschutzgebieten nicht errichtet werden.« Während des Baus wie auch des Betriebes, bei Störungen und Schadensfällen könnten diese Stoffe ins Trinkwasser gelangen und weitreichende Umweltschäden verursachen, die eine ernste Gefahr für die Gesundheit darstellten.

Pro WEA dieser Bauart kämen so nicht weniger als 2400 Liter wassergefährdender Hydraulik-, Transformatorenöle, Kühlmittel u.a.m. zum Einsatz, die austreten und somit das Grundwasser und in der Folge das Trinkwasser verunreinigen könnten. Bei unsachgemäßem Gebrauch, bei Unfällen, Explosion, Brand oder Leckagen aufgrund der hohen hydrostatischen Drücke, durch Windwurf bei Stürmen seien die Folgen technisch oftmals kaum beherrschbar, so dass riesige Mengen wassergefährdender Stoffe in den Untergrund gelangen könnten. Unkalkulierbarer Aufwand und enorme Kosten entstünden außerdem bei der erschwerten Beseitigung der Kontamination. Laut VDI stiegen die Schäden an Windrädern kontinuierlich an.

Wie die Windparkgegner erklären, habe man bereits im Oktober 2013 das RP Gießen darauf aufmerksam gemacht, dass man Bau und Betrieb der Anlagen in der Trinkwasser-Schutzzone als ein »nicht hinnehmbares Risiko für das Grund- bzw. Trinkwasser ansieht«. Zusätzliches Gefährdungspotential resultiere aus den ungünstigen topologischen Verhältnissen: »Geplante WEA-Standorte befinden sich in steiler Hanglage zum Fassungsgebiet, welche hangabwärts obendrein nur eine sehr dünne und somit stark erosionsgefährdete Bodenauflage aufweist.«



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