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06.02.2010 - 03.00 Uhr
Schuss aus Polizeiwaffe beim Besuch von Kindern
Hungen/Grünberg (gl). Wenn Kinder eine Polizeistation besichtigen, gehört wohl ein Blick in die Zellen ebenso zu den Höhepunkten wie das Betrachten einer Dienstwaffe. Auch als die Jungen und Mädchen des Evangelischen Kindergartens Langd am 21. Januar eine Führung durch die Polizeistation in Grünberg erlebten, wollten sie einmal aus der Nähe eine Pistole sehen.
Doch als die Beamtin, die die Kleinen an diesem Tag über die Aufgaben der Polizei informierte, ihre Waffe präsentierte, löste sich versehentlich ein Schuss. Verletzt wurde niemand, aber eine Fensterscheibe ging zu Bruch. Für die Kinder hat der Vorfall glücklicherweise keine großartigen Folgen. Sie setzten die Führung anschließend unbekümmert fort. Die Beamtin selbst muss sich nun allerdings einer dienstrechtlichen Prüfung unterziehen.
Nach Auskunft von Polizei-Pressesprecher Willi Schwarz hatte die Polizistin das Magazin aus der Waffe entfernt. Es muss sich jedoch noch eine Patrone im Lauf befunden haben, und weil offenbar versehentlich der Abzug betätigt wurde, löste sich ein Schuss. »Die Kinder waren aber zu keinem Zeitpunkt gefährdet«, betonte Schwarz auf Anfrage, zumal die Beamtin die Pistole vorschriftsmäßig in einen abgewandten Bereich gehalten und selbstverständlich nicht aus der Hand gegeben habe.
Die Kinder haben den Vorfall offenbar mehr oder weniger als Teil des üblichen Besucherprogramms auf einer Polizeistation empfunden. Die Führung konnte anschließend fortgesetzt werden. Und das Angebot der Kirche, als Träger des Kindergartens, im Falle einer eventuellen Traumatisierung der Kinder seelsorgerische Hilfe zu leisten, wurde nach Auskunft der Kindergartenleiterin Irmtraud Dippel von keinem Elternteil in Anspruch genommen. Die Eltern waren im Nachgang zu dem Vorfall per Rundschreiben vom Kindergartenträger informiert worden.
Wie Polizeisprecher Willi Schwarz betont, sei die Polizei, auch wenn der Vorfall erst jetzt öffentlich geworden ist, mit dem Geschehen offen umgegangen. Nun werde innerdienstlich und dienstrechtlich geprüft. Überlegt werden müsse aber, ob künftig bei ähnlichen Führungen überhaupt noch eine Waffe gezeigt werden kann. Schwarz unterstrich, dass die Kinder den Vorfall als undramatisch wahrgenommen hätten. Er hofft, dass sich dies nun im Nachhinein durch die Berichterstattung und weitere Thematisierung nicht ändert.
Es muss ja nicht die Dienstwaffe sein !