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Hüttenberger Tüftler baut originalgetreuen Flieger

Artikel vom 05.10.2011 - 14.08 Uhr

Hüttenberger Tüftler baut originalgetreuen Flieger

Hüttenberg (jow). Der Hüttenberger Wolfgang Schweidler ist ein echter Tüftler. Sein Herz schlägt für den Segel- und Modellflug, mit dem er lokal und regional schon etliche Titel geholt hat.

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Fasziniert, geschickt und fleißig: Wolfgang Schweidler hat einen Flieger aus den Jahren 1920/21 originalgetreu nachgebaut.
Die vergangenen zwei Monate hat er damit verbracht, einen Pelzner-Hängegleiter von 1920/21 originalgetreu nachzubauen. Das Fluggerät ist nach seinem Konstrukteur und Flieger Willi Pelzner (1900-1977) benannt. Schweidler, der sich nicht nur in Theorie und Praxis, sondern auch in der Historie des Modellfluges auskennt, erklärt: »Mit den Auflagen des Versailler Vertrages war in Deutschland der Motorflug verboten. Eine Vielzahl junger Menschen hat sich deswegen dem Gleitflug gewidmet. Einer von ihnen war der Nürnberger Willi Pelzner. Deren Hochburg wurde früh die Wasserkuppe auf der Rhön.«

Die Konstruktion des Pelzner Hängegleiters war an diejenige angelehnt, die die Gebrüder Wright entwickelt hatten: »Es war aber nur eine kurze Ära, danach begann schon die Entwicklung hin zu den freitragenden Flügeln.« Für Schweidler geht mit dem Bau fast ein Kindheitstraum in Erfüllung: Die Begeisterung für das Fliegen in allen seinen Facetten hatte der Hüttenberger nämlich schon in ganz jungen Jahren.

Als Schüler bekam er die alte Bauzeichnung des Fluglehrers Keutzer in die Hände und trug dann den Gedanken immer weiter mit sich. Jetzt hat er es verwirklicht. Doch Schweidler zeigt sich bescheiden: »Diesen Flieger kann jeder nachbauen, der die notwendigen Voraussetzungen und den Erfahrungsschatz mitbringt.«

Von den zwei Monaten Bauzeit in der heimischen Garage hat er einen halben Monat für die Materialsuche verwendet. Neben Kiefernholz und Stahldraht ist das wichtigste Material die Leinwandbespannung. Er selbst hat neu zugelassene Klebstoffe benutzt. Die Ausmaße des Gleiters sind am oberen Flügel 4,70 Meter und am unteren Flügel 4,30 Meter. Die Flügeltiefe liegt bei 1,40 Meter. Der Pelzner ist 3,30 Meter lang und 1,36 hoch. Bei einem Eigengewicht von 35 Kilo kann er etwa 75 weitere Kilo tragen. »Fliegen konnte er circa neun Meter die Sekunde, was einer Geschwindigkeit von 30 km/h entspricht«, erklärt Schweidler. Am Sonntag hat er den Hängegleiter, der für den Betrachter eine Augenweide ist, seinen flugbegeisterten Freunden vorgestellt.

An den Oldtimer-Flugzeugen fasziniert ihn die robuste, funktionale und einfache Bauweise. Schweidler will den Flieger noch zwei bis drei Wochen in aufgebautem Zustand lassen. Für die Zeit danach hat er die Hoffnung, dass der Flieger von einem Museum übernommen wird, »wo ich ihn hin und wieder einfach mal sehen kann. Ansonsten muss ich ihn wieder zurückbauen, denn Zu Hause habe ich keinen Platz dafür.« (Foto: jow)

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Artikel vom 05.10.2011 - 14.08 Uhr
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