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Der Natur ausgesetzt: Florian Hill auf dem Gipfel

Artikel vom 23.07.2011 - 19.16 Uhr

Der Natur ausgesetzt: Florian Hill auf dem Gipfel

Gießen/Lahnau (süd). »Es gibt Momente, wo ich reflektiere, ob die Risiken im Gleichgewicht stehen mit dem, was ich mitnehmen kann.« Extrembergsteiger Florian Hill, 27 Jahre alt und in Lahnau aufgewachsen, ist ein fröhlicher Mensch. Aber als er von seiner jüngsten Expedition durch Alaska erzählt, wird er immer wieder nachdenklich.

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Geschafft: Florian Hill hat den Gipfel des Taku-D-Peak erklommen und genießt von dort oben eine fantastische Weitsicht.
Denn immerhin hat er Ende Mai einen Gipfel erklommen, an dem kurz zuvor zwei Menschen umgekommen waren. Expeditionen, wie er sie unternimmt, seien »hochgradiger emotionaler und physischer Stress«, bekennt der 27-Jährige, der inzwischen im Ötztal in Tirol wohnt, im Gespräch mit der Gießener Allgemeinen Zeitung.

Die Gefahren blendete er nicht aus, als er von seiner Expedition durch das Juneau-Eisfeld erzählte. Aber eigentlich ging es ihm darum, von seinen Abenteuern zu berichten, von den gewaltigen Eindrücken und vielen Glücksmomenten, die er daraus zieht. Von seiner mehrwöchigen Tour (April bis Juli) hatte er zuvor bereits in einem Reisetagebuch berichtet.

»Die Königsdisziplin«

Seine Motivation - und die anderer Extrembergsteiger - sei es, als erster Mensch eine bestimmte Route zu einem Gipfel zu begehen, »das ist die Königsdisziplin«. Jetz war er in Alaska, in einem der klimatisch extremsten Länder. Unterweg war Hill zusammen mit dem Österreicher Max Kirchgassner »by fair means«, wie er sagte. Das heißt, mit fairen Mitteln, ohne technische Hilfsmittel oder Sicherheitsnetze, ohne Satellitentelefon, ohne abrufbereiten Hubschrauber für den Notfall. »Es ist eine elementare Erfahrung, der Natur hilflos ausgesetzt zu sein.« Wo diese Grenzerfahrung anfange, da höre die Show auf, erzählte der 27-Jährige.

Das Juneau-Eisfeld gilt als größte nicht-polare Eisfläche der Erde und liegt im Grenzgebiet zwischen Alaska und Kanada. Und was macht diese etwa 4000 Quadratkilometer große Gegend so attraktiv für einen Extrembergsteiger ? Die Antwort von Hill ist einfach. »Jede Menge unbestiegene Routen.«

Auf Skiern und mit Schlitten, die sie selbst zogen, waren Hill und Kirchgassner unterwegs. Um zum Gipfel Taku-D-Peak zu kommen, mussten sie zunächst einen Regenwald und dann das Eisfeld durchqueren, Ausgangspunkt war Juneau, die Hauptstadt Alaskas. 90 Kilogramm Gepäck hatten sie zu transportieren: Brennstoff, Kletterequipment, Essen, Kleidung. Und was isst man in der eisigen Kälte? Gefriergetrocknete Nahrung, die mit heißem Wasser aufgegossen wird, vor allem Reis- und Pastagerichte. Das Wasser, auch das zum Trinken, gewinnt man, indem es geschmolzen wird. Es dauert stundenlang, alle Trinkflaschen und Teekanne voll zu bekommen.



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Artikel vom 23.07.2011 - 19.16 Uhr
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