Sie sind hier: Startseite » Kreis » Städte und Gemeinden » Laubach »

»Demenzfreundliche Kommune«: Podiumsgespräch in Laubach

  Anzeige

Artikel vom 03.11.2014 - 10.38 Uhr

»Demenzfreundliche Kommune«: Podiumsgespräch in Laubach

Laubach (nab). Fünf Bewerber gibt es für das Bürgermeisteramt in Laubach. Am Sonntag haben die Kandidaten anlässlich der Kunst- und Aktionstage Demenz des Oberhessischen Diakoniezentrums und der Evangelischen Kirche in der Region dargestellt, wie sie sich eine demenzfreundliche Kommune vorstellen.

us_podium_031114
Lupe - Artikelbild vergrössern
Podiumsdiskussion zum Thema »Demenzfreundliche Kommune« mit den Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Laubach, (von links) Michael Steigerwald, Monique Schmitt, Peter Klug, Dirk Michael Hofmann und Ralf Gontrum. (Foto: nab)
© Red
»Das Thema ist eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft«, hatte zuvor Kathrin Wind, Vorstand des Oberhessischen Diakoniezentrums, in ihrer Begrüßung deutlich gemacht. Es gehe um die Qualität und das Miteinander in Laubach. Ist die Stadt auf dem Weg zu einer demenzfreundlichen Kommune? Und wer muss dabei zusammenarbeiten? Was hat sich getan, was muss sich noch tun fünf Jahre nach den ersten Kunst- und Aktionstagen Demenz.

Was hat sich bereits getan?

Die Bewerber um das Bürgermeisteramt stellten sich dabei den Fragen von Dr. Angela Stender, verantwortlich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Dekanats-AG Grünberg, Hungen und Kirchberg, sowie Doris Wirkner von der Fachstelle Gesellschaftliche Verantwortung.

Der 34-jährige Amtsinhaber Peter Klug (unabhängig, unterstützt von Freien Wählern, Grünen, BfL) sagte, dass sich in den vergangenen fünf Jahren in einigen Köpfen etwas geändert hat. »Das Thema ist gesetzt, aber noch lange nicht so, dass wir alle uns bei entsprechenden Entscheidungen daran erinnern.« Mit Blick auf das Projekt Dorfschmiede Freienseen und das Projekt »Betreutes Wohnen« im Neubaugebiet Wetterfeld machte Klug aber auch deutlich, dass sich einiges tut. Wichtig seien dabei auch Vernetzungen auf vielfältigen Ebenen wie Oberhessisches Diakoniezentrum, Kirchen, privaten Pflegediensten, Fachleuten und beispielsweise auch des Seniorenbeirats der Stadt. Für die nächsten fünf Jahre wünscht er sich eine Runden Tisch, und dass Laubach zu einem Vorreiter in Sachen Demenzausbildung wird.

Klugs 39-jährige Herausforderin Monique Schmitt (CDU, Verwaltungsangestellte aus Beuern) sieht vor allem in der Unterstützung für pflegende Angehörige Handlungsbedarf. Die Kommune habe die Aufgabe, über Angebote zu informieren. Dies könne über ein Seniorenbüro oder in Mitarbeit bei der Servicestelle Demenz, die das Oberhessische Diakoniezentrum zurzeit einrichtet, realisiert werden. »Mit großen Ausgaben ist das nicht verbunden«, sagte Schmitt mit Blick auf die finanzieller Lage der Stadt, die unter dem sogenannten Schutzschirm steht.

Mit Blick auf die Finanzen machte auch SPD-Kandidat Michael Steigerwald (41 Jahre, Politologe/Verwaltungswissenschaftler) deutlich, dass Geld nicht die wichtigste Ressource sei, um einen Bewusstseinswandel herbeizuführen. Wichtig sei die Teilhabe von Menschen mit Demenz am gesellschaftlichen Leben, ihnen Sicherheit und Klarheit zu geben, sowie durch Aufklärung für eine Enttabuisierung des Themas zu sorgen. Dies könne man durch Kampagnen und Pressearbeit, aber auch Projekte, die durch die Stadtwaldstiftung oder die Robert-Bosch-Stiftung gefördert werden, erreichen. Steigerwald regte an, eine Stabsgruppe »Familienstadt Laubach« einzurichten. »Wo wollen wir in Zukunft hin?«, sei dabei die maßgebende Frage.



Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 03.11.2014 - 10.38 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Leserkommentare
(03.11.2014 23:14)
sapperlot
Blinde reden von der Farbe ….
Wenn ich mir die Aussagen der Bürgermeister-Kandidaten ansehe, packt mich bei meist das kalte Grausen:
Herr Gontrum möchte die Betreuung Demenzkranker in die Hände von Hartz-4-Empfängern und Straftätern legen: Jeder, der mit diesen Menschen irgendwann einmal zu tun hatte, weiß, dass hier nur Hingabe, Empathie und Menschenliebe zählt; die kann man nicht anordnen.
Herr Hofmann glaubt zu wissen, dass vernünftige Demenz-Betreuung nur über Ehrenamt, nicht über die Kassen und den Staat, funktionieren kann., wobei auch Angehörige Leistungen zu erbringen haben. Das ist falsch: Menschen, die ihr ganzes Leben lang das Sozialsystem gestützt haben, haben das Recht, auch in der Demenz vom System aufgefangen zu werden.
Herr Steigerwald sagt zu dem Thema eigentlich nichts, er lässt nur Allgemeinplätze ab, wobei Sach- und Fachkenntnis fehlen.
Frau Schmitt irrt, wenn sie glaubt, dass die Unterstützung pflegender Angehöriger nur wenig kostet. Es sei denn, sie erwartet ehrenamtliche Leistungen. Die würden aber bloß die Unfähigkeit der Gesellschaft kaschieren, die Probleme des demografischen Wandels zu lösen. Ehrenamt ist nie eine adäquate Problemlösung.
Herr Klug denkt in die richtige Richtung: Es funktioniert nur solidarisch, Alle müssen sich beteiligen.Was auch er leider auslässt, sind alle Fragen nach denen, die die Belastungen durch die Demenz auch bezahlen. Hier sollte er noch etwas konsequenter auch die Solidarsysteme wie Kranken-, Pflege und Rentenkassen ansprechen. Ich ürde Klug wählen
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang