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Startschuss für 16 Monate Baustelle

Artikel vom 06.08.2009 - 20.00 Uhr

Startschuss für 16 Monate Baustelle

Hungen (gl). Über die nächsten rund 16 Monate werden die Hungener und die Besucher der Kernstadt mit mehr oder weniger starken Verkehrsbehinderungen im Ortskern zu rechnen haben.
Ein Autofahrer, der an der Einfahrt zum Parkplatz des Einkaufszentrums Bürgerpark im Schotter stecken geblieben war, musste aus
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Ein Autofahrer, der an der Einfahrt zum Parkplatz des Einkaufszentrums Bürgerpark im Schotter stecken geblieben war, musste aus misslicher Lage befreit werden.
Unter- und Obertorstraße sollen neugestaltet werden und die Bauarbeiten, die am Donnerstag mit dem symbolischen »Ersten Spatenstich« begonnen haben, werden sich aller Voraussicht nach bis Ende 2010 hinziehen – gerade für die zahlreichen anliegenden Geschäftsbetreiber ein gewichtiges Problem, auch wenn ihre Läden erreichbar bleiben sollen. Doch die Hungener, allen voran der Gewerbeverein, gehen mit gehörigem Optimismus an »ihre« Baustelle, und wollen die Bauarbeiten mit diversen publikumsträchtigen Veranstaltungen garnieren. Die Industrie- und Handelskammer Gießen-Friedberg wird einen Leitfaden erstellen, der anderen Kommunen am Beispiel Hungen Tipps und Ratschläge gibt, wie mit einem solchen Großprojekt umgegangen werden kann.

Bürgermeister Klaus Peter Weber bezeichnete bei der Baustelleneröffnung mit anschließendem Umtrunk im nahe gelegenen Kulturzentrum die Neugestaltung der Ober- und Untertorstraße nach dem Bau der Ortsumgehung als »weiteres wichtiges Ziel unserer Stadtsanierung«. Der Rathauschef appellierte an die Hungener, Toleranz zu zeigen und miteinander statt gegeneinander zu arbeiten. »Man weiß, was diese Baustelle bedeutet, und dass sie nicht in kurzer Zeit erledigt ist«, zeigte sich Weber sicher. Bei Problemen, besonderen Anliegen oder Fragen müssen die Anlieger übrigens nicht zwangsläufig den Weg ins Rathaus antreten, denn im Baustellenbereich werden Büros eingerichtet, wo Ansprechpartner anzutreffen sind, und auch die Archäologen, die nach Spuren früherer Besiedlung im Baustellenbereich suchen werden, könnten Funde in unmittelbarer Nähe unterbringen.

Am gestrigen Donnerstag und heutigen Freitag steht das Abfräsen der Asphaltoberfläche im Bereich Untertorstraße (Ecke Untertorstraße/Niddaer Straße bis Einmündung Bitzenstraße) auf dem Plan. Am Montag, 10. August, ist mit dem Beginn der Tiefbauarbeiten zu rechnen. Der Abschnitt wird dabei in zwei Unterabschnitte eingeteilt: Nonnenröther Straße und Brauhofstraße sowie Brauhofstraße und Bitzenstraße. Voraussichtliches Bauende hier: März 2010. Im Rahmen der Baumaßnahme muss die Untertorstraße zwischen Nonnenröther Straße und Bitzenstraße abschnittsweise voll gesperrt werden. Auch die Zufahrt von der Untertorstraße in den Bürgerpark ist zeitweise von der Sperrung betroffen. Aber auch unabhängig davon lohnt sich das Ausweichen auf weiter entfernt gelegene Parkmöglichkeiten, wie ein Autofahrer leidvoll feststellen musste, als er sich gestern an der Einfahrt zum Bürgerpark-Parkplatz vor den Augen der zahlreichen Baustellenbesucher im lockeren Schotter mit seinem Wagen festfuhr und sein »Audi« nur noch von einem anderen Wagen herausgezogen werden konnte.

Nach dem Abschluss der Arbeiten in der Untertorstraße ist geplant, den Bauabschnitt Obertorstraße unmittelbar folgen zu lassen. Die Planungen werden derzeit erarbeitet. Die voraussichtliche Bauzeit der Gesamtmaßnahme beträgt etwa 16 Monate. Die Umgestaltung der Oberfläche erfolgt über den Sanierungsträger GSW (Worms), Planung und örtliche Bauüberwachung des Tiefbaus obliegen dem Ingenieurbüro Müller (Grünberg) und die Oberflächengestaltung der Planergruppe ROB. Ausgeführt werden Tiefbau/Leitungsbauarbeiten von der Firma Feickert aus Weilburg-Gaudernbach und die Oberflächengestaltung von der Firma Leonhard Moll aus Langenselbold. Ein Bodengutachten hat die Firma TN in Hungen erstellt, die Beweissicherungsgutachten der angrenzenden Bebauung übernimt Prof. Dr. Strübel (Ettingshausen).

Für die Umsetzung der Maßnahme liegen der Stadt Hungen ein Zuwendungsbescheid über Städtebaufördermittel und ein Bescheid über GVFG-Mittel vor. Somit beteiligen sich sowohl das Land als auch der Bund finanziell an der Maßnahme, für die 925 000 Euro für Tiefbau/Leitungsbau und 635 000 Euro für die Oberflächengestaltung einkalkuliert sind. Rund 2000 Quadratmeter Asphaltoberfläche werden erneuert und etwa 2000 Quadratmeter Pflaster im Bereich von Gehwegen und Fahrbahnkreuzungen verlegt. 190 Meter Schmutzwasserkanal, 180 Meter Regenwasserkanal und 420 Meter Wasserleitung werden erneuert, 150 Meter der vorhandenen Gasleitung werden verlegt und 30 Kanal- und Wasserhausanschlüsse erneuert. Es werden mehrere Fahrbahnübergänge hergestellt und Pflanzflächen angelegt, sowie zehn Bäume gepflanzt. 16 Längsparkflächen im Bereich der Untertorstraße sind vorgesehen.

Jede Tiefbaumaßnahme ist auch ein Eingriff in ein Bodendenkmal und in Hungen ist dies für die Archäologen von besonderem Interesse, da Unter- und Obertorstraße die mittelalterliche Stadt durchschneiden, wo früher Wohnhäuser standen. Mit archäologischen Funden ist also zu rechnen. In drei Meter Tiefe soll sich eine alte Straße befinden, die Archäologen rechnen damit, auf Keramik, eventuell Holzreste, die bei der genauen Datierung hilfreich sein können, Hausrat und ähnliches zu stoßen. Man wird sich abschnittsweise vorarbeiten. Sobald die Archäologen fertig sind (für je 25 Meter werden maximal acht Wochen veranschlagt) können die Bauarbeiter nachrücken. Laut Denkmalschutzgesetz müssen die Kommunen die Kosten für solche Untersuchungen zahlen; im Fall Hungen maximal 340 000 Euro. Die Stadt kann aber im Gegenzug die Funde Der Entwurf des Vertrages, der zwischen Denkmalpflege und Stadt unterzeichnet werden muss, sieht einen Betrag von maximal 340 000 Euro vor. Teuerer wird's auf keinen Fall, vielleicht sogar billiger, je nachdem, wie aufwändig die Grabungen werden. Die Funde kann die Stadt behalten, muss sich aber um deren Pflege und Unterbringung kümmern.

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Artikel vom 06.08.2009 - 20.00 Uhr
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