»Hungen ist die Schäfer-Stadt und darauf sind wir stolz« , so Bürgermeister Klaus Peter Weber. Er unterstrich, dass Hungen als einzige Kommune einen Stadtschäfer unterhält. Des weiteren plane man die Einstellung eines Schäferlehrlings. Auch sei geplant, das acht Hektar große Gelände der Solaranlage in Trais-Horloff von Schafen beweiden zu lassen. Der Vorsitzende des Kreisbauernverbands Gießen, Wetzlar-Dill, Manfred Paul, betonte, er wisse, was die Schäfer für ihren Berufsstand leisten und er regte an, dass die Landwirte und auch die Schafzüchter im Bereich des Naturschutzes gemeinsam kooperieren sollten.
Die hessische Landesregierung unterstütze die Bemühungen der Landwirte, die Produktion qualitativ hochwertiger und gesundheitlich unbedenklicher Nahrungsmittel auf vielfältige Weise zu garantieren, so Ministerialdirektorin Heidemarie Scharf vom hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. So wurde 2009 die Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete auf 28 Millionen Euro angehoben und das Hilfsprogramm der Landwirtschaftlichen Rentenbank wurde mit Bundes- und Landesmittel aufgestockt. In der 1. Säule (Betriebsprämie) wurden rund 230 Millionen Euro und in der 2. Säule rund 90 Millionen ausgezahlt. Das Agrar-Förderkonzept des Landes, so die Ministeriumsmitarbeiterin, ist in dem Entwicklungsplan für den ländlichen Raum für 2007 bis 2013 festgelegt und umfasst rund 750 Millionen Euro.
Im Anschluss überreichte Heidemarie Scharf den Staatsehrenpreis an das Ehepaar Hans und Ilse Heyl aus Villmar-Weyer (Kreis Limburg-Weilburg). Danach verlas Preisrichter Harald Schmidt die Platzierungen beim Leistungshüten. Siegerin wurde Carmen Wiedemann aus Weimar-Niederwalgern mit 84 von 100 Punkten. Ihr folgten (beide auf dem zweiten Platz ) Heinrich Elmshäuser (Hatzfeld) und Sebastian Wirth (Hungen-Villingen). Auf den weiteren Plätzen folgten Frank Meyenberg (Hüttenberg), Friedrich Maurer (Steinbrücken), Stefan Heintz (Langgöns-Dornholzhausen), Ottmar Wirth (Hungen-Villingen) und Harald Bangert (Korbach). Danach ehrte Vorsitzender Reinhold Heintz langjährige Schäferkollegen. So konnte er für 70 Jahre Reinhold Schmid aus Münzenberg auszeichnen. Für 50 Jahre war dies Ludwig Abel aus Mörfelden und für 25 Jahre Wilhelm Weißelberg aus Ober-Mörlen, Uwe Joseph (Frankfurt am Main) und Ottmar Wirth aus Hungen-Villingen. Präsente überreichte Heintz auch an die Jury-Mitglieder, deren Helfer sowie an Ulrike Haupt und an Anke Erbeck sowie an den Hungener Stadtschäfer Ralf Meisezahl.
Umrahmt hatten das Festprogramm neben den Bläsern der Gesamtschule die Landjugend mit einigen Tänzen sowie die Langder Mundartgruppe »Hiesbachlerchen« mit einigen Schäferlieden. Im Anschluss spielten die »Melody Boys« zum Tanz.
Zum Abschluss stellten sich 50 Gruppen beim Festzug vor
Hungen (rg). Der Schäferfest-Sonntag begann mit den Weckruf durch den Spielmannszug der Hungener Feuerwehr und deren französischen Freunde von der Batterie Fanfare. Weiter ging es dann mit dem Schäfergottesdienst am Schäferdenkmal mit den beiden Pfarrern Markus Kleinert und Ulrich Neff. Auf dem Sportplatz erfolgte die Vorstellung der verschiedenen Hütehunde durch Christel Simantke vom der Arbeitsgemeinschaft Altdeutscher Hütehunde AAH und der Schäferlauf mit der Krönung des neuen Schäferkönigspaares durch den Vorsitzenden des Hessischen Schafzuchtverbandes Reinhold Heintz. Den Seniorenlauf gewann Frank Buchenhorst aus Frankfurt am Main. Begleitet vom Musikzug Villingen zog das Königspaar dann vom Sportplatz durch die Stadt zur Stadthalle. Abschluss war dann der große Festzug durch die Stadt, an dem über 50 Gruppen teilnahmen. Darunter Schäfer aus ganz Hessen sowie wiederum viele Hungener Ortsvereine.
Vor dem Festzugbeginn fiel ein Pferd plötzlich tot um
Hungen (tr). Ein tragisches Ereignis überschattete am Sonntag das Schäferfest. Noch beim Aufstellen des Festzuges in der Schanzenstraße fiel ein Pferd plötzlich tot um. Personen waren bei dem Zwischenfall nicht verletzt worden. Das Tier starb an einen Abriss der Aorta (Schlagader). Nicht nur die Reiter des Hungener Reit- und Fahrvereins Horlofftal, zu dessen Verein das Pferd gehörte, waren von dem Geschehen geschockt, sondern auch die Zugteilnehmer und Besucher. Das tote Pferde musst dann mit einen Kran geborgen und weggebracht werden.