Hungen (ti). Im Rahmen der Einfachen Stadterneuerung soll Villingen einen Dorfladen bekommen. Eine alte Scheune an der Ecke Höhenstraße/Hirzbacher Weg soll zu diesem Zweck umgebaut werden.
Die Einfache Stadterneuerung macht’s möglich: In Villingen soll an der Ecke Höhenstraße/Hirzbacher Weg wieder ein Lebensmittelgeschäft entstehen. Mit der Eröffnung wird gegen Jahresende gerechnet. (Foto: ti)
Es gibt einen Metzger und einen Bäcker, zudem einen Getränkehandel und einen Blumenladen. Im Vergleich zu anderen Orten hat Villingen in punkto Nahversorgung also noch ein bisschen was zu bieten. Was fehlt ist ein Lebensmittelmarkt, damit die Menschen aus dem Hungener Stadtteil auch ihren Bedarf an Obst, Gemüse, Drogerieartikeln oder Putzmitteln vor Ort decken können. Und ein solcher soll noch in diesem Jahr entstehen: ein Dorfladen auf an der Ecke Höhenstraße/Hirzbacher Weg.
Zu diesem Zweck hatte die Stadt im vergangenen Jahr eine alte Scheune gekauft, die im Laufe der kommenden Monate umgebaut werden soll. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 400 000 Euro, wie Wolfgang Isack, Geschäftsführer der Gesellschaft für Stadtentwicklung und Städtebau Worms (GSW), die als Sanierungsträger verantwortlich zeichnet, auf Anfrage der »Allgemeinen« mitteilte. Ein Großteil dieser Kosten werde aus den letzten Mitteln der Einfachen Stadterneuerung gedeckt, ein weiterer Teil komme aus dem Landesprogramm zur Förderung der regionalen Entwicklung – zusammen rund 260 000 Euro. Die restlichen 140 000 Euro seien über die Miete gedeckt, die der Betreiber – die Schottener Soziale Dienste gemeinnützige GmbH – zahlt.
Die Waren liefert die Firma tegut, denn auf deren Vertriebskonzept »Lädchen für alles« basiert das Vorhaben. »Es handelt sich quasi um einen Supermarkt im Miniaturformat, angelehnt an die früheren Tante-Emma-Läden«, sagt Manuel Herz, Vertriebsleiterin »tegut…Lädchen für alles«. In verschiedenen Bundesländern hat das Unternehmen in den vergangenen anderthalb Jahren elf solcher Dorfläden eröffnet, sieben davon in Hessen.
Vom Apfel bis zur Zahnpasta
Diese Geschäfte sind wesentlich kleiner als die üblichen tegut-Märkte, aber trotzdem sogenannte »Vollsortimenter«. In Villingen soll es auf rund 300 Quadratmetern zwischen 2500 und 3000 Artikel des täglichen Lebens zu kaufen geben, quasi alles vom Apfel bis zur Zahnpasta. Wie das Angebot genau aussieht, entscheiden letztlich die Villinger selbst, so Herz. Zu gegebener Zeit werde dies im Rahmen einer Bürgerversammlung geklärt. Denn: »Das Dorf muss komplett dahinter stehen«, sonst sei der notwendige Umsatz auf so kleiner Fläche nicht zu erreichen, weiß die Vertriebsleiterin.
Angedacht ist laut Herz auch, beispielsweise eine Postagentur und einen Wäschedienst zu integrieren oder heimische Produkte anzubieten. Ziel dieser Gedankengänge ist es, durch die Bündelung verschiedener Dienstleistungen die Attraktivität des Dorfladens für die Bürger zu erhöhen. Denn je größer die Anziehungskraft, desto mehr Kunden suchen das Geschäft auf und sorgen so für einen höheren Umsatz. Aus diesem Grund wird auch ein kleines Café in die Räumlichkeiten integriert. Das »Lädchen für alles« in unmittelbarer Nähe zu Kindergarten und Bürgerhaus also nicht nur ein Einkaufsmarkt, sondern auch ein Treffpunkt für die Villinger.