Hungen – "Schäferstadt" mit 1200-jähriger Geschichte
Die evangelische Stadtkirche und das Schloss sind die markantesten
Bauwerke von Hungen. Die Stadt hat eine lange Geschichte, 782 wurde der
Ort in einer Schenkungsurkunde Karls des Großen erstmals erwähnt. Heute
ist Hungen Heimat von etwa 13000 Menschen. Zur Großgemeinde gehören
seit der Gebietsreform in den 1970-er Jahren auch Bellersheim,
Inheiden, Langd, Nonnenroth, Obbornhofen, Rodheim/Horloff, Steinheim,
Trais-Horloff, Upthe und Villingen.
Der Tagebau hat die Landschaft geprägt. Nach dem Ende des Braunkohle-Abbaus blieben zahlreiche Seen zurück. Der Inheidener/Trais-Horloffer See entfaltet seine Anziehungskraft bis ins Rhein-Main-Gebiet. Der Untere Knappensee ist Naturschutzgebiet und wird von mehr als 200 Vogelarten als Rast-, Nahrungs- und Brutplatz oder zum Überwintern genutzt.
Zwischen 1602 und 1693 war Hungen eine selbständige Grafschaft, nach 1806 gehörte die Stadt zum Großherzogtum Hessen. Das Schloss machte in den 1970-er Jahren Furore: Der damalige Besitzer Graf Oppersdorf verschenkte es an die Schlossgruppe, die den verfallenden Komplex Stück für Stück restaurierte. Heute wohnen gut 20 Parteien in dem Gebäude, das außerdem Räume für Ausstellungen und Konzerte beherbergt. Im Schlosshof finden in jedem Sommer die »Hungener Musiknächte« statt.
Bekannt ist Hungen als »Schäferstadt«. Als einzige hessische Kommune beschäftigt sie einen Stadtschäfer, und alljährlich wird hier gemeinsam mit dem Hessischen Schafzuchtverband das Schäferfest gefeiert. Eine lange Tradition hat auch der Allerheiligenmarkt, der alljährlich am 1. November eine Vielzahl von Händlern an die Horloff lockt.