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Kirchengemeinde St. Michaelis feiert mit zahlreichen Besuchern

Artikel vom 08.09.2010 - 11.00 Uhr

Kirchengemeinde St. Michaelis feiert mit zahlreichen Besuchern

Karben (dit). Glockenführungen fanden statt, ein Chor musizierte, eine Glockengirlande säumte den Weg von der Kirche zum Kirchgarten. Unter dem Motto »Wir hängen es an die große Glocke« feierte die evangelische Kirchengemeinde St. Michaelis in Klein-Karben am Sonntag ihr 25. Gemeindefest.
Die Gruppe »Querbänx« bietet musikalische Unterhaltung.
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Die Gruppe »Querbänx« bietet musikalische Unterhaltung.
Die Veranstaltung, die Pfarrer Werner Giesler einst ins Leben rief, »weil das gemeinsame Feiern von Festen zum Gemeindeleben dazugehört«, erfreute sich auch nach einem Vierteljahrhundert großer Beliebtheit.

Zum vormittäglichen Familiengottesdienst fanden sich zahlreiche Gemeindemitglieder aller Altersgruppen in der über 800 Jahre alten Kirche ein. Bereits in dem vom Kirchenchor mitgestalteten Gottesdienst, während dessen die neuen Konfirmanden vorgestellt und eingeführt wurden, standen Glocken im Mittelpunkt. Von deren Ursprung und Bedeutung erzählte eine Jugendgruppe der Kirchengemeinde in szenischen Darstellungen. Die Anwesenden erfuhren, dass in früheren Zeiten die Glocken den Menschen sowohl zeitlich, als auch geografisch Orientierung boten. So hätten zum Beispiel Menschen, die noch nach Einbruch der Dunkelheit unterwegs waren, vom Klang der Glocken her die Wegrichtung in ein Dorf besser finden konnten. Die Jugendlichen berichteten, dass Glocken zu bestimmten Tageszeiten, so zum Beispiel zur Mittagsstunde, läuteten und auch heute noch läuten. Sie erklärten unter anderem, dass es so genannte Arme-Sünder-Glocken und Bier-Glocken gab. In seiner Predigt verdeutlichte Pfarrer Giesler unter Bezug auf die Bergpredigt, dass den Menschen viele Fähigkeiten inne wohnen und dass es keinen Grund gibt, diese Stärken zu verbergen. Der Aufforderung des Pfarrers, die eigenen Begabungen auf Glocken aus Tonpapier zu notieren, folgten viele Gottesdienstbesucher. Aufgereiht auf eine Schnur wiesen die auf buntem Papier niedergeschrieben Talente anschließend den Weg zur Kirchwiese, auf der ein fröhliches Fest gefeiert wurde. Unter dem grünen Blätterdach der Bäume und im Gemeindesaal füllten sich Tische und Bänke. Grillspeisen und Erfrischungsgetränke, Kaffee und Kuchen fanden ihre Abnehmer.

Lieder auf der Drehorgel

Helga Nadler bot mit Produkten aus dem Eine-Welt-Laden Waren zu fairen Preisen an. Kinder fanden Kurzweil beim Spielen, Basteln und Malen. Glocken-Mobiles wurden hergestellt. Am Stand des NABU wurden Nistkästen gefertigt. Kleine und große Gäste signierten eine Glocke aus Ton, die an das 25. Gemeindefest erinnern wird. Einen Rückblick auf vorangegangene Gemeindefeste boten im Gemeindesaal ausgestellte Fotos. Anhand eines Albums und einiger Gemeindebriefen führte Rainer Züsch Interessierte zurück in vergangene Jahre. Arnold Faller spielte, wie in den Jahren zuvor, auf seiner Drehorgel altbekannte Lieder. In den Nachmittagsstunden sorgten die Folkloregruppe »Querbänx« und das Trommlerensemble um Frank Köstler für ansprechende musikalische Unterhaltung.

In der Kirche begeisterte der Handglockenchor aus Hüttenberg. Unter der Leitung von Cornelia Neitzel interpretierten zwölf Jugendliche mehrere Weisen, darunter die aus dem Film »Titanic« bekannte Titelmelodie »My Heart will go on«. Zwischen den Musikstücken informierten die Jugendlichen darüber, dass Handglocken wahrscheinlich vor etwa 3000 Jahren in China ihren Ursprung hatten, danach langsam von Asien nach Europa wanderten und, vielen Veränderungen unterworfen, etwa im 15. Jahrhundert nach England gelangten. Für ihre Darbietung auf den außergewöhnlichen Instrumenten erhielten die jungen Leute anhaltenden Applaus.

Von der Gelegenheit, die Glocken der Kirche zu besichtigen, machten Besucherinnen und Besucher regen Gebrauch. Viele wagten den Aufstieg in den Glockenturm, in dem drei Glocken erklingen. Pfarrer Giesler informierte: »Die große ist die Christusglocke, die mittlere ist die St.-Michaelisglocke, die kleine ist die Gefallenenglocke.« Letztere sei nach dem Zweiten Weltkrieg gespendet worden.

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Artikel vom 08.09.2010 - 11.00 Uhr
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