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Jackl: »EEG bedroht unsere Existenz«

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Artikel vom 04.09.2014 - 21.59 Uhr

Jackl: »EEG bedroht unsere Existenz«

Hungen (pm). Im Rahmen seiner Sommerreise mit dem Schwerpunkt Industrieunternehmen hat der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Michael Boddenberg, die Firma Robert Jackl besucht. Dabei kam vor allem das Energieeinspeisungsgesetz zur Sprache.

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Kai Jackl, Inhaber der Hungener Textilveredelungsfirma Jackl, erläuterte dem Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion, Michael Boddenberg, die Produktionsprozesse. (Foto: Geck)
© Alexander Geck
Das mittelständische Unternehmen beschäftigt 49 Mitarbeiter und ist auf die Veredelung von Textilien spezialisiert. Im Mittelpunkt der Produktion steht das Färben von Gewebe sowie Wirk- und Maschenware aus Baumwolle, Polyester, Polyamid, Viskose und deren Mischungen. An jedem Werktag werden in dem Familienunternehmen rund vier Tonnen Maschenwaren aus tierischen, pflanzlichen und synthetischen Fasern veredelt.

Im Mittelpunkt des Gesprächs zwischen Kai Jackl, Inhaber und Geschäftsführer des Traditionsunternehmens, und Boddenberg standen die Entwicklungen auf dem Energieversorgungsmarkt. »Das EEG ist ein Riesenproblem für kleine stromintensive Industriebetriebe, wie meine Textilveredlungsfabrik«, betonte Jackl. Die Kostenexplosion im Energiesektor verschlechtere die Standortbedingungen und erschwere den internationalen Wettbewerb. »Wir zahlen für Strom gut 18 Cent pro Kilowattstunde, da wir keine EEG-Entlastung bekommen, während unsere Konkurrenz in Frankreich nur sieben Cent und in China nur fünf Cent zahlt. Das können Betriebe mit geringem Energiekostenanteil verkraften. Nicht aber die stromintensive Textilbranche«, so der Unternehmer. Was für einen Privathaushalt bereits stark belastend sei, könne für ein Unternehmen wie Jackl existenzbedrohend werden.

Für gleitenden Einstieg

Jackl verdeutlichte im Beisein des kaufmännischen Leiters Volker Stromberger, dass die erträgliche Belastungsgrenze bei den Stromkosten für sein Unternehmen bereits überschritten sei. So entsprachen die Energiekosten 2013 knapp einem Fünftel des Umsatzes. Besonders die Stromkosten seien seit Jahr 2008 in Folge steigender Umlagen für EEG und Netzentgelte stark angewachsen: Im Jahr 2008 lag die Rechnung bei rund 120 000 Euro für Strom. Im Jahr 2014 erwarte er mit rund 200 000 Euro etwa 66 Prozent mehr – und das, obwohl der Stromverbrauch dank Energiesparmaßnahmen im gleichen Zeitraum um 28 Prozent gesunken sei.

Von der Politik erhofft sich der Unternehmer bessere Rahmenbedingungen, insbesondere für kleine stromintensive Betriebe. Die Energiewende dürfe nicht dazu führen, dass Deutschlands wettbewerbsfähige und innovative Industrie auf dem internationalen Markt keine Chancen mehr habe.

Konkret sprach sich der Mittelständler – ebenso wie Dr. Clemens Christmann von der Vereingung hessischer Unternehmerverbände – gegen den geforderten Mindestverbrauch von einer Gigawattstunde pro Jahr bei der EEG-Entlastung und für einen gleitenden Einstieg aus, damit auch Betriebe, die zwar weniger als 16 Prozent Stromkostenanteil an der Bruttowertschöpfung haben, aber immer noch stromintensiv sind, zumindest teilweise entlastet würden.



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Artikel vom 04.09.2014 - 21.59 Uhr
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Leserkommentare
(08.09.2014 16:36)
meinereiner
Zu offensichtlich Manipulation
Es war in diesen Artikel ja auch zu offensichtlich, dass im Artikel in die Propaganda Trickkiste gegriffen wurde.
1.) Man vergleicht den Industriestrompreis "deutscher Kleinverbraucher"mit denen "französicher Großverbraucher" (- oh Wunder, Großverbraucher zahlen weniger pro KWh ;-)
2.) behauptet dass der Strompreis sich seit 2008 um mehr als 100 Prozent verteuert hat.
3.) obwohl das genannte Unternehmen mit seinem Verbrauch und Energiekostenanteil deutlich über Grenze liegt, um EEG-Entlastung oder Befreiung zu bekommen, behauptet man das man keine
EEG Entlastung bekäme.
(08.09.2014 14:33)
freno
Unfruchtbare Diskussion
Danke sehr, dass die Quelle mal genannt wurde, aber wer hatte etwas anderes erwartet? Ebenso redlich wäre es aber auch, wenn die Quelle für die unter "Widerspruch" angeführte angebliche Beschwerde über zu hohe deutsche Industriestrompreise genannt würde. Meiner Meinung nach kann ein solcher Quatsch nur aus dem PV-Maganzin, der "Prawda" der PV-Lobby, stammen. Ich persönlich halte die Kritik am EEG für berechtigt. Ich beende hiermit die unfruchtbare Diskussion.
(08.09.2014 13:10)
TimL
Pressemitteilung
Es scheint etwas Verwirrung um die Auslegung der Zahlen in dem Artikel zu geben. Bei diesem Thema hätte ich mir ebenfalls etwas Recherche der Redaktion gewünscht. Was man wissen sollte, ist, dass der Text eine unwesentlich gekürzte Pressemitteilung (pm) der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VHU) ist. Er lässt sich unter vhu.de unter Presse/Meldungen nachlesen. Das muss nicht bedeuten, dass der Informationswert schlecht oder der Inhalt gar unwahr ist. Aber der Text beruht damit eben auch nur auf einer Quelle. Und die ist nicht unabhängig.
(08.09.2014 11:49)
meinereiner
Widerspruch
@freno die im Artikel genannten Strompreise sind deutlich übertrieben.
Wieso beklagen sich eigentlich unsere europäischen Nachbarn, dass deutscher Industriestrom zu günstig sei?
(08.09.2014 11:17)
freno
Wie Gotteslästerung
Es liegen belastbare Vergleichsangaben zu Strompreisen in Deutschland und Frankreich, bezogen auf den Verbrauch vor, soviel kann ich dem besorgten Mitkommentierer meinereiner verraten. Ich kann ihm auch verraten, dass diese die Besorgnis des Unternehmers stützen. Bitte aber selbst nachschauen! Würde er ehrlich kommentieren und diskutieren, dann könnte er guten Gewissens diese verbrauchsbezogene Verhältnisangabe nennen, um sich selbst dem Verdacht der Widersprüchlichkeit zu entziehen. Aber man sieht deutlich, wo wir stehen - ein Kritiker am EEG wird fast wie ein Gotteslästerer angesehen.
(08.09.2014 09:21)
meinereiner
Weitere Widersprüche
"Im Jahr 2008 120 000 Euro für Strom.
Im Jahr 2014 erwarte 200 000 Euro- etwa 66 Prozent mehr- obwohl der Stromverbrauch 28 Prozent gesunken sei"
Würde bedeuten dass sich der Strompreis sich um mehr als 100 Prozent verteuert hätte.
Das scheint mir reichlich übertrieben.
Also ich habe bei all den Widersprüchen im Artikel erheblich Zweifel
- Angebliche Strompreis Steigerungen um mehr als 100 Prozent
- bei den im Artikel genannten Zahlen würde das Unternehmen zudem EEG Entlastung bekommen (eventuell sogar Befreiung- geht leider aus den Zahlen nicht hervor), beklagt aber das "EEG bedrohe die Existenz"
- der dramatisierte Strompreisvergleich Deutschland Frankreich
( Man vergleich den Preis deutscher Kleinverbraucher" bis 2.000 MWh mit denen "französicher Großverbraucher" größer als 20.000 MWH)
Großabnehmer bekommen auch in Deutschland selbst bessere Konditionen.
(07.09.2014 23:50)
Tobiwan35
Zahlen
Ja, die Zahlen sind etwas verwirrend. Sie haben entweder 0,6GWh oder 1,1GWh verbraucht. Genauere Angaben wären hilfreich. Das mit den 66% Steigerung scheint mir auch übertrieben. Wenn man die Zahlen für Normalverbraucher betrachtet war die Preissteigerung seit 2008 lediglich 35%. Vermutlich hat das Unternehmen weniger als 16% Stromkostenintensität. Selbst wenn sie darüber wären, aber noch unter 20% würde sich ein Antrag wohl nicht lohnen, denn:
"Unternehmen des produzierenden Gewerbes mit einem Stromverbrauch von mehr als einer Gigawattstunde und Stromkosten von mindestens 14% der Bruttowertschöpfung werden von der Umlage teilweise ausgenommen. Sie müssen für die erste Gigawattstunde Verbrauch die volle Umlage zahlen,
für die zweite bis zehnte Gigawattstunde zahlen sie 10% der Umlage." Wenn sie also 1,1 GWh verbrauchen werden sie nur für 0,1GWh von der Umlage befreit. Die Voraussetzung muss gemäß § 64 Abs. 3 Nr. 2 EEG 2014 durch ein gültiges DIN EN ISO 50001-Zertifikat,... nachgewiesen werden. Sie müssen also auf jeden Fall zahlen
(07.09.2014 21:36)
meinereiner
Widersprüche Propaganda,...
Strompreisvergleich
Ein beliebter Propaganda Trick: Man vergleich "Äpfel mit Birnen"
Man vergleicht den Industriestrompreis "deutscher Kleinverbraucher" bis 2.000 MWh mit denen "französicher Großverbraucher" ( größer als 20.000 MWH).
Wird schon keiner merken - :-)
Seltsamerweise jammern unsere europäischen Nachbarn, dass deutscher Industriestrom zu günstig sei.
(07.09.2014 19:56)
freno
Noch Fragen?
Zitat aus dem Artikel: "Wir zahlen für Strom gut 18 Cent pro Kilowattstunde, da wir keine EEG-Entlastung bekommen, während unsere Konkurrenz in Frankreich nur sieben Cent und in China nur fünf Cent zahlt."
Damit mögen die drängenden Fragen des besorgten Mitkommentators vielleicht noch nicht beantwortet sein, aber das ist eigentlich die Kernaussage des Artikels, der zu kommentieren wäre. Offene Fragen sollten dem Unternehmer direkt ggestellt werden.
(07.09.2014 12:46)
meinereiner
Widersprüche
Es besteht wohl gar kein Interesse, die Widersprüche im Artikel aufzuklären.
Hier wird mit absurden Zahlen jongliert, die dem Leser suggerieren sollen, die EEG bedrohe die Existenz.
Aber....Warum verschweigt der Artikel eigentlich den "EEG-Anteil" an den Kostensteigerungen?
Wenn die Zahlen im Artikel stimmen sollten, bekäme das Unternehmen EEG- Entlastung.
Da fragt man sich, wieso ein Unternehmen behauptet "EEG bedroht unsere Existenz", wenn es gar keine bezahlt?
(07.09.2014 11:13)
freno
"Die Heilige Inquisition"
Die hier vehement eingeforderte Diskussion über eine Berechtigung der Firma Jackl, sich über die Existenzbedrohung durch das EEG zu beklagen, geht meilenweit am Thema des zu kommentierenden Artikels vorbei. Sie verdeutlicht aber sehr anschaulich die Denkweise der Unterstützer dieses planwirtschaftlichen Ungeheuers. Ich bin der gleichen Meinung wie Firmeninhaber Jackl. Meiner Meinung nach bedroht das EEG viele Existenzen der „nicht privilegierten“ Stromverbraucher in unserem Land, unabhängig davon, ob eine Firma XY nun eine EEG-Befreiung geniesst oder nicht. Was in dem Artikel auch noch viel wichtig ist, und gerne übersehen wird, das ist der Hinweis auf die Wettbewerbsnachteile deutscher Unternehmen gegenüber Firmen in anderen EU-Staaten durch unseren Energie-Extremismus. Und wer sich darüber öffentlich beklagt, wie der Firmeninhaber Herr Jackl, muss wohl hierzulande mit der „Heiligen Inqiusition“ der Ökoreligion rechnen.
(06.09.2014 16:35)
meinereiner
Jonglieren mit Zahlen
Was sollen uns die Zahlen denn belegen?
Mich würde mal interessieren, wie viel Kilowattstunden das Unternehmen verbraucht. Bei rund 200 000 Euro Stromkosten, müsste es ja deutlich über dem geforderten Mindestverbrauch liegen, um EEG-Entlastung zu bekommen.
Aber Nachfragen unerwünscht oder Haarspalterei???
(05.09.2014 19:07)
freno
Haarspalterei untauglich
Die ruinösen Auswirkungen des EEG, wie sie im vorliegenden Bericht am Beispiel eines kleinen aber erfolgreichen Unternehmens, beklagt werden, sind allgemein bekannt. Boddenberg erkennt dies ja sehr richtig und fordert Reformschritte. Die Kritiker des EEG wissen auch, dass die Reform an einem Planwirtschftsmodell dessen grundsätzliche Untauglichkeit nicht beseitigen kann. Die im Bericht genannten Zahlenangaben dienen lediglich der Bekräftigung der verbalen Äußerungen des Unternehmers, der mit Sicherheit richtig rechnen gelernt hat. Haarspalterei ist in dieser Diskussion nicht zielführend.
(05.09.2014 13:11)
meinereiner
Jonglieren mit Zahlen
Interessant wie mit Zahlen jongliert wird und die Begriffe "Energiekosten" und "Stromkosten" miteinander vermengt werden.
"Im Jahr 2008 lag die Rechnung bei rund 120 000 Euro für Strom. Im Jahr 2014 erwarte er mit rund 200 000 Euro etwa 66 Prozent mehr – und das, obwohl der Stromverbrauch dank Energiesparmaßnahmen im gleichen Zeitraum um 28 Prozent gesunken sei.
"Wir zahlen für Strom gut 18 Cent pro Kilowattstunde"
Wo liegt der Fehler und was sollen diese Zahlen belegen?
(05.09.2014 12:49)
Gracchus
" gesamtgesellschaftlicher ...
.... Konsens ist purer Nonsens ! Bei diesem Herrn Boddenberg ist ganz offenbar der Wunsch der Vater des Gedankens.
(05.09.2014 11:34)
freno
Konsens = Nonsens
Der behauptete gesamtgesellschaftliche Konsens sollte zutreffender gesamtgesellschaftlicher Nonsens heissen.
Vielleicht stellt sich Herr Kai Lackl, Inhaber seiner durch das EEG bedrohten Firma, ja auch die Frage, woher der CDU Mann Boddenberg, so wie seine Kollegen der grün angestrichenen schwarzen Partei, die Gewissheit nimmt, dieses deutsche Energiedesaster, beschönigend "Energiewende" genannt, sei gesamtgesellschaftlicher Konsens. Mir ist keine Abstimmung darüber in der Gesamtgesllschaft bekannt.
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