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»Energiewerk Laubach« in Betrieb gegangen

Artikel vom 25.02.2010 - 20.58 Uhr

»Energiewerk Laubach« in Betrieb gegangen

Laubach (tb). Philip Graf Reuttner, seit dem Frühjahr 2008 Eigner des Furnierwerks Laubach, kündigte im Herbst des selben Jahres sozusagen eine »energetische Weichenstellung« an: Aus dem vermeintlichen Abfallholz, das bei der Produktion anfällt, bisher teilweise über Hunderte von Kilometern per Lkw zu neuen Abnehmern transportiert wurde, sollte in Bälde ein Heizwerk gespeist werden. Solcherart Nutzung von Biomasse zur CO2-neutralen Wärmeerzeugung erhielt in der Politik vollste Unterstützung. Gut anderthalb Jahre später ist gestern das Energiewerk Laubach, in das der Graf knapp drei Millionen Euro investiert hat, in Anwesenheit von knapp 200 Gästen offiziell in Betrieb gegangen.
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Landrätin Anita Schneider würdigte – wie andere Redner auch –vor allem den unternehmerischen Mut des Geschäftsführers Graf Reuttner und nicht zuletzt den Beitrag zum Klimaschutz.

Als erster Redner wandte sich Graf Reuttner an die Gäste. Sein besonderer Dank galt Energiewerk-Betriebsleiter Timo Dörr: »Ich gratuliere Ihnen zu einem außergewöhnlichen Erfolg.« Ein Lob des Achstetteners galt allen Partnerfirmen sowie Stadt- und Kreisverwaltung für gute Zusammenarbeit. »Viele reden von erneuerbarer Energie, Sie handeln«, wandte sich hiernach Laubachs Bürgermeister Peter Klug an Graf Reuttner. Im Energiewerk sah er nicht nur eine »richtungsweisende Investition«, sondern einen Beleg für Tatkraft und Zuversicht – was das eigene Unternehmen, den Standort Laubach und die Region betrifft. Klug nahm den Ball auf, lobte seinerseits die unkomplizierten Verhandlungen in Sachen »Wegenutzungsvertrag«. Der Bürgermeister: »Gute Sache für Stadt und Unternehmen« (mit dem Vertrag sichert sich die Stadt gegen Risiken aus der Sondernutzung »Leitungsverlegung« ab; eines 2009 kontrovers diskutierten Konzessionsvertrags bedarf es laut Stadt nicht, handele es sich doch bisher um eine Einzelversorgung, die Red.).

»Ökonomie und Klimaschutz vereinbar«

Als Beispiel für die »Vereinbarkeit von Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz« bezeichnete Landrätin Schneider das Energiewerk, zählte es gar zu den innovativ-sten Unternehmen der Region. Weiter: Hier werde zugleich dokumentiert, dass sich Investitionen in den Klimaschutz sehr wohl lohnen. Dass Substituierung fossiler Energieträger, das Vermindern von CO2-Emissionen, nicht nur in Berlin oder Kopenhagen, sondern auch vor Ort das Thema sind, auch das vermittele dieses Projekt. Der Landkreis fördere den Umstieg auf erneuerbare Energien, betonte Schneider unter Hinweis auf die Initiative »Bioenergie-Regionen« und 25 geplante Projekte zur Heizungsumrüstung auf Biomasse.

»War die richtige Entscheidung«

Harry Wilhelm (Ingenieurbüro Wilhelm) erinnerte an die Vorplanungen der Projektgruppe, an die anfänglich acht Varianten. Die schnelle Entscheidung Reuttners fürs Fernwärmekonzept habe sich als richtig erwiesen. Zwar sei die Anlage noch lange nicht fertig, doch Energie liefere sie schon mal, erklärte Betriebsleiter Timo Dörr. »Ich habe nicht viele Ideen, gerade was Optimierung und Logistik angeht.« Er wünsche sich, dass der Ausbau der Fernwärme voranschreite, die Vorbereitungen für weitere Kessel seien bereits getroffen, meinte Dörr und endete mit launigen Worten an die Adresse des Grafen Reuttner: »Danke, dass ich so viel Geld ausgeben durfte – aber nicht für mich!«

Sondern für eine CO2-neutrale Wärmeerzeugung: Bei der Furnierproduktion anfallendes Restholz – per anno verarbeitet die Fabrik rund 20 000 Festmeter Buchenholz – wird nun vor Ort genutzt, aus Holzhackschnitzel wird Biomasse zu Wärmeenergie.



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Artikel vom 25.02.2010 - 20.58 Uhr
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