Realistische Großübung bei der Firma Brückmann in Dorlar
Lahnau (agr). Verzweifelte Personen auf dem Dach, starke Rauchentwicklung im Gebäude, in dem mehrere Mitarbeiter vermutet wurden – erschwerte Bedingungen für die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Lahnau., die dort den Ernstfall trainierten.
Auch der Sprung vom Dach wurde geprobt – allerdings mit einer Puppe (Foto: agr)
Bei der Firma Brückmann in Dorlar brannte es am Mittwoch nicht nur, sondern zudem war es zu einer Verpuffung im Lackierraum gekommen. Dies war zumindest das Szenario, dass sich die Wehrführer Andrea Weber (Dorlar), Jörg Wiegandt (Atzbach) und Dirk Scherer (Waldgirmes), ausgedacht hatten, denn es handelte sich um eine Übung, bei der die Fähigkeiten der Einsatzkräfte unter realen Bedingungen getestet und trainiert werden sollten.
Die Rauchentwicklung, von den Feuerwehren künstlich im Untergeschoss und im Treppenhaus erzeugt, verlangte den Einsatz von schwerem Atemgerät. Die Belastung durch die Ausrüstung, die mit der entsprechenden Schutzkleidung bis zu 30 Kilogramm wiegen kann, wurde noch durch das schwül-warme Wetter erschwert. Nach maximal 25 Minuten Einsatz, die den Feuerwehrleuten zum Teil alles abverlangten, mussten diese deshalb durch andere Einsatzkräfte abgelöst werden. Zwölf Einsatzkräfte trainierten so den Einsatz mit Atemschutzgerät. Dabei ging es nicht nur darum, das Gebäude innen zu sichern, sondern es sollten auch im dichten Rauch die vermissten Personen gefunden werden. Dies ging bei minimaler Sicht teilweise nur kriechend und tastend. Zusätzlich mussten außerdem die Löschschläuche ins Gebäude gebracht und verlegt werden. Auch deshalb wurde versucht, das Treppenhaus mit technischen Mitteln zu »entrauchen«. Vom Dach wurden mehrere Personen über eine Feuerwehrleiter gerettet, dramatisch wurde der Sturz (einer Puppe) vom Dach in ein Sprungkissen inszeniert. »Verletzte« wurden vor Ort erstversorgt. Insgesamt waren mehr als 40 Einsatzkräfte vor Ort aktiv.
Training unter realen Bedingungen
Nach der Übung dankte Andrea Weber den Geschäftsführern von Brückmann Elektronik, Hans-Martin und Oliver Brückmann, dass sie ein solches Training unter realen Bedingungen ermöglicht hatten. Auch die Statistinnen, allesamt Mitarbeiterinnen der Firma Brückmann, die sich als »Opfer« zur Verfügung gestellt hatten, wurden gelobt, denn sie mussten teilweise im dichten Rauch auf ihre »Rettung« warten. Insgesamt zeigten sich die Wehrführer mit den Ergebnissen der Übung recht zufrieden.