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Auch Archivare müssen mal etwas wegwerfen können

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Artikel vom 11.10.2012 - 10.45 Uhr

Auch Archivare müssen mal etwas wegwerfen können

Hungen (us). Hungen hat, wovon viele Archivare nur träumen können: neue, zeitgemäße Räume für die angemessene Unterbringung des Kommunalarchivs. Und damit die Kollegen die neue Örtlichkeit kennenlernen können, hatte der Verbands hessischer Kommunalarchivare (VhK) zur Herbsttagung nach Hof Grass eingeladen.

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Auch Archivare sollten das Wegwerfen lernen: Tipps zur Büroorganisation und fürs Zeitmanagement gab’s auf der Herbsttagung des VhK von Coach Ingeborg Engdahl.
Dort bestand am Nachmittag die Möglichkeit, das Hungener Stadtarchiv, das im November offiziell eingeweiht werden soll, zu besichtigen.

Kommunalarchivare sind üblicherweise Einzelkämpfer. »Einsame Spinner im Keller« nennt VhK-Vorsitzende Dr. Irene Jung (Wetzlar) sich und ihre Kollegen ironisch. Umso wichtiger ist der Gedankenaustausch. Deshalb lädt der VhK zweimal im Jahr zu Tagungen ein. Üblicherweise gibt es als Aufhänger einen Fachvortrag, etwa zum neuen Archivgesetz oder zur Digitalisierung von Archivalien. Die gestrige Veranstaltung allerdings tanzte – auf ausdrücklichem Wunsch von Teilnehmern –thematisch etwas aus der Reihe. »Büroorganisation und Zeitmanagement im Archivbetrieb« hieß das Referat von Ingeborg Engdahl (BüroManagementService, Wiesbaden), denn auch Archivare haben mit Papierstapeln auf dem Schreibtisch und einer Flut von E-Mails zu kämpfen. Ein Tipp der Fachfrau für Büroorganisation: regelmäßig entrümpeln und dabei nicht zimperlich sein. Sonst laufe man Gefahr, dass wertvolle Arbeitszeit mit Suchen verplempert wird.

Zuvor hatte Bürgermeister Rainer Wengorsch die rund 40 Archivarinnen und Archivare aus Hessen im Tagungsraum von Hof Grass willkommen geheißen und darauf hingewiesen, dass auch die Hungener Archivalien in der Vergangenheit unzulänglich und an verschiedenen Orten verstreut untergebracht waren. Im Zuge des Ausbaus von Hof Grass habe die Stadt in Zusammenarbeit mit der OVAG eine angemesssene Unterbringung realisieren können. Aktuell werde in den städtischen Gremien eine Satzung diskutiert, die den Zugang zum Archiv regele. Wengorschs Dank galt Erhard Eller, der als leitender Mitarbeiter der Stadtverwaltung jahrzehntelang für Aufbau und Pflege des Archivs Sorge getragen habe und diese Aufgabe nun auch als Pensionär fortführe.

Visite im neuen Stadtarchiv

Nach dem Erfahrungsaustausch am Vormittag hatten die Archivare nach der Mittagspause die Gelegenheit, Hof Grass und seine Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Neben einer Visite des neuen Stadtarchiv bestand die Möglichkeit, das Limesinformationszentrums, den archäologischen Wanderweg und die archäologischen Grabungen am Grasser Berg zu besichtigen. Zudem war die Archivberatungsstelle Darmstadt mit einer neuen Ausstellung präsent: »Bestandserhaltung und Nofallvorsorge – Schutz des Kulturguts in hessischen Archiven«. Organisiert wurde die Herbstagung von VhK-Präsidentin Dr. Jung, der Gießener Kreisarchivarin Sabine Raßner und Gastgeber Erhard Eller.

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Artikel vom 11.10.2012 - 10.45 Uhr
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