Ende der »Ära Köger« naht in der Gemeindeverwaltung von Lahnau
Lahnau (agr). »Neuwahl eines Schriftführers der Gemeindevertretung« - dieser auf den ersten Blick recht unscheinbare Tagesordnungspunkt war es, der für Emotionen im Lahnauer Parlament am Donnerstagabend im Bürgerhaus Dorlar sorgte.
Bürgermeister Eckhard Schultz und der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Manfred Jung, danken Klaus Köger (Foto: agr)
Denn durch das Ausscheiden des bisherigen Schriftführers Klaus Köger, der sich in wenigen Wochen in die Altersteilzeit verabschieden wird, geht eine Ära zu Ende. Seine Nachfolge als Schriftführer der Gemeinde tritt Sozialamtsleiter Alfred Sigl an.40 Jahre lang hatte Köger wechselnde Parlamentarier als Schriftführer begleitet, während er für alle die Konstante blieb. Eine Arbeit, die vor allem dann, wenn die Meinungen hart aufeinander geprallt waren, nicht immer einfach war, konstatierte der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Manfred Jung (SPD). Umso größeren Respekt nötigte es ihm ab, dass Köger die Inhalte stets neutral und korrekt wiedergegeben hatte. Auf diese Weise und durch seine schier unerschöpfliche Geduld, wenn er sowohl Politikern als auch interessierten Bürgern ihre Fragen beantwortete, hat er sich den Respekt aller Parteien erworben. »Du hast Dich dann etwas vorgebeugt, deine Arme auf den Tisch gelegt, die Hände ineinander gefaltet, den Kopf etwas nach unten gesenkt und einfach noch mal von vorne angefangen«, beschrieb Brigitte Sauter-Hill, Fraktionsvorsitzende der Grünen, zur Erheiterung Kögers wie auch der Parlamentarier eine oft erlebte Situation. Denn niemand kannte die Verwaltung in ihrer gesamten Organisation besser als Köger, und niemand war versierter in Fragen der kommunalen Finanzen. Sauter-Hill dankte dem scheidenden Büroleiter in einer launigen und gleichzeitig auch liebevollen Rede im Namen aller Gemeindevertreter für seinen jahrzehntelangen Einsatz. »Gemeinde und Gemeindevertretung Lahnau ohne Klaus Köger, gab’s bisher nicht«, fasste sie zusammen, »daran müssen wir uns erst mal gewöhnen«. Zum Abschied ein Geschenk aller Parlamentarier: Ein Urlaub in Garmisch.