Für diese Zeit kann der Arbeitskreis eine stolze Bilanz ziehen, »unzählige« Hilfsaktionen wurden für Menschen organisiert, die von der Reaktorkatastrophe in der Ukraine betroffen waren, bis heute sind. Diese stolze Bilanz der Hilfe feierten am Samstag – zum Höhepunkt der Jubiläums-Veranstaltungen – rund 1500 Besucher bei einem Konzert mit der »Tom Pfeiffer Band« und Gerhard Schmied alias »Schmied Loaf«.
In gewohnter Manier brachte Tom Pfeiffer zusammen mit seiner Band das Publikum zum Kochen, brauchte keinen großen Vorlauf, um Stimmung auf den sonst als Verladeplatz von Getreide und Düngemittel genutzten Platz des Landhandels Weil zu bringen. Fast drei Stunden lang heizten Pfeiffer & Co. den Jubiläumsgästen ein, bis endlich »Schmied Loaf« zusammen mit Partnerin Jasmin Ferrera Carretas und Band sein »Tribute« auf »Meat Loaf« beginnen konnte. Da war es schon rund 23 Uhr und immer noch war der Platz vor der verhältnismäßig großen Bühne voll. »Es hat uns überrascht, dass so viele Menschen gekommen sind, um die beiden Bands zu hören und zu sehen«, sagte Gerhard Keller vom Arbeitskreis »Leben nach Tschernobyl«. Die Mühe vor allem der AK-Mitglieder Wolfgang Heußner, Gerd Boller, Eberhard Klein, Christel Rohm, Thomas Halblaub, Wolfgang Heußler und Harald Benedikt hatte sich gelohnt.
Unterstützung durch örtliche Vereine
Nicht zuletzt zahlte sich auch die Werbung durch die beiden Bands aus, die während ihrer Auftritte zuvor immer wieder auf die musikalische Jubiläumsfeier des Arbeitskreises »Leben nach Tschernobyl« in Langgöns hingewiesen hatten. Unterstützung bekam der auch von ortsansässigen Vereinen.
Sowohl die Handball- und auch Fußballabteilung des TSV Langgöns als auch Mitglieder des Gesangvereins »Frohsinn« packten während der Veranstaltung kräftig mit an. Nicht zu vergessen Ewald Weil vom Landhandel Weil, der den gesamten Samstag noch die der Freifläche geräumt, unablässig Waren hin und her transportierte hatte. Am Abend dann war er genau so überglücklich wie alle anderen Akteure und Organisatoren: »Eigentlich eignet sich unsere Fläche ideal für solcherart Veranstaltungen. So was könnte man durchaus wiederholen«, sagte Weil. Dann allerdings ohne den samstäglichen Anlass: Seit nunmehr mehr als 20 Jahren organisiert der Arbeitskreis »Leben nach Tschernobyl« Hilfslieferungen ins ukrainische Borispol.
Hilfsgüter für mehr als zehn Millionen Euro nach Borispol
Mit Waren im Wert von mehr als zehn Millionen Euro wurde in der von der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl arg gebeutelten Region geholfen. Dort sterben noch immer Menschen an den Folgen des Super-GAU. Mit den Sach- und Geldspenden konnte in dieser Zeit etwa das Krankenhaus besser ausgestattet werden, eine Kleiderkammer eingerichtet, eine Suppenküche aufgebaut und ein Ausbildungsprojekt für Frauen auf die Beine gestellt werden.