Lahnau (tr). Auch am zweiten Tag nach dem Brand am frühen Mittwochmorgen können es die Mitglieder des SC Waldgirmes immer noch nicht fassen, dass ihr Sportheim ein Raub der Flammen wurde.
Vorstandsmitglied Oswald Scherer in einem ausgebrannten Umkleideraum. (Foto: tr)
So kamen aucham Donnerstag viele, um sich die Brandstelle anzusehen - so auch Vorstandsmitglied Oswald Scherer. Das Feuer, so Scherer, sei an mehreren Stellen gelegt worden: Im Vorstandszimmer im Hochparterre und auch in den Umkleideräumen im Kellergeschoss. Sowohl im Vorstandszimmer als auch in der Umkleide und in der Dusche haben die Flammen alles vernichtet, denn vom Inventar blieb nichts mehr übrig. Im großen Vereinsraum war eine Fahne angezündet worden, die aber schwer entflammbar war. Trotzdem ist der ganze Raum samt Inventar nicht mehr zu nutzen. Entsetzen bei den Mitgliedern des Vereins, dessen Mannschaft in der Hessenliga kickt.
Auch der Gebäudeschaden ist enorm, die Wände zeigen große Risse und der komplette Ringanker ist durch die Hitze ebenso beschädigt worden wie das gesamte Dach. Scherer befürchtet, dass hier nur noch ein Komplettabriss infrage kommt. Am Donnerstag war ein Vertreter der Versicherung vor Ort; in den nächsten Tagen soll nach Beratung mit Fachleuten entschieden werden, ob etwas zu retten ist und was nicht.
Besonders ärgerlich sei, so das Vorstandsmitglied, dass die Renovierung des Sportheims, in die vom Verein rund 100 000 Euro investiert wurden, gerade erst abgeschlossen wurde. Da haben die Mitglieder über 2000 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet. Jetzt ist die Kasse leer - und man stehe »vor dem Nichts«, wird Wolfgang Schmidt, der Vorsitzende des SC Waldgirmes, zitiert. Schlimmer noch als der reine Gebäudeschaden seien die Dinge von ideellem Wert, die unwiederbringlich vernichtet wurden: Urkunden und Pokale etwa. Hinzu kommt, dass etliches an Vereinsunterlagen vernichtet wurde. Es bleibt noch die Frage wie und wann der Trainings- und Spielbetrieb geregelt werden kann, der im Februar wieder beginnt. Der Verein muss sich um einen Ersatz bemühen; sicherlich keine einfache Aufgabe, so Scherer.
Die Polizei konnte am Donnerstag keine neuen Ermittlungserkenntnisse mitteilen - gesucht werden Zeugen: Tel. 0 64 41/9 18-0.