Arbeitskreis »Leben nach Tschernobyl« seit seiner Gründung. Durch Hilfstransporte wurden zahlreiche wichtige Güter in die Gegend von Borispol - in der Nähe von Kiew gelegen - gebracht. 2010 zum 20-jährigen Bestehens kann Reinhard Knauf das positive Fazit ziehen, dass der Arbeitskreis der evangelischen Kirche Langgöns weitere wichtige Einrichtungen auf den Weg gebracht hat, die in der Bevölkerung gut angenommen werden. Dazu gehören eine Suppenküche und die Nähstube.
In Armut in Borispol lebende Menschen nehmen die Hilfe durch die Suppenküche wahr.
Reinhard Knauf berichtete der »Allgemeinen«, wie es in Borispol zu der Einrichtung gekommen ist, die Bedürftige über die Wintermonate (von Anfang Oktober bis Ende März) mehrmals in der Woche mit warmem Essen versorgt. Schon seit vielen Jahren habe der Langgönser Arbeitskreis immer wieder versucht, eine Suppenküche ins Leben zu rufen. Im August vergangenen Jahres weilten zwei Mitglieder des Arbeitskreises (Hedi Siebers und Reinhard Knauf) wieder einmal in Borispol, um verschiedene Einrichtungen, die vom Arbeitskreis betreut werden, zu besuchen. Bei der Gelegenheit machten Siebers und Knauf auch in einer dortigen Berufsschule, in der die Nähstube des AK untergebracht ist, Station.
Man kam mit der Schulleiterin ins Gespräch, die berichtete, dass bei ihr auch Küchenhilfen ausgebildet werden, also eine große Küche zur Verfügung steht. Die nächste Frage kam zwangsläufig: »Könntet Ihr dann nicht auch Essen für Arme . . . ?« »Können wir, wenn die Mittel zur Verfügung stehen.« »Die Suppenküche war mit einem Male der Realisierung ein ganzes Stück näher«, so Reinhard Kauf.
Natascha Logatschowa, die Leiterin der Partner-Organisation des Langgönser Arbeitskreises in Borispol, fasst ihre Eindrücke in einem Brief zusammen: »Wir haben unsere Pläne mit Aushängen und Aufrufen über das Stadtradio in Borispol bekanntgemacht. Die Resonanz war überwältigend. Wir verteilten das Essen an einem bestimmten Platz, brachten viele Mahlzeiten aber auch zu den Menschen, die nicht selbst kommen konnten, nach Hause. Wegen der Schweinegrippe war es schwer, die Menschen in der Stadt zu versammeln. Wir hatten von Anfang an immer mehr als 100 Personen pro Mahlzeit.«
Wie sie dem Arbeitskreis weiter schreibt, sei im Dezember der Andrang wegen der starken Kälte noch einmal stärker geworden. Es gebe Menschen in Borispol, die am Tag mit 2, 3 Griwna (ca. 40 Cent!) auskommen müssen. Für sie bedeute eine warme Mahlzeit etwas, was man nicht für selbstverständlich nehme.