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Genossenschaften war Roundtable-Thema in Langgöns

Artikel vom 26.01.2010 - 22.10 Uhr

Genossenschaften war Roundtable-Thema in Langgöns

Langgöns (hjp). Auf Bund, Länder und Gemeinden aber auch auf die Bevölkerung kommen harte Zeiten zu: Der finanzielle Rahmen zieht sich immer enger zusammen, die monetäre Beweglichkeit geht für jeden einzelnen zurück. Bemerkbar macht sich dies nicht nur im eigenen Geldbeutel, sondern vor allem auch in den öffentlichen Kassen.
Über die Möglichkeiten der genossenschaftlichen Organisation auch von öffentlichen Belangen diskutierten auf dem Podium Bernhard
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Über die Möglichkeiten der genossenschaftlichen Organisation auch von öffentlichen Belangen diskutierten auf dem Podium Bernhard Brauner vom Genossenschaftsverband, Professor Dr. Wolfgang George, Bürgermeister Horst Röhrig, Klaus Repp, Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden und Planer Dr. Matthias Höher vom Geographischen Institut der JLU Gießen. (Foto: hjp)
Da warten Straßen manchmal jahrelang auf ihre Sanierung, sind Reparaturen an Gebäuden längst überfällig oder stehen Gebäude in öffentlichen und privaten Besitz leer und zerfallen so vor sich hin. Dabei könnte doch alles so schön sein, sagt zumindest Professor Dr. Wolfgang George vom »GenoPortal/Kooperatives Mittelhessen«. Schön und sexy, wie George während des »Bürger-Roundtables« mit dem Thema Stadtentwicklung am Montagabend im Bürgerhaus Langgöns formulierte. Seine Lösung: die Bildung von Genossenschaften. Mit ihnen könnten beispielsweise finanzielle Lücken der Kommunen aufgefangen werden.

Und das geht so: Interessierte Bürger tun sich zusammen, entwickeln eine Vision für ihre Stadt, ihre Gemeinde oder ihr Quartier, gründen eine Genossenschaft, mit der sie gemeinsam stark sind und etwas bewegen können. In Langgöns zum Beispiel. Hier sei der Ortskern zunehmend von Verödung bedroht. Ältere Menschen hätten kein Interesse mehr, ihre Hofreiten zu sanieren, sie auf einen energetisch aktuellen Stand zu bringen.

Oder die vielen Scheunen, die im sogenannten Scheunenkranz der Langgönser Kerngemeinde oftmals, wenn überhaupt, als Abstellkammer dienten, einer sinnvolleren Nutzung aber verborgen blieben, so Bürgermeister Horst Röhrig. Hier böte sich an, Genossenschaften zu bilden, die als nachbarliche Grundeigentümer das Ziel verfolgen könnten, ihr Umfeld wieder attraktiv zu gestalten. Nur drei Menschen reichten aus, um eine Genossenschaft auf die Beine zu stellen, erklärte Bernhard Brauner vom Genossenschaftsverband, der zwei Drittel aller bundesdeutschen Genossenschaften »kontrolliert«. Wichtig dabei sei das gemeinsame Ziel.

Sei es die Verbesserung des Wohnumfelds, der Erhalt ortstypischer Gebäude oder auch die Schaffung einer längst vergessenen Infrastruktur in den Ortskernen. Abseits von GmbHs, KGs oder anderen wirtschaftlichen Gesellschaftsformen böte die Genossenschaft einen finanziell ganz anderen Rahmen zum Agieren: drei Menschen, ein gemeinsames Ziel, dass von der Aufsichtsbehörde als erfolgversprechendes Konzept angesehen wird, und schon sind die Voraussetzungen da, um zum Beispiel leichter an Kredite zu kommen.

Klaus Repp (Handwerkskammer): »Gemeinsam sind wir eben stark«

Diesem Modell könnten etwa Handwerker aus verschiedenen Berufsgruppen folgen, die sich zum Ziel gemacht haben, Altbauten zu sanieren, sagt Klaus Repp, Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden. Gemeinsam sind wir eben stark, so Repp. Allerdings, so gab der mit auf dem Podium sitzende Planer Dr. Matthias Höher zu bedenken, ohne vorangegangene Überlegungen stünden solche Projekte auf nur ganz wackeligen Beinen: »Solche Projekte machen nur Sinn, wenn auch das Umfeld stimmt.«

Ortskerne, denen es an der Infrastruktur fehlen, in denen es keine Einkaufsmöglichkeiten gebe, die fernab von öffentlichen Verkehrsmitteln seien, diese Ortskerne seien nur schwerlich zu beleben. Deshalb müsse ein Gesamtkonzept her, um die Mankos der Ortskerne abzustellen. Während Höher wie auch seine Mitdiskutanten auf dem Podium eine genossenschaftliche Organisation für den richtigen Weg hält, sah dies Gudrun Müller-Mollenhauer, zuständig im Regierungspräsidium für die Dorferneuerung und als interessierte Zuhörerin im Publikum anwesend, etwas anders. »Die Form der Organisation ist zunächst zweitrangig. Erst einmal muss formuliert werden, was man überhaupt will.« Erst danach sollten sich darüber Gedanken gemacht werden, in welcher wirtschaftlichen Form dies alles geschehen soll. Und hier scheint Langgöns auf dem richtigen Weg zu sein. In den Ortsbeiräten macht man sich Gedanken, wie mit drohenden Leerständen umzugehen ist, das Bündnis »Zukunft für Langgöns« entwickelt Strategien zum Überleben in der Kerngemeinde und die Demografie-Gruppen in den einzelnen Ortsteilen erarbeiten Wege, ihr Umfeld attraktiv zu halten oder auch zu verbessern. Bislang all dies ohne etwa Genossenschaften zu bilden, immer mit finanzieller Unterstützung der Kommune. Sollte diese allerdings wie abzusehen wegen »klammer Kassen« ausbleiben, so böte sich als adäquates Mittel die Gründung einer Genossenschaft an.

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Artikel vom 26.01.2010 - 22.10 Uhr
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