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Atzbacher Narren frönten der Römerzeit

Artikel vom 15.02.2010 - 14.00 Uhr

Atzbacher Narren frönten der Römerzeit

Lahnau (ucs). »Die Römerzeiten sind vorbei, in Atzbach herrscht die Narretei«: Das hätte Kaiser Augustus auch haben können, wären die Römer nicht aus Waldgirmes abgezogen
»Römer« J. Neiss
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»Römer« J. Neiss
. Der Atzbacher Carnevalverein 1975 (ACV) hatte auf seiner Prunksitzung am Samstag im Bürgerhaus Atzbach nämlich die Gießener Tollitäten Heiko II. und Christine II. zu Besuch, die auch das Artilleriekorps des Prinzen mitgebracht hatten. 200 Besucher waren zur Huldigung des Prinzenpaares gekommen, darunter Römerinnen, Pharaonen, Clowns und gar ein VoPo (Volkspolizist). Mit schmucken Narrenkappen hatte das Parlament des Narrenrates, der Elferrat, unter der Leitung von Sitzungspräsident Michael Wagner das Prinzenpaar der Gießener Fassenachts-Vereinigung willkommen geheißen. Ihre Lieblichkeit bekannte dann auch, dass sie eigentlich aus Lahnau stamme. Die Artillerie war mit ihrem Tanz ein hervorragender Auftakt und Stimmungsmacher, wenn auch die niedrige Decke der Bühne zuweilen im Weg war. Die ACV Bambinis folgten mit ihrem Tanz »Halloween« und durften gleich eine Zugabe machen. Als Abordnung der Römer kam aus Waldgirmes Jochen Neiss, der zweite Vorsitzende des Vereins. Viel Humorvolles wusste der römische Gesandte zu berichten, vom RMV, dem Römisch-Mailändischen Verkehrsverbund etwa. Für Präfektus (Bürgermeister) Eckhard Schultz forderte er, den »Schultzpfennig« einzuführen, das Hallenbad Waldgirmes wollte er in Römertherme umbenennen, den Elferrat bezeichnete er als Möchtegern-Gladiatoren. Das alte Rom lebte wieder auf. Doch das Motto »Die Römerzeiten sind vorbei, in Atzbach herrscht die Narretei« galt. Gar zweimal mit Büttenreden war Jörg Velte vertreten. Der »Vereinsmeier« und »Ortschronist« wusste mit gewaltiger Stimme Kurioses bis hin zur Bundespolitik zu berichten. Die ACV-Garde begeisterte mit zwei lebhaften Tänzen, mit dem »Marsch« und dem Showtanz »Amadeus«. Zwischendurch kündigte Michael Wagner eine 16-minütige Raucherpause an, Motto: »Lunge komm bald wieder«. Das Putzkommando des Vereins wirbelte sodann durch die Reihen, tanzte auf Tischen, bevor die »Schweißboys« als »Village People« nach »YMCA« ihren Tanz (Liegestütz inklusive) hinlegten. Christopher Eiselt trat in Doppelfunktion auf: als Eheberaterin Heide Witzka, die mit Ehemann Otto »pro femina« und »pro domino« Frauen und Männer beriet. Gar nicht so einfach, von Stuhl zu Stuhl zu hetzen und zwei Rollen gleichzeitig zu spielen, aber nach den Ratschlägen war jedem klar, dass »Lebensgefährte« Lebensgefahr bedeuten müsse. Die »Lollipops erinnerten« mit dem Tanz »Thriller« noch einmal an Michael Jackson.

Die »Viktoria Combo« aus Schöffengrund gestaltete den musikalischen Rahmen der Prunksitzung. (Fotos: ucs)

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