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Spende aus Nonnenroth für Flutopfer in Kroatien

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Artikel vom 20.11.2014 - 10.24 Uhr

Spende aus Nonnenroth für Flutopfer in Kroatien

Hungen (pad). Teils vier Meter hoch stand das Wasser in den Häusern von Gunja. Die kleine Stadt an der Grenze zwischen Kroatien und Bosnien-Herzegowina wurde vom Hochwasser im Mai besonders hart getroffen. Damals startete von Nonnenroth aus ein Hilfskonvoi. Nun informierte ein Vortrag über die Lage im Katastrophengebiet.

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Ortsvorsteher Leipold und Mijo Galir (rechts) überreichen Pfarrer Ikic 1500 Euro für die Flutopfer im kroatischen Gunja.
© Patrick Dehnhardt
Referent war Pfarrer Mijo Ikic. Er arbeitet seit zehn Jahren Klinikseelsorger in Ludwigshafen. Er selbst ist nahe Gunja geboren und aufgewachsen – zu einer Zeit, als es noch keine Grenzstadt war. Nach dem Zerfall Jugoslawiens wurde praktisch vor den Toren der Stadt die Grenze zu Bosnien-Herzegowina gezogen. Dadurch konnten die Menschen nicht mehr in der Großstadt Brcko arbeiten gehen, denn die lag nun im Ausland. Die Gegend um Gunja verarmte.

Als die Flut kam, wurde den Menschen ihr Hab und Gut genommen, erzählte Ikic. Die Ernte in Gärten und auf dem Feld wurde vernichtet. »Die Menschen hatten 20 Jahre zuvor den Krieg erlebt, doch die Flut hat sie noch härter getroffen. Das Wasser hat buchstäblich alles weggespült.« 22 900 Quadratkilometer wurden überflutet, rund 230 Schulen und medizinische Einrichtungen zerstört.

Bereits im Juli reiste Ikic erstmals in das Katastrophengebiet, ein zweites Mal im Oktober. Er berichtet von der Verzweiflung der Menschen vor Ort. Viele leben in Massenunterkünften oder sind bei Bekannten und Freunden untergekommen, da ihre Häuser noch immer nass sind.

Gunja habe bei seinem ersten Besuch wie eine Geisterstadt gewirkt, sagte Ikic. An vielen Häusern seien die Fenster herausgerissen worden. Einige Gebäude müssten abgerissen werden, da sie sich wegen der verwendeten Baumaterialien nicht trocknen ließen. Nur wenige Menschen seien in der Stadt geblieben. Sie hatten das Glück, dass ihr Haus ein zweites Geschoss hatte, welches von der Flut nicht überschwemmt wurde. Doch die gesamte Infrastruktur sei zusammen gebrochen.

Neben dem Hochwasser sorgten Erdrutsche für große Schäden – in den ersten zehn Tagen nach der Katastrophe wurden über 2000 von der Regierung registriert. Eine dieser Lawinen traf auch Ikic’ 82-jährigen Vater. Dieser wollte, weil er ein Geräusch gehört hatte, gerade auf der Terrasse nachschauen, als ihn ein Erdrutsch traf. Nachbarsjungen konnten ihn aus dem Schlamm retten. Das rund 250 Jahre alte Haus ist jedoch ebenso wie mehrere Nachbargebäude schwer beschädigt.



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Artikel vom 20.11.2014 - 10.24 Uhr
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