Bilder von Jesús Rodriguez de la Torre im Hungener Schloss
Hungen (dv). In der Reihe »artists in residence« begrüßte Michael Groth, Vorsitzender des Freundeskreis Schloss Hungen, am Freitag zahlreiche Gäste zu einer Bilderausstellung. Der spanische Maler Jesús Rodriguez de la Torre stellte nach 1995 erneut seine Bilder im Pferdestall des Hungener Schlosses aus.
Jesús Rodriguez de la Torre war »artist in residence« im Hungener Schloss. Hier sind nun auch seine Arbeiten zu sehen. (Foto: dv)
Hungen (dv). In der Reihe »artists in residence«begrüßte Michael Groth, Vorsitzender des Freundeskreis Schloss Hungen, am Freitag zahlreiche Gäste zu einer Bilderausstellung. Der spanische Maler Jesús Rodriguez de la Torre stellte nach 1995 erneut seine Bilder im Pferdestall des Hungener Schlosses aus. Einige Wochen hat der Maler in der Remise, dem Gästehaus des Schlosses, gearbeitet. Dabei sind einige kleinere Bilde entstanden. Sein Wunsch, einmal einen deutschen Winter zu erleben, ist in dieser Zeit ausreichend in Erfüllung gegangen.
Christel Lauterbach hatte den spanischen Künstler vor 25 Jahren in Granada kennengelernt. In einer kleinen verwunschenen Wohnung unterhalb der Alhambra hatte er sein Atelier. Damals malte er noch düster, fast albtraumhaft, meinte Lauterbach in ihrer Einführung in die Ausstellung. Schwerpunkt seiner Motive sind Menschenbilder und Architektur, seine Materialien überwiegend Öl, Tempera und Acryl. Er zeichnet aber auch. Zu seinen Werken gehört ein Auftragsporträt des spanischen Königs.
Christel Lauterbach übersetzte die Worte von de la Torre. Er dankte für die Möglichkeit, im Schloss zu arbeiten und nun auszustellen. Mit den Bewohnern habe es viele Kontakte gegeben. Dies sei ein guter Weg, Kunst mit dem Alltag zu verbinden.
Der Künstler, 1955 in Belmez de la Moraleda in der Provinz Jaèn geboren, entwickelte schon als Kind eine enge Beziehung zur Malerei. Er studierte später einige Semester an den Kunstakademien in Sevilla und Granada, hat sich aber vieles selbst erarbeitet. Inzwischen lebt er in seinem Heimatdorf nördlich von Granada und seinem Namen entsprechend hat das Haus mit großem Atelier auch einen Turm.
Hier hat sich auch sein Stil verändert. Er verließ die Dunkelheit und trat in das Licht. Deshalb wurde die Ausstellung »Licht, Luft & Leichtigkeit« betitelt. Dabei braucht der Besucher etwas Zeit, diese Aussagen in den Bildern zu entdecken. Am ehesten ist die Leichtigkeit in der Pinselführung zu entdecken, die keine festen Konturen kennt. Eine Eigenheit hat seine Darstellung der unterschiedlichen menschlichen Figuren; sie haben fast alle kein direkt erkennbares Gesicht. Vielmehr wirken sie eher besinnlich und in sich versunken. Manchmal weiß man nicht so genau , ob es Frauen oder Männer sind, aber das spielt auch keine so große Rolle, meint der Künstler. Wichtig seien das Licht und die Luft, die sich oft wie Nebelschwaden über die Personen senkt, Seine Bilder aus dem Bereich der Architektur zeigen keine komplexen Gebäude, sondern Ausschnitte. Hier ein Fresko, da eine verzierte Hausecke. Auch dies Bilder haben keine klar abgegrenzten Linien.
Die sehenswerte Ausstellung ist noch am kommenden Wochenende Samstag von 12 Uhr bis 18 Uhr und Sonntag von 11 Uhr bis 16 Uhr geöffnet.