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Land unter auf dem Hüttenberg

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Artikel vom 25.07.2014 - 19.30 Uhr

Land unter auf dem Hüttenberg

Wetzlar/Hüttenberg (agl/süd). Eine Unwetterfront ist am Donnerstagabend über Mittelhessen gezogen. Im Lahn-Dill-Kreis liefen viele Keller voll Wasser, Bäume stürzten um. Besonders betroffen waren Hüttenberg (die Gießener Allgemeine Zeitung berichtete), Wetzlar und Greifenstein. Die Feuerwehr sprach von 200 Einsätzen bis tief in die Nacht.

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Vor allem Hüttenberg war vom Starkregen am Donnerstagabend betroffen. Eine private Messstelle registrierte 87 Liter Niederschlag in einer halben Stunde, eine solche Menge kann die Kanalisation nicht auffangen. (Foto: jfr)
© Jörg Fritsch
Nach dem Starkregen liefen Keller voll und Straßen wurden überschwemmt, Wasser drückte in der vollgelaufenen Kanalisation Gullydeckel nach oben. Die Bahnstrecke zwischen Wetzlar und Weilburg war wegen eines umgestürzten Baumes gesperrt. Die Höhe der Sachschäden kann noch nicht beziffert werden.

Am Freitagmittag teilte der Hüttenberger Gemeindebrandinspektor Stephan Stein auf Nachfrage dieser Zeitung mit, die Feuerwehr-Aktiven seien gerade an der 107. Einsatzstelle innerhalb der Gemeinde. Von dem heftigen Regen waren Hüttenberg und Rechtenbach betroffen. Insgesamt 96 Einsatzkräfte, darunter 18 aus der Kerngemeinde Langgöns, kämpften seit dem Abend zuvor mit dem Unwetter und seinen Folgen. »Bei solchen Lagen zählen keine Kreis- und Gemeindegrenzen«, sagte Stein. Etwa um 18.20 Uhr waren die Wehren aus Hüttenberg und Rechtenbach alarmiert worden. »Wir merkten gleich, was sich hier abzeichnet«, verwies er auf den dann folgenden Vollalarm für alle Ortsteile. Um 3 Uhr gab es ein zwischenzeitliches Einsatzende, ehe es um 8 Uhr mit der nächsten Alarmierung weiter ging. Seitdem war man in Rechtenbach unterwegs.

Ein Problem seien vollgelaufene Keller gewesen, ein anderes das übergelaufene Regenrückhaltebecken. Dies sorgte für eine Überflutung der Straße zwischen Rechtenbach und Hüttenberg. Angesichts einer solchen Lage wurde – nach Rücksprache mit dem Regierungspräsidium – die Schleuse zwischenzeitlich geschlossen. Mittlerweile sei an dem Becken wieder der Normalzustand hergestellt. Hätte man die Schleuse nicht geschlossen, wäre laut Gemeindebrandinspektor in Hochelheim und Hörnsheim Land unter gewesen. Das Rückhaltebecken habe angesichts des hoch stehenden Schwingbachs schlimmeres verhindert. An einer privaten Messstelle seien 87 Liter Niederschlag in einer halben Stunde registriert worden.

Wasser in Trainingshalle

Zusätzlich zum Starkregen und der Vielzahl der Einsatzstellen versagte zeitweise die Kommunikation via Handy, Funk und Festnetz. Dies sei der extremen Wetterlage geschuldet gewesen, informierte Stein. Warum genau es zu der Störung kam, wisse er aber nicht. Von Mitternacht an habe die Technik jedenfalls wieder funktioniert. In der Zwischenzeit musste die Feuerwehr mit einem Melder arbeiten. Carsten Loh übernahm diese Funktion. Die Einsatzleitung oblag Stephan Stein, sein Stellvertreter Björn Jung arbeitete vom Einsatzleitfahrzeug aus. In Hochelheim und Hörnsheim koordinierte Wehrführer Manfred Adam die Arbeiten. Während des Einsatzes gab es Kontakt mit Kreisbrandinspektor Rupert Heege, der beispielsweise über die Wetterlage informierte und auch hinsichtlich eventueller Mittelbereitstellung Ansprechpartner war.

»Es ist wichtig, dass wir gut ausgebildete Leute haben«, brachte Stein auf den Punkt, wie eine solche vielfache Herausforderung zu bewältigen ist. Lob kam von Bürgermeister Christof Heller: »Durch den Einsatz der Feuerwehr ist Schlimmeres verhindert worden«, sagte er am Freitag der Gießener Allgemeinen Zeitung. Die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte habe super funktioniert. Er danke auch der Langgönser Wehr. Heller berichtete von Wasser in der Trainingshalle in Hüttenberg – angesichts der seit 2012 geschlossenen Rechtenbacher Sporthalle ein zusätzliches Problem. Eine Firma kümmere sich um die Trocknung. Er könne sich nicht erinnern, jemals solch ein Wetter in Hüttenberg erlebt zu haben. Er selbst sei bis deutlich nach Mitternacht ebenfalls unterwegs gewesen, so Heller.

Einsatzleiter Heege sagte, kreisweit seien 410 Einsatzkräfte ausgerückt. Kanalisation und Bäche hätten die Regenmengen nicht auffangen können. In Wetzlar stand das Neue Rathaus teilweise unter Wasser, sechs Büros sind betroffen.

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Artikel vom 25.07.2014 - 19.30 Uhr
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