Hüttenberg (agl). Neues Jahr, neuer Job und für die Hüttenberger ein neuer Bürgermeister: Christof Heller von der CDU hat zum 1. Januar den Posten angetreten und am Montag seinen ersten Arbeitstag in der Verwaltung in Rechtenbach absolviert.
Christof Heller am neuen Arbeitsplatz.
Sein Computer war angeschlossen, der Terminplan noch überschaubar, als er zum Pressegespräch Platz nahm. »Erstmal ein ganz großes Ankommen« stehe nun an, sagte der Christdemokrat. Für 14 Uhr war eine Besprechung mit den Abteilungsleitern zu geplanten Großprojekten – auch in Sachen DSL – vorgesehen. Vorher wolle er aber mit allen Mitarbeitern auf das neue Jahr anstoßen, sagte Heller. Der 44-Jährige hatte sich am 11. September in der Stichwahl mit 53,1 Prozent der Stimmen gegen Oliver Hölz von den Freien Wählern durchgesetzt. Nun löste er Dr. Manfred Schmidt (SPD) ab, der nach zwölf Jahren als Bürgermeister nicht mehr angetreten war.
Die größte Herausforderung der Gemeinde sieht der neue Bürgermeister in der Finanzlage. Auf diesem Sektor kennt sich der CDU-Politiker schon deshalb aus, weil er vor seinem Amtsantritt in Hüttenberg bei der Commerzbank in Gießen als Geschäftskundenbetreuer gearbeitet hat; mehr als 22 Jahre war er Banker. In wenigen Wochen wird er den Haushalt in die Gemeindevertretung einbringen. Auch DSL nannte Heller im Gespräch mit dieser Zeitung als aktuelles Thema von besonderem Gewicht.
»Jeder weiß: wir müssen sparen«
Was die Vorbereitung auf sein nun angetretenes Amt betrifft, so dankte Heller seinem Vorgänger Dr. Schmidt dafür, dass er ihm mit Rat den Einstieg erleichtert hatte. Das Angebot des Sozialdemokraten, sich bei Fragen an ihn zu wenden, werde er bei Bedarf gern annehmen. Noch in der Amtszeit Schmidts habe er sich bemüht, bei möglichst vielen Terminen dabei zu sein, berichtete Heller. Die Kooperation mit den rund 160 Mitarbeitern der Gemeinde werde ihm Spaß machen, blickte er positiv nach vorn. Was das künftige Klima in der Gemeindevertretung betrifft, so sagte Heller: »Ich werde ein konstruktives Arbeiten anbieten und ich denke, es wird auch so kommen.« Dass er nicht auf eine Mehrheit im Parlament zählen kann, lässt ihn nicht klagen – sein Credo: Wenn man sinnvolle Ziele habe und diese argumentativ gut rüberbringe, könne man auch Mehrheiten finden. Wenn man das nicht schaffe, dann sollte man sich überlegen, ob es sinnvoll ist, weiter an diesen Zielen festzuhalten. Angesprochen auf »den sehr fairen Wahlkampf« – ursprünglich waren am 28. August fünf Kandidaten angetreten – sagte Heller: »Es ist gut für das Amt eines Bürgermeisters, wenn der Wahlkampf fair abläuft, ansonsten würde das Amt beschädigt.« Derzeit gebe es in Hüttenberg zudem keine großen Reizthemen. »Jeder hat begriffen, dass wir sparen müssen.« Auch in Zukunft sei es wichtig, dass sich junge Menschen für Politik interessieren. »Schmierenkomödien zu inszenieren« sei deshalb nicht förderlich für die politische Kultur, sagte Heller.
Was die herausragende geographische Lage Hüttenbergs zwischen Gießen und Wetzlar angeht, sieht er Chancen für interkommunale Zusammenarbeit auch in Zukunft. Es werde dazu immer wieder Handlungsfelder geben. Als Beispiel nannte der Rechtenbacher den Energiesektor.
Bei allen Terminen in Politik und Verwaltung zählt das persönliche Erscheinen bei gesellschaftlichen Veranstaltungen zu den Aufgaben eines Bürgermeisters – Fasching steht bevor. Heller ist nicht bange, er sei gerne dabei, sagt er und verweist etwa auf seine Mitgliedschaft im Gesangverein »Harmonie«, bei dem er diesmal nicht mehr durchs Programm führen werde. Der neue Rathauschef gibt dabei zu bedenken: »Man darf sich nicht verzetteln.« (Foto: agl)