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Sanierung der Grundschule Atzbach wird teurer als erwartet

Artikel vom 20.08.2010 - 00.15 Uhr

Sanierung der Grundschule Atzbach wird teurer als erwartet

Wettenberg/Lahnau (so). Als die Grundschule Atzbach am Mittwoch die Erstklässler begrüßte, da geschah dies in Krofdorf an der Burgstraße. Seit Februar nutzt die Atzbacher Schulgemeinde dort die einstige Volksschule in unmittelbare Nachbarschaft der Krofdorf-Gleiberger Grundschule. Und das wird voraussichtlich auch noch eine ganze Weile so bleiben. Denn die im Winter konstatierten Schäden am alten Atzbacher Amtshof, seit vielen Jahren Grundschule des Dorfes, sind groß.
Das Gebäude ist verwaist: Da die Sanierung des Amtshofes voraussichtlich viel teurer wird als erwartet, ist unklar, wie es weite
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Das Gebäude ist verwaist: Da die Sanierung des Amtshofes voraussichtlich viel teurer wird als erwartet, ist unklar, wie es weitergeht und wann die Grundschule nach Atzbach zurückkehrt. (Foto: so)
Das Sanieren des Atzbacher Schulhauses wird voraussichtlich viel aufwendiger - und damit teurer - als ursprünglich gedacht. Seit dieser Woche liegt ein umfängliches Gutachten auf dem Tisch, dessen Befund den Verantwortlichen kurzzeitig die Sprache verschlagen haben dürfte. Demzufolge werden 2,9 Millionen Euro benötigt, um das denkmalgeschützte Gebäude wieder herzurichten - Geld, das der Lahn-Dill-Kreis als Schulträger derzeit nicht hat. Jetzt muss geprüft werden, was zu tun ist.

Im Winter waren bei einer Routine-Untersuchung Schäden im Dachgebälk des mehr als 250 Jahre alten Hauses festgestellt worden. Und um keinerlei Risiko einzugehen, wurde das Gebäude quasi binnen einer Woche geräumt und die Krofdorfer Volksschule vom Kreis Gießen erst einmal für sechs Monate angemietet. Denn dieses Gebäude stand leer, nachdem die Georg-Kerschensteiner-Schule nach Biebertal in die dort verwaiste Gesamtschule umgezogen war. Die rund 100 Schüler kommen täglich mit zwei Omnibussen aus ihrem Heimatdorf in die alte Krofdorfer Volksschule.

Die vergangene Monate wurden für grundlegende Untersuchungen der gesamten Bausubstanz des alten Amtshofes genutzt, legte Schuldezernent Roland Wegricht gestern auf Anfrage dar. Anfang dieser Woche hat das damit beauftragte Frankfurter Ingenieurbüro sein Gutachten vorgelegt. Das bestätigt, was hinter vorgehaltener Hand in den vergangenen Wochen immer wieder befürchtet worden war: Nicht nur im Dachgebälk sind Schädlingsbefall und Fäulnis durch Nässe zu konstatieren, sondern auch in den Deckenbalken. Die beigefügte Kostenschätzung für eine Sanierung weist 2,9 Millionen Euro aus.

Geld, das derzeit nicht zur Verfügung steht. Der Lahn-Dill-Kreis hat für die Sanierung in Atzbach ursprünglich 1,5 Millionen Euro im Etat 2010 bereitgestellt, nachdem die ersten Schäden sichtbar wurden. Wie mit der - angesichts fast der doppelten Summe - nun neuen Situation umzugehen ist, muss jetzt geklärt werden. Wegricht hat am Mittwoch Schulleiter Wolfgang Dinter informiert sowie Standort-Bürgermeister Eckhard Schultz.

Die Einschätzung des Dezernenten: »Wenn wir beim Thema Sanierung bleiben, dann haben wir in Fragen der Finanzierung einen langen und schwierigen Weg vor uns«. Denn auch er weiß um die Forderungen des Regierungspräsidiums als Aufsichtsbehörde, angesichts leerer öffentlicher Kassen vor Ausgaben für Baumaßnahmen erst einmal das Aktivieren von anderen leerstehenden Gebäuden zu prüfen.

Bis zum Spätsommer, jedenfalls vor den Herbstferien, so Wegrichts Vorstellung, soll mit allen Beteiligten das weitere Vorgehen im »Amthof« abgestimmt sein.



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Artikel vom 20.08.2010 - 00.15 Uhr
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