Hungen (dv). Das Hungener Schäferfest war das Umfeld für die Auftaktveranstaltung des »Life+«-Projekts »Wetterauer Hutungen«. Das heimische Naturschutzprojekt, das den Erhalt der Wetterauer Trockeninseln zum Ziel hat, wird über die EU gefördert.
Bürgermeister Klaus Peter Weber und Staatssekretär Mark Weinmeister eröffneten die Präsentation über die »Wetterauer Hutungen« (Foto: dv)
An der Markthalle eröffnete Hungens Bürgermeister Klaus Peter Weber am Samstag die Präsentation und stellte die Bedeutung der Schafhaltung für Hungen heraus.
Sie zeige sich auch im neuen Stadtlogo »Hungen - die Schäferstadt« und an der Gestaltung des Kreisels, die nun endlich Formen angenommen habe. Vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz als Träger des Projekts war Staatssekretär Mark Weinmeister gekommen. Er betonte, der Erhalt des Magerrasens habe große Bedeutung für die Artenvielfalt. Die Flächen müssten offen gehalten werden, und dafür seien gerade Schafe geeignet. Das Projekt könne also nur in Zusammenarbeit mit den Schäfern ein Erfolg werden. Sie hätten eine harten Beruf. Das Projekt sei ein Versuch, die Bedingungen für die Schafhaltung zu verbessern. Gleichzeitig müsse dem Verbraucher Lammfleisch als Delikatesse näher gebracht werden.
Der Wetterauer Landrat Joachim Arnold sprach die nicht nur kreis- sondern auch regierungsbezirkübergreifende Durchführung an. Vier Millionen würden dafür in den nächsten Jahren investiert. Mit der Intensivierung der Landwirtschaft seien die Flächen uninteressant geworden. Das Projekt ziele auch darauf ab, den Nachkommen eine intakte Umwelt zu hinterlassen. Die Gastronomen der Vereinigung »Wetterauer Lamm- und Landgenuss« machten mit Lammbraten und Lammgyros den Besuchern Appetit. Die französischen Gäste aus Saint Bonnet de Mure kamen vorbei und genossen hessische Lammspezialitäten.
Staatssekretär Weinmeister und Landrat Arnold trugen sich in das Goldene Buch der Stadt Hungen ein, das bereitlag, da es bereits vor dem Start der 20. Limes Rallye des AMC Hungen an diesem Tag gebraucht wurde.
Im Kulturzentrum folgten einige Referat zum Thema. Diplom-Biologe Wolfgang Wagner zeigte die »Geschichte der Schafbeweidung in Hungen und ihre Bedeutung für die Landschaft« auf. Der Ursprung des Schafs liege im Kaukasus und Anatolien, und der Schäfer sei einer der ältesten Berufe. Fachfrau für Umweltberatung und Naturschutz ist Kerstin Bär von der Stadt Nidda, die ehrenamtlich im Projektteam engagiert ist. »Pflanzen und Tiere - Magerrasen-Überlebenskünstler auf extremem Standort« war ihr Referat betitelt. Sie führte anschließend auch eine Exkursion zum »Köpfel« in Langd, ein Biotop, das Langder Vereine in Verbindung mit der Landschaftspflegevereinigung entwickelt haben.
Das dritte Referat bestritten Jutta Katz und Christian Sperling vom Projektteam des »Life+«-Projekts. Sie informierten über dessen Entstehung; Ziele und Maßnahmen.
Auch am Sonntag konntensich die Besucher des Schäferfests noch über die »Wetterauer Hutungen« informieren.