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Workshop für Lernbehinderte über Bonsai

Artikel vom 08.02.2012 - 19.08 Uhr

Workshop für Lernbehinderte über Bonsai

Karben (pm). Gemeinsam etwas ganz Neues zu lernen macht Spaß – diese Erfahrung machten 14 Gärtner- und Floristikauszubildende mit Lernbehinderung, psychischer Erkrankung und Autismus zusammen mit ihren Ausbilder/innen bei einem Bonsai Workshop im Berufsbildungswerk Südhessen (Bbw) .

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Die Auszubildenden des Bbw, die am Workshop teilgenommen haben, mit Bbw-Bereichsleiterin Ulla Duchardt (hinten, 3. v. l.) und Workshopleiterin Ulrike Rodenbüsch (4. v. l.) präsentieren ihre Bonsais. (Foto: pv)
Angeleitet von der Bonsai-Expertin Ulrike Rodenbüsch erfuhren die angehenden Fachkräfte ebenso wie die erfahrenen Bbw-Ausbildern, wie man Bonsais gestaltet und pflegt. Die Ergebnisse haben sie jetzt präsentiert.

Bonsai – übersetzt »Baum auf einem Tablett« – ist ein Baum oder Strauch, ästhetisch durchgeformt in einer dazu passenden Schale. Er ist keine spezielle Züchtung, sondern kann grundsätzlich aus jeder verholzenden, langlebigen Pflanze gestaltet werden. Die Kunst besteht darin, einen Baum klein zu halten und ihn gleichzeitig naturnah zu formen. Diese komplexe asiatische Gartenkunst Bbw-Auszubildenden mit Lernbehinderung und Autismus genauso wie ihren Ausbilder/innen nahe zu bringen, war eine Herausforderung, der sich Ulrike Rodenbüsch, Pädagogin und freiberufliche Bonsaiexpertin, gern stellte.

»Schön war zu beobachten, wie das Peer-Group-Lernen untereinander, voneinander und miteinander in dieser Gruppe mit so unterschiedlichen Voraussetzungen wunderbar funktioniert hat«, so Rodenbüsch. Gerade für die autistischen Jugendlichen stellte es eine besondere Lernchance dar, mit den anderen in Kontakt zu treten und sich auseinander zu setzen. »Ausbilder/innen und Teilnehmer/innen zusammen als Lernende – wir erleben immer wieder, dass dieses gemeinsame Erarbeiten neuer Inhalte etwas besonders Motivierendes für die Jugendlichen ist«, erklärt Bbw-Bereichsleiterin für die Grünen Berufe, Ulla Duchardt. »Und für uns als Ausbilder ist es auch eine tolle Erfahrung.«

Positive Grundlage für den Erfolg der Projektarbeit mit den kleinen Bäumen war ein von Rodenbüsch erstelltes, anregendes Lernsetting. Verschiedene Lernsituationen, Methoden und Lernorte, auch Exkursionen in den Wald und in ein Bonsaizentrum, bildeten den abwechslungsreichen und motivierenden Rahmen. So fand umfassendes, ganzheitliches Lernen statt. »Ganz wichtig war es, die Teilnehmer des Workshops an jeder Stelle des Lernprozesses aktiv einzubeziehen und immer wieder Feedback-Möglichkeiten einzuplanen. So konnten wir individuell überprüfen, was jede/r Einzelne schon konnte und welcher Unterstützungsbedarf bestand«, betont die Projektleiterin.

»Es war total abwechslungsreich und ich habe viel gelernt, auch wenn es manchmal schwierig war – es hat richtig Spaß gemacht«, erzählt die Auszubildende Jessica Ries ganz begeistert. Die erfolgreiche Teilnahme an dem Projekt und die damit erworbenen fachliche Zusatzqualifikation wurde mit einem Zertifikat bescheinigt. »Es ist uns ein Anliegen, den Auszubildenden über den Ausbildungsrahmenplan hinaus Möglichkeiten zu eröffnen, sich weiter zu qualifizieren und Neues zu entdecken«, sagt Ausbildungsleiter Ralf Heiß. »Und es hat sich gezeigt, dass diese Art der Workshoparbeit mit ihrem ganzheitlichem Konzept nicht in erster Linie das Thema Bonsai erfolgreich bearbeitet, sondern allen Teilnehmer/innen ganz neue, positive Lernerfahrungen geboten hat. Und das war das Ziel bei diesem Projekt.«

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