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Laptops machen dem Schulbuch Konkurrenz

Artikel vom 21.10.2008 - 23.15 Uhr

Laptops machen dem Schulbuch Konkurrenz

Gießen/Hungen (us). Das gute alte Schulbuch ist nicht tot, aber es bekommt Konkurrenz: von Laptop, Lernsoftware und Internet. »L hoch 5« heißt ein Pilotprojekt, mit dem an drei Schulen im Bereich des Staatlichen Schulamtes Gießen/Vogelsberg mediengestützter Unterricht erprobt wird.
Biologie-Unterricht der fortschrittlichen Art: Das Laptop kommt bei den Neuntklässlern der Gesamtschule Hungen genauso zum Einsa
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Biologie-Unterricht der fortschrittlichen Art: Das Laptop kommt bei den Neuntklässlern der Gesamtschule Hungen genauso zum Einsatz wie das Mikroskop. (Foto: us)
Aus dem Landkreis Gießen ist die Gesamtschule Hungen mit von der Partie. Seit Ende der Herbstferien gehören für die Klassen 9c, 9e und 9f die flachen mobilen Computer zum ganz selbstverständlichen Begleiter im Biologie-Unterricht. Gestern Vormittag bekamen die Neuntklässler Besuch: Vertreter des Staatlichen Schulamtes, des Landkreises und des Regionalen Medienzentrums »M@aus« wollten wissen wie »Leichter lernen - Lehrer entlasten mit Lernsoftware und Laptop« in der Praxis umgesetzt wird. Neben der Gesamtschule Hungen beteiligen sich die Gießener Brüder-Grimm-Schule (im Fach Deutsch) und die Geschwister-Scholl-Schule in Alsfeld (im Geschichtsunterricht) an dem Modellversuch, der bis zu den Sommerferien läuft. Danach sollen sukzessive weitere Schulen von den gewonnenen Erkenntnissen profitieren.

Mit »L hoch 5« wollen die Initiatoren mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: die Medienkompetenz der Schüler verbesseren, ihre Lernmotivation steigern, mehr Differenzierung ermöglichen. Projektleiterin Heike Pfaff-Cimiotti vom Schulamt verwies auf Untersuchungen, laut denen IT an den Schulen hierzulande bislang vergleichsweise wenig verbreitet sei. Lediglich 30 Prozent der Lehrer griffen im Unterricht auf moderne Medien zurück. Gleichzeitig habe die PISA-Studie deutschen Schülern eine unterdurchschnittliche Medienkompetenz bescheinigt.

Der Einsatz der Notebooks soll helfen, solche Defizite abzubauen. In den althergebrachten Computerräumen sei flexibles Arbeiten vielfach nicht möglich und der Ortswechsel vom Klassenzimmer in den Fachraum außerdem zeitraubend, erläuterte Pfaff-Cimiotti. Die tragbaren Computer dagegen könnten problemlos in den ganz normalen Unterricht integriert werden. Das bestätigt Biologielehrer Michael Stumpf, der »L hoch 5« an der Gesamtschule Hungen mit seinen Kollegen Jana Herzmann und Martin Schmuck, dem IT-Beauftragten Michael Baur und begleitet von »M@us«-Projektleiterin Ulrike Reando umsetzt. Stumpf arbeitet nach wie vor gern mit dem Lehrbuch. Aber wenn es um das Abrufen aktueller Informationen oder Visualisierung gehe, sei der Computer unschlagbar.

Außerdem biete er breite Möglichkeiten zum selbstorganisierten Lernen. Dem Lehrer, vom Frontalunterricht befreit, bleibt auf diese Weise mehr Zeit, sich gezielt um einzelne Schüler zu kümmern. Und schließlich versprechen sich Stumpf und seine Kollegen eine bessere Motivation. Der Umgang mit der Technik sei reizvoll. So lassen sich dank Lernsoftware und Internet auch »Bio«-Muffel dazu bewegen, zum Beispiel den Aufbau einer Zelle zu studieren.

Schuldezernent Siegfried Fricke unterstrich beim gestrigen Besuch, dass Schulen die Grundlagen für den Umgang mit Computern legen müssten. Dafür brauchten sie eine zeitgemäße Ausstattung. Der Landkreis bemühe sich, mit der dynamischen technischen Entwicklung Schritt zu halten. Vor zwölf Jahren habe es an den Schulen im Kreis 60 Computer gegeben, heute seien es 2600. »Wir geben den Pädagogen den Werkzeugkasten an die Hand.«



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Artikel vom 21.10.2008 - 23.15 Uhr
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