Hungen (dv). Seit der Limes zum Weltkulturerbe geworden ist, ist in Hungen, am nördlichsten Ende des ehemaligen römischen Grenzwalls, das Interesse gestiegen. Der Verein der Limesfreunde wurde vor mehr als einem Jahr gegründet. Die Mitglieder trafen sich am Wochenende zum ersten größeren Arbeitseinsatz.
Die Limesfreunde setzten einen Grenzstein.
Am Feldheimer Wald wurde ein Hinweisschild aufgestellt, das über das einstige Kleinkastell informiert. Unterstützt hatte das Vorhaben die Sparkasse Laubach-Hungen. Auch die Fürstliche Forstverwaltung war eingebunden.
Das Kleinkastell zwischen den beiden größeren in Inheiden und Holzheim dürfte die typische Größe von 900 Quadratmetern gehabt haben. Die Fläche ist für Kenner noch andeutungsweise erkennbar. Sie wurde von Gestrüpp und Unterholz befreit, so dass unter dem Schirm einiger älterer Bäume das Gelände deutlich zu erkennen ist. Die Eckpunkte sollen noch markiert werden. Nach getaner Arbeit fand man sich zu einer Stärkung zusammen. Josef Tonner, der Vorsitzende der »Limesfreunde«, dankte allen, die sich helfend an der Aktion beteiligt hatten. Es sei der erste Schritt zur Kennzeichnung des Limes. Auch Ammeliese Schuler hatte den Weg durch das etwas unwegsame Gelände nicht gescheut. Tonner hieß sie nicht nur als Vorstandsmitglied, sondern auch als Vertreterin der Außenstelle der Kreisvolkshochschule willkommen. In dieser Position setzt sie sich schon länger mit Exkursionen zur Erkundung des Limes ein. Die Stadt war vertreten durch den Ersten Stadtrat Herbert Engel, der selbst im Verein aktiv ist, sowie Thomas Weichmann und Dirk Siebert. Volker Zulauf, Hungener Niederlassungsleiter der Sparkasse, zeigte sich erfreut über das kulturelle Engagement. Dafür habe die Sparkasse einen Etat, aus dem man das Projekt unterstützt habe.
Manfred Blechschmidt, Volker Zulauf, Herbert Engel und Josef Tonner (von links) präsentieren die neue Info-Tafel am Feldheimer Wald. (Fotos: dv)
Kreisdenkmalpfleger Manfred Blechschmidt wies in einigen Worten auf die Bedeutung des Limes hin, dessen Bau gegen Ende des ersten Jahrhunderts nach Christi begann und der etwa 200 Jahre Bestand hatte. Er sei nicht nur ein Abwehrgrenzwall gewesen, sondern habe in friedlichen Zeiten den Kultur- und Warenaustausch zwischen den Römern und Germanen kanalisiert. Blechschmidt begrüßte diese Initiative des Hungener Vereins. Er selbst habe nur einen kleinen Beitrag zum Text der Informationstafel geleistet. Diese Stelle am Feldheimer Wald sei die einzige, wo man in Hungen noch die Reste des Limes erkennen könne. Davor und danach verliefen sich die Spuren im Ackerland.