Artikel vom
26.03.2009 - 19.12 Uhr
»Vernichtung wertvollen Ackerlandes soll verhindert werden«
Langgöns (hjp). Langgönser Landwirte haben sich eindringlich gegen die Auflage eines neuen Gewerbegebietes im Bereich »Blauenrain« entlang der Autobahn 485 zwischen Hochelheim und Langgöns ausgesprochen
. Mit einer Petition an die Mitglieder der Gemeindevertretung und an den Gemeindevorstand wollen die Bauern gegen eine Vernichtung wertvollen Ackerlandes protestieren: »Rund um den Kernort Langgöns gibt es genügend Flächen, die weniger ertragreich sind, wie gerade die rund 60 Hektar zwischen dem Gewebegebiet Perchstätten und der Landesstraße in Richtung Hochelheim,« sagte Ortslandwirt Werner Müller während einer Versammlung von 14 Landwirten.
Die Gemeinde solle erst einmal die Flächen bebauen, die vorhanden sind. Er habe kein Verständnis dafür, dass weitere Flächen versiegelt würden und zudem Landwirten einen Teil ihrer Existenzgrundlage entzogen werde. Zuvor hatte die Gemeinde Langgöns eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die aufzeigen sollte, inwieweit sich das insgesamt 63 Hektar große Gebiet in ein Gewerbegebiet umwandeln ließe.
Bisher von der Regionalplanung als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen, könne der Bereich »Blauenrain« zu Gewerbegebiet umgewidmet werden, attestierte Hendrik Christophel von der Lindener Planungsgruppe Seifert der Gemeinde. Für die notwendige Änderung des Regionalplanes könnten im Gegenzug einzelne als Gewerbeflächen ausgewiesene Bereiche rund um die Kerngemeinde Langgöns aus dem Plan herausgenommen werden. Dies sei in zwei Schritten machbar, hatte Christophel in seiner Voruntersuchung bescheinigt.
»Die Gemeinde besitzt aufgrund ihrer Lage unmittelbar an der A 485 sowie ihrer räumlichen Nähe zu Gießen, Wetzlar und Butzbach günstige Standortvoraussetzungen für die Ansiedlung von Gewerbe- und Industriebetrieben,« schreibt Christophel in seinem Gutachten. Neben den ausreichend dimensionierten bestehenden Zuwegungen könne, so der Planer, die Attraktivität des Gewerbegebietes deutlich durch einen Anschluss an die Bundesautobahn im Kreuzungsbereich zur Landesstraße 3360 deutlich gesteigert werden. Als Ausgleichsflächen schlug der Planer vor, unter anderem bisherige für die Bebauung mit Gewerbebetrieben vorgesehene Flächen westlich des bestehenden Gewerbegebietes Perchstätten II aus der Planung heraus zu nehmen. Die Untere Naturschutzbehörde, so Christophel in seiner Voruntersuchung, habe bereits ihre Zustimmung signalisiert.
»Sollte es soweit kommen,« sagte Landwirt Manfred Dern, »werden uns Bauern rund 90 Hektar besten Ackerlandes verloren gehen. Damit werden wir uns nicht abfinden.« In der Gemeinde gebe es zum Beispiel mit dem Gelände der ehemaligen Ayers-Kaserne ausreichend Gewerbegebiete, die sich nicht oder nur eingeschränkt für landwirtschaftliche Nutzung eignen würden. Bevor neue Gewerbegebiete aufgelegt werden, solle zunächst das vorhandene Potenzial ausgeschöpft werden.