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40-Jähriger Laubacher muss wegen Missbrauchs in Haft

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Artikel vom 22.06.2012 - 17.30 Uhr

40-Jähriger Laubacher muss wegen Missbrauchs in Haft

Laubach/Gießen (sha). Man müsse schon »mächtig verrückt sein«, um das, was der Angeklagte getan habe, als Verteidigungshilfe vor sexuellen Übergriffen verstehen zu können, sagte Richter Dr. Johannes Dittrich. Paradoxerweise musste sich der 40-Jährige aus Laubach selbst genau wegen dieses Vorwurfs – sexueller Missbrauch von Kindern – am Freitag vor einem Einzelrichter des Amtsgerichts verantworten.

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Laut Anklage soll er im Spätsommer 2010 in seiner Laubacher Wohnung ein achtjähriges Mädchen gebeten haben, ihm in die Genitalien zu treten. In einer per Video aufgezeichneten Zeugenaussage hatte das Kind geäußert, dass es den Angeklagten zuvor beim Tischfußballspielen aus Versehen mit einer der Spielstangen im Genitalbereich berührt habe. Daraufhin habe der Mann geäußert, sexuell erregt zu sein und die Achtjährige zu den Tritten aufgefordert. Sie habe dies einmal gemacht, aber wohl »nicht tief genug«. Der Aufforderung, erneut zu treten, sei sie nicht nachgekommen.



Angeklagter seit 2005 »auffällig«



Staatsanwältin Yvonne Vockert sagte in ihrem Plädoyer, dass der 40-Jährige bereits seit 2005 immer wieder auffällig geworden sei, weil er sich Kindern genähert habe, um sie aufzufordern, sich züchtig zu kleiden. Allerdings glaube sie nicht an die von dem Angeklagten selbst behauptete religiöse Motivation dieser Appelle, betonte Vockert. Der Laubacher suche offenbar die Nähe von Kindern, weil ihn dies errege. Vor diesem Hintergrund sei es »grotesk und unverschämt«, dass der Mann angegeben habe, die Achtjährige habe ihn absichtlich mit der Spielstange im Genitalbereich berührt. Sie plädierte auf zehn Monate Haft ohne Bewährung, weil der Angeklagte aufgrund fehlender Einsicht eine »denkbar ungünstige Prognose« besitze.

Verteidiger Hans-Georg Frank verlangte hingegen einen Freispruch für seinen Mandanten. Die Darstellung des Angeklagten, die Achtjährige zu den Tritten aufgefordert zu haben, damit sie sich später einmal verteidigen könne, bezeichnete Frank als »ungeeignet«. Kinder aus religiöser Überzeugung heraus zu züchtiger Kleidung aufzufordern, sei aber nicht strafbar, hielt er der Staatsanwaltschaft entgegen.

Richter Dittrich verurteilte den 40-Jährigen wegen sexuellen Missbrauchs zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten. Eine Bewährung komme nicht in Frage, da der Mann sich mit seiner Tat noch gar nicht auseinandergesetzt habe.

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Artikel vom 22.06.2012 - 17.30 Uhr
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Leserkommentare
(10.07.2012 00:03)
Klinkigt
Strafe muss sein
Wer sich an kleinen Kindern sexuell vergreift oder diese auch nur sexuell anmacht muss dafür hart bestraft werden, denn die Kinder können sich selbst noch nicht schützen.
(09.07.2012 19:15)
T.R.
Gott und SEX
Warum liegen sexueller Missbrauch und Religon so dicht beisamen ?
Die Bibel sagt aus , das man seinen Mitmenschen helfen und keinen Schaden zufügen soll !
Den oben geschilderten Fall finde ich einfach nur krank !!!
Ich frage mich woher die Eltern die Kraft besitzen das sie keine Selbstjustiz ausüben .
Ich hätte in ihrem Fall ernsthafte Probleme um nicht selbst Straffällig zu werden !
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