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Nachruf auf Jan Olaf Hausotter in »The Nation«

Artikel vom 28.01.2010 - 10.33 Uhr

Nachruf auf Jan Olaf Hausotter in »The Nation«

Gießen/Hungen (us). Nicht nur in Hungen und darüber hinaus in der Region ist die seit Sonntag offizielle Nachricht vom tragischen Tode Jan Olaf Hausotters beim Erdbeben am 12. Januar in Haiti mit großer Bestürzung aufgenommen worden. »The Nation«, die älteste Wochenzeitschrift der Vereinigten Staaten, widmete dem 33 Jahre alten Diplomaten der Vereinten Nationen einen ergreifenden und sehr persönlichen Nachruf.
Jan Olaf Hausotter
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Jan Olaf Hausotter
Geschrieben hat ihn der Journalist Dan Bischoff, ein Freund des Verstorbenen. Wir drucken im Folgenden einen gekürzten und frei übersetzten Auszug aus dem Original-Artikel

Ich lernte Jan über seine Verlobte Caroline Demarque kennen, eine junge Belgierin, die ebenfalls für die UN in Haiti arbeitete. Vor etwas mehr als zwei Jahren studierte Caroline an der Seton Hall University, nur ein paar Blocks von meinem Haus in South Orange, New Jersey, entfernt. Wir vermieteten unsere zweite Etage an Caroline und Jan und schlossen schnell Freundschaft. Einige Monate später gab Jan seine Stelle beim UN Security Council auf, um für die UN in Haiti als politischer Berater zu arbeiten. Caroline schloss sich ihm an, nachdem sie im Sommer 2008 ihr Examen abgelegt hatte. Doch beide wollten ein Zimmer in unserem Haus behalten - »für den Fall, dass wir mal evakuiert werden müssen«.

(...) Ich bin mindestes 20 Jahre älter als Jan, doch was uns einte, war unsere Liebe zu Western. Ich sagte ihm, dass mein elf Jahre alter Sohn keinerlei Interesse an diesem Genre habe. Jan war hell erstaunt: »Aber Western prägen mein Bild von Amerika«, sagte er. »Zwölf Uhr mittags« war ein Film nach seinem Geschmack. Er sagte, was er möge, sei die Botschaft, dass moralisches Handeln letztlich simpel sei. (...) Du kommst, schießt ein paar unrasierte Kerle nieder, reitest wieder davon - und die Stadt ist ein besserer Ort. (...)

Jan und Caroline kamen im Dezember auf einen Sprung vorbei, bevor sie zurück nach Europa reisten, um ihre Hochzeit vorzubereiten. Und auch auf dem Rückweg nach Haiti schauten sie herein.

Jan war am Mittwoch vor dem Erdbeben hier. Er erzählte, wie viel er von dem Brasilianer Luiz Carlos da Costa lerne, dem Chef der Blauhelme in Haiti. Da Costa stammte aus einer Favela. Er konnte in jedes Viertel in Port-au-Prince gehen - sofort wusste er, wer hier das Sagen hat und um welchen Konflikt es letztlich ging. Jan wollte ein ähnliches Gespür entwickeln. Er hoffte, nach Afghanistan entsandt zu werden, das er als größte Herausforderung für einen Friedenseinsatz sah. Doch Haiti forderte seinen Preis.

Ein Jahr, nachdem Jan auf die Insel entsandt worden war, fragte er nicht mehr, warum Menschen, die politische Macht haben, »sich weigern, irgendwas für ihre Leute zu tun«. Er sah Haiti in einen langen, traurigen Kampf verstrickt. Es war zwar besser dort als zuvor, ins Regierungshandeln waren nützliche Neuerungen implementiert worden, die möglicherweise zu Veränderungen führen würden - aber es war kein einfaches Problem. Ganz bestimmt nicht so einfach, dass es gelöst werden könnte, in dem man Lee Marvin erschießt... Trotz alledem glaubte Jan an den Sinn seiner Arbeit.

Weiter schildert Bischoff, wie ihn die Nachricht vom Erdbeben erreichte, wie er versuchte, Kontakt zu Jan und Caroline aufzunehmen, die überlebt hatte, und wie die Hoffnung schwand, dass auch Jan den Ruinen lebend entkommen sein könnte.



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Artikel vom 28.01.2010 - 10.33 Uhr
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