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Nach Jahren der Arbeitssuche endlich am Ziel

Artikel vom 10.01.2012 - 10.28 Uhr

Nach Jahren der Arbeitssuche endlich am Ziel

Gießen/Langgöns (pm). Die öffentliche Arbeits- und Arbeitssuchendenverwaltung ist ein zähes Geschäft – auch im Gießener Land, wo sich darum die Agentur für Arbeit, also das klassische Arbeitsamt, sowie das von der Agentur und vom Landkreis betriebene Jobcenter kümmern.

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Sabine Pettway mit Angelika Maus und Bernd Wagner an ihrem Arbeitsplatz im Langgönser Heim der Schottener Reha. (pm)
Das Jobcenter finden die Hartz-IV-Empfänger aus der Stadt im alten Arbeitsamt an der Nordanlage, die aus dem ländlichen Raum im Landratsamt am Riversplatz – und jene, auf die seit 2010 der sogenannte Beschäftigungspakt »Chance 50 plus – Leistung zählt« zutrifft, in der Ludwigstraße 51 in Gießen. Bis Ende August 2011 waren von den »50 plus«-Beteiligten in Hessen 6464 langzeitarbeitslose Ältere in ein Beschäftigungsverhältnis am ersten Arbeitsmarkt vermittelt worden, darunter 1695 Mini-Jobs. Für 2010 hatte das Jobcenter Gießen nahezu 300 Vermittlungen gemeldet; die aktuellen Zahlen werden dieser Tage veröffentlicht. Ein wichtiger Aspekt neben der unmittelbaren Vermittlung ist den Akteuren die Öffentlichkeitsarbeit: Darauf hinweisend, dass es hier ein vom Bund finanziertes Sonderprogramm gibt – am besten mit dem Beschreiben betroffener Personen.

Sabine Pettway strahlt, wenn sie von ihrer Arbeit im Langgönser Wohnheim der Gemeinnützigen Schottener Reha berichtet. »Ich war schon während der Hospitation vor meiner Einstellung hier begeistert. Es hat gleich alles gut geklappt, ich habe mich sofort wohlgefühlt, und die Arbeit hier im Haus macht einfach Spaß.« Seit März vergangenen Jahres arbeitet die Langgönserin als Reinigungskraft in der Einrichtung, ist dort hauptsächlich für die Kantine und einen Teil der Wohnbereiche zuständig. Ihre Teilzeitstelle wird über einen Eingliederungszuschuss des Jobcenters gefördert.



»Die Mischung macht’s!«



Die 51-Jährige war zuvor lange Jahre arbeitslos; Berufspraxis sammelte sie damals lediglich über ihre Aushilfstätigkeit in der elterlichen Gaststätte. Allein in den letzten drei Jahren ihrer Arbeitslosigkeit habe sie mindestens 200 Bewerbungen geschrieben, für unterschiedliche Bereiche, doch alle blieben erfolglos. »Das Schlimmste für mich war, wenn noch nicht einmal eine Absage kam.« Umso mehr freute sie sich über die Gelegenheit, bei der Schottener Reha zu hospitieren.

Das Team »Chance 50 plus« ist für die Beratung und Vermittlung langzeitarbeitsloser Menschen über 50 in Stadt und Landkreis zuständig, Pettway ist dort Kundin. Ihr Fallmanager Thorsten Theiss kann sich als Mitarbeiter des Teilprojekts »impuls 50 plus« aufgrund des niedrigeren Betreuungsschlüssels intensiver und gezielter um die Projektteilnehmer kümmern. Aufgrund der Beratungsgespräche wusste er, dass Pettway nicht nur unbedingt eine Arbeit finden wollte, sondern Umgang mit Menschen gewöhnt war, die im Alltag Unterstützung benötigen. »Sie ist zwar als Reinigungskraft eingestellt, aber für die Tätigkeit im Wohnheim ist es absolut wichtig, dass man auf Menschen zugehen kann«, erläutert Theiss. Im Wohnheim am Ortsrand von Langgöns leben knapp 100 Erwachsene mit geistiger, psychischer, körperlicher oder mit Mehrfachbehinderung. Die meisten von ihnen arbeiten in der Werkstatt auf dem Gelände, einige nehmen an einem internen Tagesstrukturprogramm teil.

Angelika Maus, Einrichtungsleiterin in Langgöns, bekräftigt die Aussage des Fallmanagers: »Manche Menschen können das einfach nicht – ihre Arbeit hier zu erledigen und gleichzeitig auf die besondere Situation der Bewohner einzugehen. Und die Vorerfahrungen, die Frau Pettway mitbrachte, waren natürlich ein großer Vorteil.« Schließlich erfordere es die Arbeit, die Sabine Pettway an fünf Tagen in der Woche erledigt, dass sie die Zimmer der Bewohner betrete und säubere. »Und schon steht man mitten in der Privatsphäre der Menschen. Da ist es unerlässlich, sich nicht ausschließlich auf das Reinigen zu konzentrieren.« Maus’ Stellvertreter Bernd Wagner fügt hinzu: »Nicht nur unser Betreuungspersonal braucht in der Arbeit eine gehörige Portion Fingerspitzengefühl.«

Insgesamt arbeiten etwa 80 Personen in der Langgönser Einrichtung, sieben davon sind für die Reinigung in Wohnheim und Werkstatt zuständig, und seit gut einem halben Jahr ist Sabine Pettway eine von ihnen.



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Artikel vom 10.01.2012 - 10.28 Uhr
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