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Käserei Birkenstock: Schaden noch nicht schätzbar

Artikel vom 04.07.2012 - 23.23 Uhr

Käserei Birkenstock: Schaden noch nicht schätzbar

Hüttenberg/Gießen (mlu). Wöchentlich werden Produkte der Hochelheimer Käserei Birkenstock an der Justus-Liebig-Universität Gießen auf ihre Qualität hin geprüft. Dass nun beim »Mainzer Käse« Listerien (Listeria monocytogenes) gefunden wurden, so berichtet in der gestrigen Ausgabe auf der Hessen-Seite, das irritiert Geschäftsführer Klaus Birkenstock.

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»Wenn man im Betrieb auf Listera innocua stößt, eine Art Vorstufe der Listeria monocytogenes, hat man einen Hinweis auf eine Verunreinigung. Bei uns wurden aber keine Bakterien dieser Art gefunden. Daher können wir uns den Vorfall bislang nicht erklären«. Tatsächlich fielen sämtliche Gegenproben sowohl in der Universität als auch bei der Lebensmittelinspektion Intertek Food Service in Großen-Linden negativ aus. Darüber hinaus erwiesen sich, wie das Unternehmen sagt, auch Proben der vorherigen Produktionstage als unauffällig.

Gefunden wurden die Keime, nachdem die betroffene, 1200 Kilogramm schwere Charge bereits in den Großhandel gelangt war: »Wir können nicht garantieren, dass der Käse teilweise bereits beim Endverbraucher angekommen ist, daher haben wir auch öffentlich vor dem Verzehr der ›Mainzer Käse» mit Mindesthaltbarkeitsdatum 3. August gewarnt. 90 Prozent der Charge sind aus Vorsorgegründen bereits auf dem Rückweg«, sagte Birkenstock auf Anfrage der Gießener Allgemeinen Zeitung.

Verbraucherbeschwerden lagen dem Geschäftsführer zum Zeitpunkt der Anfrage am gestrigen Morgen nicht vor. Die Anrufer seien lediglich verunsichert. Birkenstock betonte, dass das potenzielle Gesundheitsrisiko lediglich bei einschlägiger, aus dem Handel genommener Charge des »Mainzer Käse« bestehe. Maßgeblich sei das Mindesthaltbarkeitsdatum. Es sei der erste Vorfall dieser Art.

Den wirtschaftlichen Schaden für die Käserei Birkenstock könne er noch nicht abschätzen, so der Geschäftsführer.

Die Bakterien Listeria monocytogenes können eine Infektionskrankheit (Listeriose) auslösen. Diese geht meist mit grippeähnlichen Symptomen oder Magen-Darm-Beschwerden einher. Menschen mit Immunschwäche, Ältere, Kranke, kleine Kinder oder schwangere Frauen sind besonders gefährdet. In Einzelfällen können die Keime lebensbedrohlich wirken.

»Mainzer Käse« ist – wie der oberhessische Handkäse – ein Sauermilchkäse. Seinen Namen verdankt er dem Vernehmen nach einer Bäuerin aus Groß-Gerau, die ihre Produkte auf dem Wochenmarkt in der rheinland-pfälzischen Hauptstadt verkaufte – im frühen 19. Jahrhundert. Der »Mainzer« heißt aber auch im Rheinhessischen »Handkees«; nicht anders wie in Frankfurt oder im Gießener Land. Er gilt als sehr eiweißreich und fettarm, kulinarisch als kongenialer Partner eines guten Weins – und als vorzüglicher »Musiker«, wenn er denn mit Zwiebeln, Kümmel, Essig und Öl goutiert wird.

(Foto: kaeserei-birkenstock.de)

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Artikel vom 04.07.2012 - 23.23 Uhr
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