Hungen (dv). Am Wochenende wurde die Baustelle Unter- und Obertorstraße zur Flaniermeile.
Prominenz bei der Eröffnung des Hungener Stadtfestes in der Untertorstraße - darunter in der Mitte Brunnenkönigin Regina I. (Fotos: dv)
Nach einem gelungenen Baustellenfest im vergangenen Jahr, mit dem versucht worden war, die prekäre Situation positiv zu sehen, wurde die zweite Veranstaltung zu einem Stadtfest. »Kunst in der Baustelle« war dabei eine Besonderheit, an der sich Künstler verschiedener Richtungen aus der Region beteiligten. Organisiert hatte die Veranstaltung der Vorstand des Marketingvereins mit Manuela Giorgis, unterstützt von Anke Erbek. In der Untertorstraße eröffnete die Vorsitzende des Hungener Gewerbevereins, Gabriele Dölling-Reichhardt, das Stadtfest. Landrätin Anita Schneider unterstrich den kreativen Umgang mit der misslichen Baustellensituation. Das erste Hungener Stadtfest sei der richtige Beitrag zur Stärkung der Innenstädte.
Bürgermeister Klaus Peter Weber dankte allen, die am Zustandekommen dieses Festes mitgewirkt haben. Es sei eine Imagewerbung für Hungen, mit der die Unternehmen das Ihre hervorragend gemeistert hätten. Die kommunale Politik könne dies nicht allein tun. Der Bauabschnitt Untertorstraße sei nach einem Jahr Bauzeit endlich weitgehend fertig, jetzt sei die Obertorstraße mit einem ähnlichen Procedere an der Reihe, und er hoffe, dass sich die positive Einstellung lohne und nach Fertigstellung die Hungener Innenstadt ein neues Gesicht habe. Stadtverordnetenvorsteherin Karin Asmus meinte, es sei sicher etwas Besonderes, eine Baustellensituation mit positiven Eindrücken zu verbinden. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Dr. Helge Braun, war überrascht von der Hungener Initiative und wünschte ihr einen guten Verlauf. Anschließend ging es zum »Rundgang« durch die Straße. Die Angebotspalette des Kunsthandwerks reichte von Malerei und Keramik über Holzschnitzerei zu Patchwork, Kreativbastelei und Gestecken. Die Hungener Einzelhändler hatten verkausoffenen Sonntag und dazwischen teilweise ihr Angebot auf die Straße verlegt. Dazu waren verschiedene kulinarische Stationen eingestreut. Für die Kinder gab es an der Markthalle die Tollywood-Hüpfburg, ein Karussell, und Clown Ichmael unterhielt an verschiedenen Stellen. Die Besucher machten einen zufriedenen Eindruck bei ihrem Bummel durch die Innenstadt. Am Abend konzentrierte sich das Geschehen auf den Marktplatz mit der Band »Four on the Flor« und der Feuerperformance »Anuli Ignis«. Letztere wurde bei der »Beach-Club-Party« beim Betten- und Matratzenfachmarkt wiederholt, wo auf der Treppe der Sparkasse »Captain Caribe« mit seiner Band den musikalischen Beitrag leistete. Am Sonntag waren noch einige Künstler dazugekommen, und die Straße bot sich als »Schlemmermeile« an. Neben Würstchen und Steaks gab es Flammkuchen und türkische Spezialitäten, die Standardgetränke wurden ergänzt durch Obstschnäpse und Kürbissekt. Die Einzelhandelsgeschäfte waren geöffnet, und bei der Beach-Club-Party mit Sand, Palmen und Strandkörben sorgte Gitarrist Tobias Wessel für Unterhaltung.
Kunsthandwerk gab es beim Stadtfest zu sehen, so auch dieses Mobile.
Es war ein Kommen und Gehen in der Meile, und die Veranstalter zeigten sich am Ende mit dem Erfolg mehr als zufrieden. »Diese Tage waren ein gelungener Anfang, wurden von den Hungenern so gut angenommen, dass wir in der Zukunft ähnliche Veranstaltungen planen«, lautete das Resümee, das Manuela Giorgis zog.
Fälschlicherweise hatte die »Gießener Allgemeine« im Vorfeld des Stadtfestes von einer Zusammenarbeit des Vereins Stadtmarketing Hungen mit dem Gießener Organisationsteam von »Fluss mit Flair« geschrieben. Richtig ist hingegen, dass die Gießener »Lokale Agenda 21«-Projektgruppe »Fluss mit Flair« die Managerin des Vereins Stadtmarketing Hungen unterstützend beraten hat.