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Probebohrungen: Wasser überschwemmte Nachbarkeller

Artikel vom 02.03.2010 - 12.00 Uhr

Probebohrungen: Wasser überschwemmte Nachbarkeller

Hüttenberg (sha). Eine Erdwärmebohrung in Hochelheim hatte ein unerwartetes Nachspiel. Weil der Bohrer auf eine unter Druck stehende Wasserader stieß, lief der Keller des Nachbarhauses voll.
Eine Probebohrung für Erdwärme hatte in Hüttenberg ein unerwartetes Nachspiel: der Keller des Nachbarhauses lief voll Wasser.	(F
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Eine Probebohrung für Erdwärme hatte in Hüttenberg ein unerwartetes Nachspiel: der Keller des Nachbarhauses lief voll Wasser. (Foto: sha)
»Auf einmal bekam ich nasse Füße«, so Thorsten Straßheim aus der Hochelheimer Talstraße, der gegen 21 Uhr am vergangenen Donnerstag im Kellergeschoss seines Hauses am Schreibtisch gesessen hatte. Durch die bis zum Boden reichenden Fenster des Arbeitszimmers und durch die Kellertür des angrenzenden Raumes drang plötzlich Wasser aus dem Garten in das Haus ein. Bis zum Eintreffen der Feuerwehr standen drei Räume des Kellergeschosses bereits fünf Zentimeter tief unter Wasser. Erst gegen Mitternacht war es etwa 20 Feuerwehrleuten gelungen, das eingedrungene Nass vollständig abzupumpen sowie die betroffenen Fenster und Türen im Kellergeschoss mit Sandsäcken abzudichten.

Der Grund für die plötzliche Überschwemmung: Bei Probebohrungen für eine Erdwärmeheizung auf dem Nachbargrundstück war eine unter Druck stehende Wasserader getroffen worden. Dieses Wasser stieg durch das Erdreich nach oben und trat auf dem tiefer gelegenen Nachbargrundstück vor dem Keller des Hauses an die Oberfläche. Auch aus dem in diesem Bereich befindlichen Brunnen für die Gartenbewässerung quoll das Wasser. Da das Grundstück vor dem Zugang zum Keller eine Senke ausbildet, in der auch der Brunnen liegt, konnte sich das austretende Wasser in kurzer Zeit aufstauen und drang nachfolgend in das Haus ein, erläuterte Dipl.-Ing. Harald Franz, Oberbergrat beim Regierungspräsidium Gießen, das als Genehmigungsbehörde für die Erdwärmebohrungen nach diesem Vorfall ebenfalls eingeschaltet wurde.

Familie Straßheim befürchtet, dass es bei einer weiteren Erdwärmebohrung zu einer wiederholten Überschwemmung ihres Grundstückes kommen könnte. Der Estrich in den zuvor überschwemmten Kellerräumen sei bereits nass, sagte Sabine Straßheim. Darüber hinaus habe der Mitarbeiter einer Trocknungsfirma ihr mitgeteilt, dass es »nur dann Sinn hat, mit den Trocknungsarbeiten im Keller zu beginnen, wenn die Ursache behoben ist«. Aus diesem Grund verlangt die Hochelheimer Familie von ihrem Nachbarn, ein Gutachten erstellen zu lassen. Auch Oberbergrat Franz rät dem Bauherrn auf dem Nachbargrundstück »dringend«, einen Gutachter einzuschalten, bevor eine weitere Probebohrung erfolgt. »Alles andere wäre Stochern im Nebel«. Seit dem vergangenen Freitag wird das 123 Meter tiefe Bohrloch um die Sondenschläuche herum mit einem »betonähnlichen Spezialbaustoff« verfüllt, um einen weiteren Wasseraustritt und »unkontrollierte Grundwasserbewegungen« zu vermeiden, so Franz.

Im Rahmen des Gutachtens werde mit einer Sonde ein Temperaturprofil erstellt. Dadurch lasse sich überprüfen, ob und gegebenenfalls an welcher Stelle noch Wasser austrete, da ausströmendes Wasser die Temperatur senkt. Erst wenn sichergestellt sei, dass kein Wasser mehr austrete, könne einer zweiten Bohrung zugestimmt werden, wie Franz gegenüber der AZ ausführte.

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