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01.02.2010 - 12.00 Uhr
Ein »Fünf-Punkte-Plan« soll die Kommunikation verbessern
Laubach (fp). Turbulent ging es für die Feuerwehr Laubach am Jahresende zu. Nachdem einzelne Verantwortungsträger in den politischen Gremien nach Ansicht der Wehr den Stellenwert der Brandschützer nicht genügend bewerteten und finanzielle Mittel versagten, kam es zur Abgabe von 18 Meldeempfängern. Der Schutz der Bevölkerung wurde auch durch Nachbarwehren sichergestellt. Am Samstag bei der Hauptversammlung im Gerätehaus sprachen alle Redner die Hoffnung auf eine harmonischere Zusammenarbeit aus.
Stadtbrandinspektor Michael Sussmann konnte durch die Abgabe der »Piepser«, die einen Protest gegen verbale Entgleisungen darstellte, kein positives Fazit des Jahres ziehen. Mittlerweile würde ihm, auch schriftlich, der Vorwurf gemacht, die Aktion sei inszeniert gewesen. Diesem widersprach der SBI und betonte, er sei froh, dass die Melder wieder »am Mann« seien. Sussmann sprach die Hoffnung auf bessere Zusammenarbeit aus, denn die Feuerwehr wisse sehr wohl um die Finanzen der Stadt Bescheid und stelle keine überzogenen Forderungen. Der Stadtbrandinspektor betonte, nach Abzug der Kosten für Feuerwehrhäuser habe die Stadt in den letzten zehn Jahren rund 300 000 Euro für den Brandschutz investiert. Alleine die Feuerwehrvereine hätten in den vergangenen zwölf Jahren etwa den gleichen Betrag für den öffentlichen Brandschutz zur Verfügung gestellt.
Sussmann wandte sich gegen die Schließung einzelner Wehren, fehlten doch die Kräfte, wenn sie benötigt würden. Wehrführer Oliver Neeb rief nochmals den Ablauf nach der Abgabe der Meldeempfänger in Erinnerung. Die Einsatzfähigkeit war um die Hälfte gesunken und noch in der Nacht wurde die Leitstelle informiert und aufgefordert, im Einsatzfall die Nachbarwehren mit zu alarmieren. Nach einigen Gesprächen legte die Feuerwehr Anfang Januar einen Fünf-Punkte-Plan vor, der die Kommunikation zwischen Brandschützern und Politik verbessern soll. Damit sollen auch die ewigen Diskussionen um Beschaffungen beendet werden, so Neeb weiter. Dieser Plan wurde mehrheitlich angenommen.
Vorsitzender Günther Semmler stellte klar, der Vorwurf, beide Seiten seien über das Ziel hinausgeschossen, sei falsch. Die Feuerwehr habe keine Erklärung abgegeben, nur die »Piepser«. Trotzdem sei der Brandschutz gewährleistet gewesen, so Semmler weiter. Der Vorsitzende warf die Frage auf, an wen sich die Bürger in Not wenden sollten, wenn nicht an die Feuerwehr und appellierte an die Verantwortlichen: »Schaffen Sie auch in Zukunft die dafür notwendigen technischen Voraussetzungen«. Bürgermeister Peter Klug dankte den Angehörigen der Feuerwehr für die geleistete Arbeit und die finanziellen Mittel, die für den öffentlichen Brandschutz einflossen und den städtischen Haushalt entlasteten. Auch Klug sprach die Hoffnung auf eine konstruktivere Zusammenarbeit aus, denn die Einberufung einer Pflichtfeuerwehr halte er für den falschen Weg. Abschließend appellierte er an alle Laubacher, Mitglied bei der Feuerwehr zu werden. Auch der Bürgermeister trat als passives Mitglied ein.
Wehrführer Oliver Neeb blickte in seinem ersten Rechenschaftsbericht auf ein ereignisreiches Jahr für die Einsatzabteilung zurück. Von den fünf aktiven Frauen und 33 Männern wurden 99 Einsätze bewältigt. Zehn weitere Kräfte aus den Stadtteilen arbeiten in der Kernstadt und unterstützen die dortigen Kräfte tagsüber. Wie Wehrführer Neeb weiter berichtete, rückte die Einsatzabteilung zu 24 meist kleineren Bränden aus. Aber auch einige Feuer, die in die Kategorie Großbrände fallen, rief der Wehrführer in Erinnerung.
Zu den 49 technischen Hilfeleistungen zählen neben Verkehrsunfällen zum Großteil das Beseitigen von umgestürzten Bäumen und Ölspuren. Aber auch Türöffnungen und Tragehilfen für den Rettungsdienst gehörten zu den Aufgaben. Durchgeführt wurden zudem 19 Brandsicherheitsdienste. Sieben Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen runden die Statistik ab.
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