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Mitten im Alltag »Stopp« sagen und Stille suchen

Artikel vom 28.11.2009 - 13.34 Uhr

Mitten im Alltag »Stopp« sagen und Stille suchen

Gießen (us). Plätzchen wollen gebacken sein und Geschenke gekauft werden. Die Kinder haben tausend Termine, im Büro muss noch ganz dringend ein Projekt abgeschlossen werden. Und dann steht auch noch die Weihnachtsfeier mit den Kollegen an... Für viele Menschen ist der Dezember mit Hektik und Rennerei verbunden. Zahlreiche Kirchengemeinden sagen hier ganz bewusst: »Stopp!« Sie wollen den Advent als Zeit des Innehaltens und der Vorfreude wieder stärker ins Bewusstsein rücken.
In Hungen werden in der mittelalterlichen Chorkapelle der evangelischen Kirche täglich außer sonntags etwa 20-minütige Adventsan
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In Hungen werden in der mittelalterlichen Chorkapelle der evangelischen Kirche täglich außer sonntags etwa 20-minütige Adventsandachten stattfinden. Sie sind ganz bewusst als Ruhepol im Alltag gedacht. Als Ausgangspunkt dient der Kalender »Der Andere Advent«, der mit teils religiösen, teils weltlichen Texten und Bildern zum Nachdenken anregt: »Was bedeutet mir Weihnachten eigentlich?« Dazu gibt es Musik, Gebete, und Gedankenaustausch. (Foto: Geck)
Das geschieht, wie die folgenden Beispiele zeigten, an vielen Orten und auf ganz unterschiedliche Weise: in der Kirche, beim besinnlichen Treffen mit Gleichgesinnten und - ganz wichtig - mithilfe der Musik.

In der ev. Kirchengemeinde Hungen sind die Adventsandachten seit vielen Jahren Tradition. »Die gab es schon vor meiner Zeit«, sagt Marcus Kleinert, der seine Pfarrstelle vor gut fünf Jahren angetreten hat. Mit seiner Kollegin Dekanin Barbara Alt sowie den Prädikantinnen Marlies Schmied und Irene Krull wird er abwechselnd in der mittelalterlichen Chorkapelle die etwa 20-minütigen Andachten gestalten. Sie finden täglich außer sonntags um 18.15 Uhr statt und sind ganz bewusst als Ruhepol im Alltag gedacht: »Kommen Sie mit! Wir brechen auf. Dem Licht entgegen: Wir laden Sie ein, 20 Minuten täglich eine andere Zeit zu erleben. Einmal am Tag ›Stopp‹ sagen, Stille spüren und schauen, was wirklich wichtig ist«, heißt es in der Ankündigung der Kirchengemeinde. Als Ausgangspunkt dient den Hungenern der Kalender »Der Andere Advent«, der mit teils religiösen, teils weltlichen Texten und Bildern zum Nachdenken anregt: »Was bedeutet mir Weihnachten eigentlich?« Dazu gibt es Musik, Gebete, Gedankenaustausch.

Aus den vergangenen Jahren weiß Kleinert, dass regelmäßig zehn bis 15 Personen in die Chorkapelle kommen. Der Personenkreis wechsele. Traditionelle Gottesdienstbesucher seien darunter, aber auch Menschen, die nicht regelmäßig in die Kirche gehen, sich aber von diesem speziellen Angebot angesprochen fühlen.

Musikalische Gottesdienste allüberall

Etwas anders gelagert sind die »Lebendigen Adventskalender«, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. Diese Aktion gibt es etwa in Linden, Heuchelheim, Lehnheim, Kinzenbach und Lollar. Pfarrer Hans-Theo Daum, in Lollar zu Hause und für die Öffentlichkeitsarbeit der evangelischen Dekanate Grünberg, Hungen und Kirchberg zuständig, findet die Idee schön, sich im Advent täglich für eine halbe Stunde auf neue Gedanken einzulassen und andere Menschen zu treffen. Viele Lollarer sind offensichtlich seiner Meinung: Es sei überhaupt kein Problem gewesen, den Adventskalender »voll« zu bekommen. Im Gegenteil: Nach der erfolgreichen Premiere 2009 hätten sich diesmal schon im Vorfeld Interessenten gemeldet: »Findet das wieder statt?«

Für den »Lebendigen Adventskalender« gestaltet allabendlich eine andere Familie oder Gruppe ein etwa halbstündiges Programm. Manche erzählen eine Geschichte, andere machen Musik, und immer besteht Gelegenheit zum Gespräch bei Glühwein oder Tee. Zu den Treffs kommen laut Daum etwa 20, 30 Leute, und wenn die Stube nicht groß genug ist, steht man in der Garage oder auf der Terrasse zusammen - wo eben gerade Platz ist. Den Weg weisen große geschmückte Zahlen, mit denen die Gastgeber ihre Fenster geschmückt haben. Und willkommen sind alle, die dabeisein wollen, egal, welcher Kirche oder Konfession sie angehören. Ohnehin hat der »Lebendige Adventskalender« Ökumenischen Charakter: Den Auftakt bildet am heutigen Samstag eine ökumenische Andacht in der katholischen Kirche in Lollar, und unter den Gastgebern ist auch eine katholische Familie.



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Artikel vom 28.11.2009 - 13.34 Uhr
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