Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Kreis » Städte und Gemeinden » Hüttenberg »

»Sax Allemande« spielen zum Abschluss des Kultursommers

Artikel vom 28.09.2011 - 09.06 Uhr

»Sax Allemande« spielen zum Abschluss des Kultursommers

Hüttenberg (gbp). Musikalische Welten aus Oper und Ballettmusik, leichtfüßig komprimiert im virtuosen, präzisen Zusammenspiel dreier Saxofone: »Bravo«-Rufe und langanhaltenden Schlussapplaus gab es für das grandiose Konzert des Saxofontrios »Sax Allemande« zum Abschluss des »Kultursommer Mittelhessen«.

sued_sax1_280911_4c_1
Lupe - Artikelbild vergrössern
Arend Hastedt, Frank Schüssler und Markus Maier spielten zum Abschluss des Kultursommers in der Hochelheimer Kirche. (gbp)
Das anspruchsvolle, doch überaus unterhaltsame Konzert unter dem Titel »Sax in the Opera« hätte eine voll besetzte Hochelheimer Kirche verdient gehabt. Die Zuhörer genossen sichtlich das spannende, zunächst abenteuerlich anmutende musikalische Experiment, Stücke wie Mozart-Arien oder die »Nussknackersuite« in reine Saxofonklänge zu fassen.

Die drei preisgekrönten Musiker Frank Schüssler (Sopransaxofon), Arend Hastedt (Altsaxophon) und Markus Maier (Baritonsaxofon) setzten dem Publikum bei aller Präzision und Meisterhaftigkeit ihres Spiel mitnichten unverdaulich schwere Kost, sondern ein äußerst lebendiges, mit Charme, Humor und Augenzwinkern gewürztes, meisterhaft pointiert gespieltes musikalisches Menü vor, jedes Stück eine Hommage an das Original. Da stimmte einfach alles.

Bereits im ersten Block – fünf Arien aus Mozarts »Don Giovanni« – entlockten die bekannten musikalischen Themen den Zuhörern so manches Lächeln, bei der Champagner-Arie, bei der die Saxofonklänge prickelten wie bester Sekt, erklangen die ersten spontanen »Bravo-Rufe«. Markus Maier, der das Konzert moderierte, verwies auf eine zu Mozarts Zeiten gängige Praxis, populäre Melodien aus Opern für kleine Bläserbesetzung aufzubereiten – sogenannte Harmoniemusik als Multiplikator.

Überaus reizvoll war auch die Saxofonversion der zeitgenössischen Bizet-Adaption von Stefan Zorzor: vier musikalische Szenen (Favelas, Mujeres, Hombres und Ninos) aus »Carmen Ibericum«. Ebenso Beethovens Variationen über »Reich mir die Hand mein Leben« ihren zuweilen träumerisch verwehten Klängen. Eine Spieluhr, die den Tanz der Zuckerfee spielte, sei mit ihrer musikalischen »Reduzierung auf das Wesentliche« Inspiration gewesen, Tschaikowskis »Nussknacker«-Suite als Saxofontrio zu spielen, erzählte Maier; der Filmkomponist Marius Ruhland hat die Ballettmusik für »Sax Allemand« arrangiert und die Zuhörer quittierten die sechs entzückenden Tänze mit »Szenenapplaus«, besonders den temperamentvollen russischen »Trepak«. Meisterhaft transportierten die Musiker den mitreißenden Schwung der »Fledermaus«-Suite von Johann Strauß (Sohn) zum Konzertabschluss in die Klangwelt ihrer Instrumente.

Das 1996 gegründete »Sax Allemand« folgt nach eigener Aussage der Tradition des klassischen Saxofons, dessen unvergleichlich nobler Ausdruck sich in Ravels Orchestrierung von Mussorgsky »Bilder einer Ausstellung« zeigt. Als Zugabe nach dem genussreichen Konzert gab’s das »Venezianische Gondellied« und »Spinnerlied« von Felix Mendelssohn Bartholdy und noch ein Kostpröblein aus »Don Giovanni«: »Riposate, vezzose ragazze«.

Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 28.09.2011 - 09.06 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang